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Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope. Das Einsteigerbuch von Michael Kofler

13.07.2009 | 11:14 Uhr |

Koflers aktualisiert seit Jahren seine bei Addison-Wesley erschienene Einführung in Ubuntu Linux. Das Buch behandelt in der neuesten Version in bewährter Manier Ubuntu Linux 9.04.

Zwei Mal im Jahr erscheint eine neue Version von Ubuntu Linux . Und zwei Mal im Jahr muss deshalb der Linux-Kenner Michael Kofler seine bei Addison-Wesley erschienene Einführung in Ubuntu Linux aktualisieren. So auch für Ubuntu Linux 9.04, das im April erschien: Ubuntu 9.04 Jaunty Jackalope . Das Einsteigerbuch von Michael Kofler, Addison-Wesley 2009, ca. 420 Seiten, 24,95 Euro, 2 CDs mit Ubuntu 32 und 64 Bit.

Am grundsätzlichen Konzept des Buches und an dessen Gliederung hat sich nichts geändert: Kofler vermeidet wo es weitgehend den Leser mit der Kommandozeile von Linux in Berührung zu bringen - von einigen Ausnahmen wie der Paketverwaltung apt einmal abgesehen. Denn Kofler will eine leicht verständliche Einführung für Linux-Einsteiger bieten, die nach kurzer Einarbeitungszeit mit Ubuntu Linux produktiv arbeiten wollen. Deshalb steht die Grundkonfiguration von Ubuntu und die Vorstellungen von dessen wichtigsten Anwendungen, insbesondere Openoffice.org und Gimp sowie von Tools für den Foto- und Multimediaeinsatz, im Mittelpunkt. Klassische Server- und Profidienste, wie sie für den Linux-Einsatz typisch sind, zum Beispiel Samba oder NFS, werden dagegen nur kursorisch behandelt – und das ist gut so. Das Einrichten einer Firewall mit iptables wird ebenfalls nur erwähnt aber nicht erklärt – das ist für eine Einführung aber ebenfalls völlig okay, zumal der Autor stattdessen die Inbetriebnahme eine einfacher zu bedienenden Firewall mit grafischer Oberfläche erklärt.

Wer soll dieses Buch lesen? Jeder, der noch nie mit (Ubuntu) Linux gearbeitet hat und nun ernsthaft in das Opensource-Betriebssystem hineinschnuppern will. Und jeder, der bereits ein anderes Linux-System, vielleicht Opensuse, kennt und den Umstieg auf das populäre Ubuntu plant. Denn wer die umfangreichen Auswahlmöglichkeiten von KDE und das detailfreudige Konfigurationstool YAST gewohnt ist, dürfte sich beim ersten Anblick von Ubuntu mit Gnome als Desktop etwas verloren vorkommen. Hier hilft Koflers Einführung zielgerichtet und prägnant weiter. Linux-Profis oder ambitionierte Linux-Anwender, die mehr aus Linux herauswollen wollen, müssen zu anderen Büchern greifen, u.a. zu Koflers Werk zu Ubuntu Server.

Der Inhalt im Kurzüberblick: Im ersten Teil geht es darum Ubuntu zu installieren und als Livesystem zu erkunden beziehungsweise vielleicht auch unter Windows zu installieren. Außerdem findet man in diesem Teil des Buches die Neuerungen von Ubuntu 9.04 kurz vorgestellt, die ohnehin überschaubar ausfallen und von denen der beschleunigte Bootvorgang noch am spannendsten sein dürfte (das neue Dateisystem ext4 ist ja noch nicht das neue Standarddateisystem von Ubuntu). Die Basiskonfiguration mit dem Internetzugang wird hier ebenfalls behandelt – sofern dieser via Router erfolgt, gestaltet sich das Einrichten des Internetzugangs ohnehin recht unspektakulär.

Positiv: Kofler erklärt auch die nicht ganz so einfache Einrichtung eines Internetzugangs via UMTS . Danach behandelt ein wichtiger und langer Buch-Teil den Gnome-Desktop inklusive Firefox, Mailprogramm, Openoffice.org, Bildverwaltung, Gimp, Audio und Video. Der dritte Teil nennt sich Ubuntu für Fortgeschrittene – hier darf der Leser dann etwas echte Linux-Luft schnuppern. Kursorisch werden die wichtigsten Kommandozeilenbefehle vorgestellt und man macht die Bekanntschaft von root, danach wird die wichtige Paketverwaltung in verschiedenen Varianten behandelt, die die Grundlage für alle Aktualisierungen und Updates darstellt.

Unter „Tipps & Tricks“ fasst Kofler dann diverse Themen zusammen, die nicht miteinander zusammenhängen, die aber das enorme Leistungsspektrum von Linux zumindest andeutungsweise illustrieren. Etwas merkwürdig ist in diesem Abschnitt aber die Vermischung von fortgeschrittenen Themen, die auch durchaus für Einsteiger wichtig sind – zum Beispiel das Thema Firewall oder die Installation von Adobe Player und Flash – und von Profithemen, die ein Linuxeinsteiger wohl nicht sofort benötigt, zum Beispiel Samba, NFS, SSH-Server und Paket-Cache verwalten. Den Abschluss machen Virtualisierungstechniken, Ubuntu auf Netbooks und Kubuntu – letzteres sicherlich für Opensuse-Umsteiger besonders interessant.

Fazit: Koflers seit Jahren bewährte Einführung in Ubuntu Linux ist auch mit der aktualisierten Ausgabe wieder ein empfehlenswertes Buch für Linux-Einsteiger, die sich schnell zurecht und wohl fühlen wollen. Zwar kann der Autor zwangsläufig die umfangreichen Anwendungen wie Openoffice.org oder Gimp nur einführend behandeln, doch reicht das für erste produktive Ergebnisse völlig aus. Wer bereits einen Vorgängerband besitzt oder frühere Ubuntuversion kennt und nutzt, kann sich die Neuauflage zwangsläufig sparen, wird dann aber vielleicht bei Koflers Buch zu Ubuntu Server fündig.

Lese-Tipp: Die Ubuntu-Linux-Varianten gibt es

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