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So klappen die ersten Schritte mit Ubuntu

09.02.2015 | 19:11 Uhr |

Bei Ubuntu ist nach der Installation das Meiste bereits an Bord. Sie sollten das System lediglich aktualisieren und so nachjustieren, dass Sie eine optimale Bedienung und persönliche Optik erzielen.

Ein Desktop-Linux wie Ubuntu ist weitaus kompletter als ein frisch installiertes Windows. Sie finden – mit ganz wenigen Ausnahmen – für jeden Datei- und Medientyp ein passendes Standardprogramm und können sofort loslegen. Die nachfolgend empfohlenen Anpassungsschritte sind deshalb nur im vorderen Teil technisch notwendig, die weiteren Maßnahmen gehen bereits in Richtung Individualisierung und Tuning.

1. Netzwerkadapter und Netzwerk einrichten

Falls nicht schon bei der Installation geschehen, benötigen Sie zuallererst einen funktionierenden Netzwerkzugriff und Internet. Bei kabelgebundener Verbindung erscheint im Haupt-Panel rechts oben ein Doppelpfeil, der die bestehende Verbindung signalisiert. Nacharbeiten sind optional möglich, aber nicht erforderlich. Bei WLAN-Adaptern melden Sie sich durch Klick auf das fächerartige Sektorsymbol an Ihrem Heimnetz an, indem Sie das Kennwort eingeben.

Bei Ihrem Standardnetz bestätigen Sie ferner die Option „Automatisch mit diesem Netzwerk verbinden“, um die Netzanmeldung so bequem wie möglich zu gestalten. Wenn kein Funknetz angezeigt wird oder keine Verbindung zustande kommt, haben Sie wahrscheinlich ein Treiberproblem beim Funknetzadapter. Dies beseitigen Sie entweder mit einem anderen USB-WLAN-Adapter oder mit einer vorläufigen Kabelverbindung. Damit können Sie dann nach einem proprietären Treiber suchen, wie unter Punkt 4 beschrieben.

Standard nach der Installation: Ein Besuch unter „Systemeinstellungen - Sprachen“ befördert noch fehlende deutsche Sprachpakete in das System.
Vergrößern Standard nach der Installation: Ein Besuch unter „Systemeinstellungen - Sprachen“ befördert noch fehlende deutsche Sprachpakete in das System.

2. Deutsche Sprachunterstützung komplettieren

Um ein vollständig deutschsprachiges System zu erreichen, klicken Sie auf „Systemeinstellungen ➞ Sprachen“. In der Regel erscheint dann sofort ein Dialog, der die Nachinstallation noch fehlender Sprachpakete anbietet. Mit „Installieren“ erledigen Sie dies, markieren daraufhin im Hauptdialog „Deutsch (Deutschland)“ und klicken auf "Systemweit anwenden". Die Änderungen werden allerdings erst nach einem Neustart wirksam.

Dualboot von Windows und Ubuntu

3. Ubuntu-System und Software aktualisieren

Ein neu installiertes Ubuntu ist nicht mehr aktuell, da etwa seit dem Erscheinen der Version 13.10 zahlreiche Updates veröffentlicht wurden. Wenn Sie auf das Dash-Symbol klicken und „update“ eintippen, filtert die Suche den Update-Manager – auf Deutsch „Software-Aktualisierungen“. Damit bringen Sie System und Software auf den neuesten Stand. Bei der ersten Aktualisierung sollten Sie mit einer Update-Menge von etwa 150 MB rechnen. Wenn Sie den Schritt nicht wie beschrieben selbst anstoßen, erinnert Sie das System durch ein pulsierendes Symbol im Starter nach einiger Zeit an diese Pflicht. Ubuntu unterstützt im Unterschied zu vielen anderen Linux-Distributionen auch das Upgrade auf eine neue Ubuntu-Version. Wenn Sie auf die demnächst erscheinende Version 14.04 umsteigen möchten, verwenden Sie im Terminal (Strg-Alt-T) die beiden folgenden Befehle:

sudo apt-get update sudo apt-get dist-upgrade

4. Proprietäre Treiber nachinstallieren

Einige Hardware-Komponenten wie Grafik- oder WLAN-Chips benötigen proprietäre Treiber. Ubuntu liefert diese nicht mit, hält aber viele Treiber zur nachträglichen Installation bereit. Auch eine automatische Suche nach passenden Treibern gibt es: Nutzen Sie dazu die Registerkarte „Systemeinstellungen ➞ Software & Aktualisierungen ➞ Zusätzliche Treiber“. Nun sucht Ubuntu nach Treibern für die identifizierte Hardware und zeigt diese in einer Liste an. Nach der Auswahl des Treibers klicken Sie auf „Änderungen anwenden“ und starten das System neu, da Treiber als Kernel-Module installiert werden.

Native Auflösung erkannt: Die Nachjustierung der Grafikausgabe ist praktisch nur beim Dual-Monitor-Betrieb erforderlich (unter „Systemeinstellungen - Anzeigegeräte“).
Vergrößern Native Auflösung erkannt: Die Nachjustierung der Grafikausgabe ist praktisch nur beim Dual-Monitor-Betrieb erforderlich (unter „Systemeinstellungen - Anzeigegeräte“).

5. Bildschirmauflösung und Dual-Monitor-Setup

Mindestens dann, wenn Sie einen zweiten Bildschirm verwenden, sollten Sie die Option „Systemeinstellungen ➞ Anzeigegeräte“ aufsuchen. Wichtigste Voraussetzung ist zunächst, dass Sie die Option „Bildschirme spiegeln“ deaktivieren und diese Einstellung „Übernehmen“. Die beiden Monitore sind dann symbolisch abgebildet und können durch Anklicken und Ziehen angeordnet werden. Weiterhin bestimmen Sie hier, welcher Monitor als Hauptbildschirm mit der Taskleiste gesetzt ist. Bei Dual-Monitor-Betrieb sind außerdem die Auflösungen oft manuell zu optimieren. Bei nur einem Monitor nutzt Ubuntu automatisch die native Auflösung. Hier ist nur dann eine Korrektur erforderlich, wenn Sie eine niedrigere Auflösung vorziehen.

6. Fehlenden Codec unter Ubuntu nachrüsten

Der DVD-Codec zum Abspielen bewegt sich in Europa allerdings in einer rechtlichen Grauzone, da hier ein Kopier- und Leseschutz umgangen wird. Aus rechtlichen Gründen kann Ubuntu deshalb zunächst keine Film-DVDs starten. Der offizielle und kostenpflichtige Lösungsweg für dieses Problem besteht im Erwerb des „Fluendo DVD Player“ über das Software-Center (24,95 US-Dollar). Die inoffizielle Möglichkeit ist die Installation der fehlenden Codecs über die Paketquellen des VLC-Players. Starten Sie ein Terminal mit der Tastenkombination Strg-Alt-T. Dort installieren Sie zunächst mit dem Befehl

sudo apt-get install libdvdread4 

die Bibliothek zum Lesen von DVDs und führen dann mit dem zweiten Befehl

sudo /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh 

das eigentliche Installations-Script aus. Danach spielen die Standardplayer alle Formate ab.

Diese Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

7. Startmenü: Cairo Dock statt Starterleiste

Fortgeschrittene Nutzer, die die Unity-Starterleiste ungenügend finden, können das flexible Cairo-Dock verwenden. Suchen Sie im Software-Center nach „cairo“ und installieren Sie das Tool. Nun starten Sie das Cairo-Dock über das Dash und erhalten einen Mac-OS-X-ähnlichen Starter. Um Cairo-Dock individuell einzurichten, gehen Sie nach einem Rechtsklick ganz unten auf der Cairo-Leiste auf „Cairo-Dock ➞ Konfigurieren“. Hier legen Sie Position, Erscheinungsbild und Effekte fest. Unnötige Elemente bekommen Sie per Rechtsklick und „Entfernen“ weg. Neue Einträge erhalten Sie am einfachsten, wenn Sie laufende Programme, die in jedem Fall angezeigt werden, nach einem Rechtsklick „In einen Starter umwandeln“.

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