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Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

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Uconnect 6.5: Unterhaltung und Navi im Fiat 500X

24.07.2015 | 14:28 Uhr |

Der Fiat 500X ist die SUV-Variante des Fiat 500. Für Unterhaltung, Navigation und Telefonie sorgt das Uconnect 6.5“ Radio Nav im höher gelegten Auto-Zwerg. Wir haben dieses Infotainmentsystem getestet.

Der Fiat 500X (Listen-Grundpreis zwischen 16.950 Euro und 31.400 Euro) ist unsere Testbasis für das Infotainment-System Uconnect von Fiat. Nicht nur der Name, sondern auch die Bildschirmoberfläche erinnert an das Infotainmentsystem Uconnect 8.4AN aus dem Jeep Grand Cherokee – Jeep gehört seit vielen Jahren zum Fiat-Konzern.

Uconnect 8.4AN im Jeep Grand Cherokee im Test
 
Uconnect gibt es für den Fiat 500X in verschiedenen Ausführungen, die Top-Variante hört im Fiat 500X auf die Bezeichnung Uconnect 6.5“ Radio Nav. Diese Version haben wir getestet.

Funktionsumfang im Überblick
 
Uconnect 6.5 Zoll Radio Nav stellt für das via Bluetooth gekoppelte Smartphone eine Freisprechanlage zur Verfügung. Von dem gekoppelten Smartphone lässt sich auch Musik streamen. Außerdem ist ein TomTom-Navigationsgerät verbaut. Für den Bereich Radio stehen AM, FM/UKW und DAB+ zur Verfügung. Ein Bord-Computer informiert über den Kraftstoffverbrauch und die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie die Restreichweite. Eine Sprachsteuerung sowie Lenkradtasten runden den Funktionsumfang ab. Internet-Funktionen oder Smartphone-Apps, Mirrorlink oder Carplay fehlen dagegen.

 
Hardware I: Bildschirme und Bedientasten
 
Der in der Mitte des Armaturenbretts verbaute Bildschirm ist wie die Modellbezeichnung andeutet 6,5 Zoll groß. Der Bildschirm ist als Farb-Touchscreen umgesetzt. Ein Controller zur Menü-Bedienung auf der Mittelkonsole fehlt, der Fahrer bedient das Menü entweder per Fingerdruck auf dem Touchscreen, über die Lenkradtasten oder per Sprachbefehl. Insofern bietet der Fiat 500X das für die Volumenklasse übliche Touchscreen-basierte Bedienkonzept.

In der Mitte des Armaturenbretts thront der 6,5-Zoll-Touchscreen.
Vergrößern In der Mitte des Armaturenbretts thront der 6,5-Zoll-Touchscreen.
© Fiat

 
Touchscreen im Auto - Vorteile und Nachteile
 
Links vom Touchscreen befinden sich zwei mechanische Tasten zum Ein- und Ausschalten des Bildschirms und des Tons. Rechts vom Bildschirm gibt es Tasten für das Einstellungsmenü und den Zurück-Button.

Links im Vordergrund die Lenkradtasten. Unten in der Mitte die Anschlüss für USB, SD-Karte und AUX.
Vergrößern Links im Vordergrund die Lenkradtasten. Unten in der Mitte die Anschlüss für USB, SD-Karte und AUX.
© Fiat

 
Unterhalb des Bildschirms hat Fiat den Ein- und Ausschalter sowie Lautstärkedrehregler für Uconnet, die Direktzugriffstasten für Radio, Media (Bluetooth-Audio-Streaming, USB, AUX, SD), Navigation, Telefonie und Apps (Bord-Computer) sowie den Browser-Drehknopf (zum Durchlaufen von Verzeichnissen und zur Radio-Sendersuche sowie zum Bestätigen eines Buttons auf dem Display) verbaut. Diese mechanischen Tasten bieten  den Vorteil, dass sie unmittelbares haptisches Feedback geben und sich zur Not auch blind ertasten lassen, wenn der Fahrer sich gerade voll auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren muss – ein grundsätzlicher Vorteil des klassischen Bedienkonzepts gegenüber Touchscreens. Die Tasten im Fiat müssen aber mit Nachdruck gedrückt werden, sonst reagieren sie nicht.

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Zusätzlich zum Touchscreen im Armaturenbrett gibt es noch einen kleinen Informations-Bildschirm im Cockpit/Instrumententafel. Er dient nur zur Anzeige von ergänzenden Informationen zum Hauptbildschirm. Also beispielsweise für den nächsten Abbiege-Hinweis bei der Navigation, zur Anzeige des Kraftstoffverbrauch (durchschnittlich und aktuell), Restreichweite und so weiter. Die Anzeige dieses Zusatzbildschirmes wechseln Sie mit den Pfeil-Lenkradasten links vom Hup-Feld im Lenkrad.

Peppiges Armaturenbrett
Vergrößern Peppiges Armaturenbrett
© Fiat

 
An Anschlüssen sind USB, SD-Karte und Aux vorhanden. Ein CD-Laufwerk fehlt dagegen.
 
Hardware II: Lenkradtasten
 
Links vom Hup-Feld unten befinden sich die Tasten für die Telefonie und für das Starten der Spracherkennung. Ebenfalls links darüber befinden sich die Tasten zur Bedienung des kleinen Bildschirms im Cockpit. Rechts vom Hupfeld befinden sich die Tasten für den Tempomaten beziehungsweise das ACC.
 
Auch an der Rückseite des Lenkrads hat Fiat Lenkradtasten verbaut. Links für die Radiosenderwahl sowie für das Wechseln der Audio-Quellen und rechts für die Lautstärkeregelung. Man gewöhnt sich schnell daran, die versteckten Tasten blind zu bedienen. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit klappt das problemlos.

Navigation
Vergrößern Navigation

 
Hardware III: Sprachsteuerung
 
Während der Fahrt auf einem Touchscreen herum zu tippen oder die Menü-Tasten neben dem Bildschirm treffen zu wollen ist alles andere als ein Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit. Die Bedienung von Uconnect über die Lenkradtasten ist da schon vernünftiger. Ebenso souverän und im Einklang mit der Straßenverkehrsordnung kann man Uconnect aber auch mit der Sprachsteuerung bedienen. Dafür drückt man die entsprechende Taste links am Lenkrad.

Der kleine Zusatzbildschirm im Cockpit zeigt hier die Restreichweite des Wagens.
Vergrößern Der kleine Zusatzbildschirm im Cockpit zeigt hier die Restreichweite des Wagens.

 
Die Erkennungsquote war gut. Die Sprachbefehle stehen für alle wichtigen Aufgabenbereiche von Uconnect zur Verfügung. Man kann damit die Navigation starten, den Radiosender wechseln und einen Telefonanruf tätigen. Wobei es für den Bereich Telefonie eine eigene Lenkradtaste direkt neben der Taste zum Einschalten der Sprachsteuerung gibt.
 
Preis und Konkurrenz-Umfeld
 
Das Uconnect 6,5 Zoll Radio Navigationssystem mit Europakarte und DAB+, USB- und SD-Anschluss kostet zwischen 540 und 1090 Euro, abhängig von dem gewählten Ausstattungspaket des Fiat 500X. Es ist zudem nicht für Pop, die günstigste Modellvariante des Fiat 500X, verfügbar, sondern steht erst in den höherpreisigen Ausstattungs-Varianten zur Verfügung.

 
Mit 6,5 Zoll ist der Fiat-Touchscreen kleiner als der Durchschnitt in dieser Preisklasse. So ist beispielsweise im deutlich günstigeren Toyota Aygo ein 7-Zoll-Touchscreen verbaut. Beim Aygo kostet das x-touch-Paket mit x-Nav im Einzelpreis zwar immerhin auch 1050 Euro. Allerdings ist x-touch in einigen Ausstattungspaketen des Aygo bereits enthalten, wodurch die Anschaffung deutlich günstiger wird.

Auch im Dacia Logan MCV ist ein 7-Zoll-Touchscreen eingebaut, für den man rund 280 Euro inklusive Europa-Kartenmaterial bezahlen muss. Ein CD-Player fehlt sowohl im Aygo als auch im Dacia. Beide Konkurrenten stellen aber im Unterschied zum Fiat 500X keinerlei Verkehrslagedaten bereit.

 
Renault R-Link im Clio kostet 590 Euro. Dafür gibt es einen 7-Zoll-Touchscreen, aber keinen CD-Player. Doch bietet Renault nicht nur TMC, sondern gegen ein monatliches Abonnement sogar die guten Verkehrslagedaten von TomTom an.

Im Opel Adam wiederum kostet das Intellilink-System 350 Euro inklusive der Navigations-App samt Echtzeitverkehrsinformationen. Mit 7-Zoll-Touchscreen, aber ohne CD-Player. Im Adam muss allerdings das gekoppelte Smartphone die gesamte Rechenleistung übernehmen.

 
Nur im Nissan Note ist der Touchscreen kleiner als im Fiat 500X, nämlich 5,8 Zoll groß. In dem Preis von 2150 Euro ist neben Navigation, Freisprecheinrichtung und CD-Player auch die Klimaanlage enthalten. Es gibt zwar einige Internetdienste im Note, zu teuer ist das Nissan-System aber in jedem Fall.

Im Mazda 3, der preislich gleichauf mit dem Fiat 500X liegt, bezahlt man 600 Euro für das Infotainmentsysten MZD Connect. Mit 7-Zoll-Bildschirm, UKW- und Webradio, Musik von Smartphone und USB-Stick, Internet-Suche, Navigation, Freisprecheinrichtung und Sprachsteuerung. Toll: Sogar ein Head-Up-Display verbaut Mazda, wenn auch in der preiswerteren Ausklapp-Variante. Und ein CD-Player ist im Mazda ebenfalls vorhanden. Die Navigation im Mazda nutzt standardmäßig TMC-Verkehrsdaten und gegen Aufpreis werden Routen sogar mit exakten Online-Echtzeitverkehrsinformationen von Nokia Here berechnet. Außerdem gibt es Apps für den Wetterbericht, die Tankstellensuche und Lokale Suche. Das Mazda-System lässt sich zusätzlich zur Sprachsteuerung und zum Touchscreen auch bequem über den Multi Commander auf der Mittelkonsole steuern – das ist klasse, Mazda setzt in dieser Preisklasse Maßstäbe beim Infotainmentsystem.

 
Nur geringfügig kleiner als wie im Fiat 500X ist der Touchscreen von Toyota bei Toyota Touch & Go Plus, nämlich 6,1 Zoll. Für Touch & Go Plus verlangt Toyota um die 950 Euro.
 
Somit dürfte klar sein: Besonders preiswert ist das Uconnect 6,5“ Radio Nav im Fiat 500X nicht. Fiat gönnt sich hier ganz offensichtlich einen Lifestyle-Aufschlag, wie es insgesamt bei der Fiat-500er-Familie der Fall ist.
 
Telefonie und Freisprechanlage
 
Die Bluetooth-Koppelung klappte einwandfrei mit einem Nexus 4 und einem alten HTC Desire sowie einem Apple iPhone 5C. Danach konnten wir über die Smartphones Telefonate führen und Musik vom Smartphone abspielen. Die Smartphones stellen jedoch keine Internetverbindung für Uconnect zur Verfügung, Webradio via Smartphone-App steht also nicht zur Verfügung.

Die linken Lenkradtasten. Unten in der Mitte zum Einschalten der Sprachsteuerung, links und rechts für die Freisprecheinrichtung.
Vergrößern Die linken Lenkradtasten. Unten in der Mitte zum Einschalten der Sprachsteuerung, links und rechts für die Freisprecheinrichtung.
© Fiat

 
Telefonate kann man wie bereits erwähnt per Sprachsteuerung oder über die Telefonie-Tasten beginnen – alle dafür nötigen Tasten befinden sich links unten im Lenkrad. Im Test klappten die Telefonate problemlos und die Sprachqualität war okay. Wenn man ein Telefonat führt, wird das Bluetooth-Audio-Streaming angehalten und nach Beendigung des Telefonates automatisch fortgeführt. Das Gleiche gilt für Navigationsanweisungen und Radio – diese werden alle durch einen eingehenden oder ausgehenden Anruf unterbrochen und nach Ende des Telefonates automatisch fortgeführt. Im Test klappte das alles zuverlässig.

Telefonnummerneingabe per Ziffernblock.
Vergrößern Telefonnummerneingabe per Ziffernblock.

 
Sie können Telefonnummern aussprechen oder auf dem Tastenfeld auf dem Touchscreen eintippen. Das Aufsprechen einer Nummer in einem Rutsch klappte fehlerlos. Außerdem können Sie Kontakte aus dem Adressbuch Ihres Smartphones anrufen. Dieses wird dazu auf Uconnect hochgeladen. Dem müssen Sie vorher aber ausdrücklich zustimmen, es erfolgt also kein automatischer Upload Ihres Telefonbuches.
 
SMS kann man sich nur dann vorlesen lassen, wenn das Smartphone diese spezielle Bluetooth-Funktion unterstützt. Das war bei unseren Testgeräten nicht der Fall.
 
Radio
 
In unserem Testwagen stand neben AM und FM/UKW auch DAB+ zur Verfügung. Der DAB-Empfang war gut, die seltenen kurzen Unterbrechungen sind derzeit bei DAB+ noch normal. Das Speichern eines Senders geht schnell (bis zu zwölf Sender pro Radio-Modus lassen sich speichern), auch die Senderwahl funktionierte problemlos.

DAB+-Radio funktionierte gut.
Vergrößern DAB+-Radio funktionierte gut.

 
Über die Radiosender werden auch TMC-Daten empfangen. Sobald eine Verkehrsmeldung eintrifft, wird das laufende Radio oder das Audio-Streaming unterbrochen und die Verkehrsmeldung vorgelesen. Diesen Vorgang kann man abbrechen, muss dafür aber die relativ kleine Schaltfläche mit dem Finger treffen, was im dichten Verkehrsgetümmel nicht immer eine einfache und sichere Sache ist.

Der eingesteckte USB-Stick, von dem wir die Musik abspielten.
Vergrößern Der eingesteckte USB-Stick, von dem wir die Musik abspielten.

 
Media
 
Im Menü Media findet man das Audio-Streaming vom Smartphone, aber auch die Wiedergabe von SD-Karte und USB-Stick. Das Audio-Streaming via Bluetooth funktionierte auf Anhieb auch mit unserem betagten HTC Desire. Den Titelwechsel kann man per Touchscreen, Drehknopf rechts unterhalb des Bildschirms und per Lenkradtaste vollziehen. Ebenso problemlos konnten wir Musik von einem USB-Stick abspielen.

Musik lässt sich problemlos vom USB-Stick abspielen. Unter und neben dem Touchscreen sieht man die mechanischen Tasten und Dreh-/Drückknöpfe.
Vergrößern Musik lässt sich problemlos vom USB-Stick abspielen. Unter und neben dem Touchscreen sieht man die mechanischen Tasten und Dreh-/Drückknöpfe.

 
Ein gerade via Audio-Bluetooth abgespieltes Lied wird angehalten, wenn man zum Radio wechselt oder telefoniert. Beendet man das Telefonat oder wechselt man zurück zum Radio, dann wird das Lied exakt an der abgebrochenen Stelle wieder fortgeführt.

Startbildschirm der Navigation. Hier in italienischer Sprache. So präsentierte sich Uconnect auch bei unserem Testwagen, wir konnten aber problemlos auf "Deutsch" umschalten.
Vergrößern Startbildschirm der Navigation. Hier in italienischer Sprache. So präsentierte sich Uconnect auch bei unserem Testwagen, wir konnten aber problemlos auf "Deutsch" umschalten.
© Fiat

 
Navigation
 
Die Hardware für die Navigation kommt von TomTom. Die Routenberechnung erfolgt relativ schnell. Während des Tests ging eine Route nie verloren beziehungsweise das GPS-Signal brach nie ab.

Die Berechnung einer neuen Route erfolgt relativ schnell.
Vergrößern Die Berechnung einer neuen Route erfolgt relativ schnell.

Die Kartenansicht ist solide und übersichtlich, besonderen Pepp versprüht sie jedoch nicht. Solch tolle und für die schnelle Orientierung hilfreiche Funktionen wie Google-Earth-Ansicht, Panoramio-Bilder, Street View fehlen völlig. Sehenswürdigkeiten wie die Allianz Arena im Norden von München werden immerhin als 3D-Modell angezeigt.

Verschiedene Such-Optionen für die Navigation.
Vergrößern Verschiedene Such-Optionen für die Navigation.

 
Das Zoomen erfolgt via Zoom-Buttons am linken Rand, Pinch-to-Zoom ist dagegen nicht möglich. Man kann die Karte aber mit dem Finger verschieben. In der Praxis ist das aber eine ungenaue Angelegenheit, weil die Karte immer etwas nachläuft beziehungweise verzögert reagiert. Man kann zudem einen Punkt auf der Karte antippen und sich direkt dorthin navigieren lassen. Eine bereits laufende Navigation lässt sich damit ersetzen.

POI-Suche
Vergrößern POI-Suche

 
Der Bildschirm zeigt während einer laufenden Navigation die üblichen Informationen wie Ankunftszeit beziehungsweise Entfernung zum Ziel und den nächsten Abbiegepunkt an. Verkehrsbehinderungen werden als Icons auf der Route dargestellt.
 
Während der Fahrt analysiert das Navigationsgerät die Verkehrslage aufgrund der TMC-Daten und zeigt gegebenenfalls automatisch eine Alternativroute während der Fahrt an.

POI-Suche nach Tankstellen.
Vergrößern POI-Suche nach Tankstellen.

 
Ziemlich umständlich ist es allerdings, sich die Verkehrslage anzeigen zu lassen. Man muss sich erst über mehrere Menüpunkte durchhangeln, bis man sie endlich zu Gesicht bekommt. Und drückt man dann auf den Zurück-Button oder auf den Start-Button der Navigation, so landet man auf dem Hauptbildschirm und nicht etwa auf der Karte, zu der man sich erst wieder vorkämpfen muss. Das ist nicht nur umständlich, sondern auch gefährlich, weil der Fahrer dadurch unnötig lange vom Verkehrsgeschehen ablenkt wird.

Unter "Verkehr" findet man die Verkehrslageinformationen. Aber das entsprechende Menü muss man erst einmal während der Fahrt finden. Und dann sind die TMC-Informationen auch nicht besonders exakt.
Vergrößern Unter "Verkehr" findet man die Verkehrslageinformationen. Aber das entsprechende Menü muss man erst einmal während der Fahrt finden. Und dann sind die TMC-Informationen auch nicht besonders exakt.

 
Auch das direkte Schließen der Ansicht mit den Verkehrslageinformationen bietet keine schnellere oder einfachere Rückkehr zur Karte: Man muss dazu umständlich das Kreuz im rechten oberen Eck treffen – es befindet sich auf dem Bildschirm relativ weit vom Fahrer entfernt. Das kleine Kreuz zu treffen ist während der Fahrt nicht gerade eine Leichtigkeit für den Fahrer. Zudem landet man dann auch nicht direkt auf der Karte, sondern auf dem Navigationshauptmenü.

Kleine Symbole warnen vor Verkehrsbinderungen.
Vergrößern Kleine Symbole warnen vor Verkehrsbinderungen.

 
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Keine exakten Verkehrslageinformationen

Besonders schmerzhaft ist jedoch das Fehlen von Online-Echtzeitverkehrsinformationen wie beispielsweise von Tomtom, Inrix oder Nokia here. Denn für die Navigation stehen nur TMC-Daten zur Verfügung. Und die sind wie gehabt ungenau und treffen zudem oft zu spät ein – wenn man bereits im Stau steht. Kurze und neue Verkehrsbehinderungen werden selbst auf Autobahnen oft nicht angezeigt, wie wir erleben mussten, als wir auf einer Autobahn um einige stehen gebliebene PKWs herumsteuern mussten, die erst wenige Minuteń vorher verunfallt waren. Der dadurch verursachte lange Rückstau wurde auf dem Navigationsgerät nicht angezeigt. Fernab der Autobahnen werden die TMC-Daten noch ungenauer.
 
Allerdings steht Uconnect im Fiat mit dem Problem der ungenauen TMC-Daten nicht allein da. Ganz im Gegenteil setzt die Masse der Automobil-Hersteller bei ihren eingebauten Navigationsgeräten auf die ungenauen TMC-Daten. Nur einige wenige Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen bieten exakte Verkehrslagedaten von TomTom, Inrix oder Nokia here.
 
Apps
 
Der Menü-Titel Apps verspricht mehr als er halten kann. Denn dort findet man nur den Bord-Computer und verwandte Funktionen. Smartphone-Apps, Mirrorlink oder Carplay stehen für Uconnect 6.5" Radio Nav nicht nur Verfügung. Ebenso gibt es keinerlei Internetschnittstellen. Also auch keine Google Lokale Suche, keinen Nachrichten-Ticker und vor allem keine Online-Echtzeitverkehrsinformationen für die Navigation. Letzteres ist ein echtes Manko, weil TMC heutzutage einfach nicht mehr ausreichend ist.

Bisher kann man laut Fiat die so genannten Connect-Dienste nur im Uconnect 5" Radio Navi nutzen. Dafür gibt es dann auch eine Smartphone-App.

Schlichte, aber übersichtliche Kartenansicht.
Vergrößern Schlichte, aber übersichtliche Kartenansicht.

 
Fazit zu Uconnect 6,5“ Radio Navi im Fiat 500X
 
Wer ist erster Linie vom Auto aus telefonieren, Radio hören und Musik vom Smartphone abspielen will und nur ab und zu eine Navigationshilfe benötigt, ist mit Uconnect gut bedient. Zumal die Sprachsteuerung und die Lenkradtasten eine sichere Bedienung ermöglichen. Den etwas kleiner als der Durchschnitt in dieser Klasse ausfallenden Monitor kann man wohl noch akzeptieren.
 
Wer aber regelmäßig auf eine zuverlässige Navigationslösung angewiesen ist, dürfte mit den TMC-basierten Verkehrslagedaten eher unzufrieden sein. Und zwangsläufig auf sein Smartphone als Navigationslösung zurückgreifen. Damit stellt sich dann aber die Frage, wofür man noch das teure Uconnect benötigt. Denn wer per Smartphone-App navigiert, kann stattdessen auch ein preiswerteres Radio kaufen, das im Paket mit der Klimaanlage und den Lenkradtasten 1290 Euro für den Fiat 500X Pop kostet.
 
Den fehlenden CD-Player muss man wohl mit der Zielgruppen-Analyse von Fiat erklären: Vermutlich kaufen überwiegend jüngere Menschen den Fiat 500, die ihr Musik eher vom Smartphone streamen als eine CD einlegen. Allerdings nutzen solche Menschen gerne auch Webradio und das steht im Fiat 500X eben nicht zur Verfügung.
 
Alles in allem ist Uconnect 6,5“ Radio Nav eine solide, aber nicht gerade preiswerte Infotainmentlösung mit Schwächen bei der Navigation.

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