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Das Software-Center von Ubuntu im Überblick

16.06.2014 | 11:31 Uhr |

Keine andere Distribution macht die Installation von Software so einfach wie Ubuntu mit seinem Software-Center. Das erleichtert Umsteigern die Umstellung auf die Linux-Paketverwaltung.

Die Installation von Software bedeutet für Windows-Umsteiger mit die größte Umstellung. Linux-Software kommt immer aus den Paketquellen des Distributionsanbieters. Das ist ein großer Sicherheitsvorteil gegenüber den ausführbaren Setup-Programmen aus beliebiger Quelle, wie unter Windows üblich. Außerdem ermöglicht dieser Weg System-Updates inklusive kompletter Software in einem Rutsch.

Nachteile gibt es aber auch: Der Nutzer ist darauf angewiesen, dass die Distribution ihre Paketquellen aktuell hält. Und viele Linux-Varianten schicken die Anwender für Installationen auf die Kommandozeile. In dieser Hinsicht wird das Ubuntu-Software-Center keinen Umsteiger schrecken, denn es hat den Charme eines modernen App-Stores.

Diese Ubuntu-Linux-Versionen gibt es

(De)-Installationen mit dem Software-Center

Bevor Sie Software im Netz suchen, sollten Sie immer erst das „Ubuntu Software-Center“ in der Starterleiste laden und nachsehen, ob das Programm dort verfügbar ist. Dies ist der Optimalfall, denn dann lässt sich das Programm mit allen Abhängigkeiten installieren und wird automatisch aktualisiert. Linux-Anfänger sollten andere Möglichkeiten, die es durchaus gibt, zunächst komplett meiden.

Das Software-Center zeigt eine große Auswahl an (zumeist) kostenlosen und kommerziellen Programmen. Wer genau weiß, was er will, nutzt das Suchfeld am oberen Rand, um den Namen des Programms einzugeben. Auf der nachfolgenden Bildschirmseite werden die Treffer dargestellt. Zum Stöbern wählen Sie auf der Übersichtsseite links eine Kategorie und landen danach in einer neuen Übersicht mit weiteren Unterkategorien, welche die passenden Programme auflistet. Markieren Sie ein Programm und klicken Sie auf „Weitere Informationen“, um sich genauer zu informieren. Ein Programm installieren Sie dann einfach mit einem Klick auf „Installieren“ und der Eingabe des Administratorkennworts. Installationen erfordern immer Administratorrechte.

Vorhandene Programme verwalten: Das Software-Center ist nicht nur Download-Zentrale für Neuinstallationen. Wenn Sie in der Funktionsleiste oben auf „Installiert“ klicken, erhalten Sie eine nach Kategorien gegliederte Übersicht der vorhandenen Software. Überflüssige oder redundante Programme können Sie markieren und mit der Schaltfläche „Entfernen“ de-installieren.

Augen auf bei De-installationen: Wenn dabei abhängige Pakete mitgerissen werden, sollten Sie abbrechen oder sehr genau wissen, dass dies folgenlos bleibt.
Vergrößern Augen auf bei De-installationen: Wenn dabei abhängige Pakete mitgerissen werden, sollten Sie abbrechen oder sehr genau wissen, dass dies folgenlos bleibt.

Achtung beim De-installieren: Beim Entfernen von Software sollten Sie immer hellwach sein. Eventuell erscheint nach dem Klick auf „Entfernen“ ein Fenster mit dem Hinweis „[…] müssen folgende Pakete ebenfalls entfernt werden“. Bei den danach angezeigten Paketen handelt es sich um abhängige Komponenten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie diese Software noch brauchen, sollten Sie den Vorgang „Abbrechen“. Denn die unaufmerksame De-installation eines kleinen System-Tools kann die komplette Unity-Oberfläche mit sich ziehen, wenn Sie die Paketabhängigkeiten nicht ernst nehmen.

Mit Ubuntu in den Alltag einsteigen

Installation abseits der Paketquellen: Bei einem Produkt wie Google Chrome können Sie eine Ausnahme machen. Sonst bleiben Sie besser bei den vorgesehenen Paketquellen.
Vergrößern Installation abseits der Paketquellen: Bei einem Produkt wie Google Chrome können Sie eine Ausnahme machen. Sonst bleiben Sie besser bei den vorgesehenen Paketquellen.

Paketquellen und Update-Verhalten bearbeiten

Standardmäßig sind die Paketquellen des Ubuntu-Anbieters Canonical für die Installation freigegeben. Über „Bearbeiten ➞ Software-Paketquellen“ fügen Sie im Software-Center weitere Paketquellen hinzu. Es handelt sich dabei um denselben und wichtigen Einstellungsdialog, den Sie auch über „Systemeinstellungen ➞ Software und Aktualisierung“ erreichen. Im Register „Software von Ubuntu“ können Sie gefahrlos sämtliche angebotene Paketquellen aktivieren.

Im Register „Andere Software“ setzen Sie Häkchen vor die „Canonical Partner“, um beispielsweise ein Adobe-Flash-Plug-in beziehen zu können. Nach einem Klick auf „Schließen“ aktualisiert das System die Paketlisten selbstständig. Die Quellen unter „Andere Software“ lassen sich auch manuell erweitern: Manche Software-Hersteller stellen auf ihrer Internetseite oder auf launchpad.net eigene Paketquellen zur Verfügung. Eine Ihnen bekannte wichtige Quelle können Sie unter „Andere Software“ mit „Hinzufügen“ in die bestehende Liste eintragen. Einfacher als die Eingabe der nötigen APT-Zeile ist es allerdings zumeist, die Paketquelle über das Terminal (Strg-Alt-T) einzubinden:

sudo add-apt-repository [Quelle] sudo apt-get update

Im Register „Aktualisierungen“ stellen Sie ein, wie oft Ubuntu nach Updates suchen soll. Zudem entscheiden Sie, ob diese sofort heruntergeladen oder gleich installiert werden sollen. Herstellertreiber – vor allem für Grafikkarten und Chips – können Sie auf der Registerkarte „Zusätzliche Treiber“ nachinstallieren. Beim Klick auf diese Registerkarte beginnt eine Treibersuche und anschließend werden eventuelle Treiber für Ihre Hardware angezeigt.

Software-Verwaltung mit dem Terminal

Linux-Insider bevorzugen bei Software-Installationen das Terminal, das sie schnell mit der Tastenkombination Strg-Alt-T starten. Mit

sudo apt-get install filezilla 

ist die Software sofort installiert: Befindet sich das Paket in den Quellen, erhalten Sie eine Auflistung der Komponenten und eine Info darüber, wie viel Speicherplatz benötigt wird. Wenn Sie den genauen Paketnamen nicht kennen, hilft „apt-cache“ - etwa:

apt-cache search zilla

Mit diesem Befehl

sudo apt-get remove filezilla 

de-installieren Sie ein Programm. Zum Aufräumen nicht mehr benötigter Pakete verwenden Sie

sudo apt-get autoremove und „ sudo apt-get clean “ beseitigt heruntergeladene Installationsdateien.

So können Sie Ubuntu 13.10 optimieren

One-Click-Installationen im Internet

Abseits von den Paketquellen bieten manche Internetseiten, seriös beispielsweise wiki.ubuntuusers.de , Software hinter einer Schaltfläche „Jetzt installieren“. Dahinter steckt meist eine URL wie „apt://Paketname“. Klicken Sie darauf, fragt ein Dialog nach, mit welchem Programm dieser Link geöffnet werden soll– standardmäßig ist es das Ubuntu-Software-Center. Ein Klick öffnet dieses und bietet die Installation an. Das ist Linux-untypisch und klingt nach Windows: Bedenken Sie, dass solche Installationen genau wie unter Windows ein Risiko für Ihr System darstellen.

Diese interessante Funktion des Software-Centers ist unter Ubuntu 13.10 leider fehlerhaft.
Vergrößern Diese interessante Funktion des Software-Centers ist unter Ubuntu 13.10 leider fehlerhaft.

Software-Synchronisierung

Das Ubuntu Software-Center bietet theoretisch mit der Funktion „OneConf“ einen interessanten Service, um Programme auf zwei oder mehr Ubuntu-Rechnern abzugleichen. Die Funktion wird bei laufendem Software-Center über „Datei ➞ Zwischen Rechnern abgleichen…“ gestartet. Als Vermittlungsebene zwischen den Geräten dient die Ubuntu-eigene Cloud „Ubuntu One“, die auf allen Geräten mit demselben Konto aktiv sein muss. Die obige Einschränkung „theoretisch“ gilt hoffentlich nur für die aktuelle Ubuntu-Version 13.10: Hier nämlich ist diese Funktion offenbar fehlerhaft. Ein zweiter oder weiterer Rechner wird nie angezeigt, folglich ist kein Abgleich möglich. Bleibt zu hoffen, dass die demnächst folgende Version 14.04 diesen Bug wieder beseitigt.

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