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Ubuntu: Die drei wichtigsten Systemzentralen

31.01.2015 | 08:31 Uhr |

In diesem Beitrag geht es um die wichtigsten Anlaufstellen zur Bedienung und Konfiguration eines Ubuntu-Systems. Alle genannten Komponenten sind generell unter Linux Standard oder leicht nachinstallierbar.

Zum Konfigurieren von angeschlossenen Geräten und Festplatten sowie um das System individuell anzupassen, liefert Ubuntu einige grafische Tools mit. Zusätzlich zu diesen Konfigurationswerkzeugen benötigen Sie zumindest gelegentlich noch einen Task-Manager sowie eine Leistungskontrolle. In besonderen Fällen hilft das Wissen um die virtuellen Konsolen neben der grafischen Oberfläche und um spezielle Kernel-Hotkeys. Hier nicht erwähnt sind das Software-Center und der Dateimanager, die je eigene Beiträge erhalten.

1. „Systemeinstellungen“: Kleine Systemsteuerung

Die wichtigen „Systemeinstellungen“ sind gut erreichbar: Sie lassen sich im Sitzungsmenü des Haupt-Panels ganz rechts oben aufrufen, standardmäßig auch in der Starterleiste über das Symbol mit Zahnrad und Schraubenschlüssel. Der Programmname lautet gnome-control-center, falls Sie den Start einmal im Terminal (Kommandozeile) benötigen. Wer von Windows kommt und diese Zentrale mit der Systemsteuerung gleichsetzt, liegt im Prinzip völlig richtig. Der Umfang der Einstellungsmöglichkeiten fällt allerdings Ubuntu-typisch minimalistisch aus: Wichtige Anlaufstellen sind die Punkte „Monitore“ und „Leistung“ unter Hardware.

Unter „Monitore“ korrigieren Sie, falls erforderlich, die Bildschirmauflösung und richten eine Dual-Monitor-Umgebung ein. Unter „Leistung“ definieren Sie die Zeitintervalle für Stromsparfunktionen. An den Einstellungen unter „Netzwerk“ müssen Sie im Normalfall nur dann etwas ändern, wenn das Gerät statt einer automatisch bezogenen IP-Adresse eine feststehende erhalten soll. Wenn Sie einen Netzwerkdrucker benutzen, sollten Sie unter „Drucker à Netzwerkdrucker“ einen Moment warten, bevor Sie manuell einen Namen oder eine IP eingeben: Ubuntu zeigt Netzwerkdrucker nach einem kurzen Scan automatisch an.

Unter „System“ gibt es die übersichtliche Kontenverwaltung „Benutzer“. Wenn Sie hier etwas ändern möchten, etwa das Benutzerkennwort oder die automatische Anmeldung, müssen Sie sich mit der Schaltfläche „Entsperren“ rechts oben erst als Administrator mit Ihrem Kennwort ausweisen. Das bei der Installation eingerichtete Konto ist übrigens immer vom Typ „Systemverwalter“ mit Administrator-Rechten. Unter „Details“ erhalten Sie eine knappe „Übersicht“ über Hardware und System, ferner die Einstellungen für die Standardprogramme („Vorgabe-Anwendungen“) und Standardaktionen für Medien („Wechselmedien“).

Das kann der Unity-Desktop von Ubuntu

2. „Systemüberwachung“: Der Task-Manager

Das Tool „Systemüberwachung“ finden Sie per Klick auf das Dash-Symbol und Eingabe von „system“ oder auch „monitor“. Der eigentliche Name lautet gnome-system-monitor. Auf der Registerkarte „Ressourcen“ erhalten Sie einen Überblick über CPU-Auslastung, Speicher- und Swap-Auslastung sowie die Netzwerkchronik. Das Register „Dateisysteme“ zeigt sämtliche eingehängte Datenträger mit ihrem Mount-Punkt. Dies ist hilfreich für Windows-Umsteiger, die anstatt Laufwerksbuchstaben Mount-Punkte im Dateisystem vor sich haben. Alle Medien lassen sich über einen Doppelklick im Dateimanager starten. Unter „Prozesse“ erscheint daraufhin die Liste der laufenden Tasks.

Die Info-Spalten können Sie nach Rechtsklick auf einen Spaltenkopf oder über das Menü („Systemüberwachung ➞ Einstellungen ➞ Informationsfelder“) nach eigenen Interessen definieren. Instruktiv ist unter anderem die Option „Befehlszeile“, um Programmnamen und Pfade zu ermitteln. Nach Rechtsklick auf einen Task haben Sie mit „Prozess beenden“ und „Prozess abwürgen“ zwei Varianten, um hängende Programme zu terminieren.

Laufwerke und Partitionen: Mit Gparted und Gnome-Disks stehen zwei Verwaltungs-Tools zur Auswahl. Das abgebildete Gnome-Disks bietet Tests und Komplettkopien.
Vergrößern Laufwerke und Partitionen: Mit Gparted und Gnome-Disks stehen zwei Verwaltungs-Tools zur Auswahl. Das abgebildete Gnome-Disks bietet Tests und Komplettkopien.

3. „Laufwerke“ und Gparted: Festplattenverwaltung

Ubuntu bringt zwei vollwertige Programme zur Festplattenverwaltung mit: Das Erste nennt sich schlicht „Laufwerke“ (Gnome-Disks), das zweite ist das in fast allen Linux-Distributionen enthaltene Gparted. Linux-Einsteiger, die sich nur einen Überblick über die angeschlossenen Medien verschaffen wollen, sind mit „Laufwerke“ zunächst besser beraten. Die Geräteliste erscheint in der linken Spalte, Partitionierungsdetails und Bearbeitungsoptionen finden Sie im Hauptfenster rechts. Das Zahnradsymbol ganz rechts oben bietet Laufwerkstests, das Auslesen der Smart-Werte und eine komplette Laufwerkssicherung. Mit zusätzlichen Schaltern unterhalb der Partitionsanzeige lassen sich Partitionen in das Dateisystem einhängen oder aushängen sowie ebenfalls löschen oder formatieren.

Gparted auf der anderen Seite setzt eine gewisse Vertrautheit mit Gerätebezeichnungen wie /dev/sda1 voraus, ist aber das Partitionierungswerkzeug schlechthin und vielen Nutzern etwa durch das Spezialsystem Parted Magic bekannt. Anders als Gnome-Disks beherrscht Gparted auch das Verkleinern von bestehenden Partitionen. Gparted zeigt beim Start standardmäßig die erste Festplatte /dev/sda, zu anderen Platten wechseln Sie über das Drop-down-Menü rechts oben. Aktionen, die Sie anfordern, werden zunächst in einer Liste gesammelt. Erst nach „Bearbeiten ➞ Alle Operationen ausführen“ beginnt Gparted seine Arbeit.

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