31.10.2012, 11:11

Michael Schmelzle

Der Festplatten-Anschluss der Zukunft?

Universal Storage Modul

Universal Storage Modul: der Speicheranschluss der Zukunft

Die Festplatten-Schnittstelle Universal Storage Module (USM) basiert auf dem SATA-Standard. USM soll als Universalanschluss im Dienste des schnellen und unkomplizierten Datentransfers zwischen Massenspeicher und Computern sowie Geräten der Unterhaltungselektronik stehen.
Die Festplatten-Schnittstelle Universal Storage Module (USM) soll den Datentransfer zwischen externen Festplatten und Geräten aus der Unterhaltungselektronik wie Fernseher, digitale Videorekorder, Spielekonsolen und Set-Top-Boxen sowie Computern wie Desktop-PCs, Notebooks (und über Dockingstationen auch) Tablets und Smartphones stark vereinfachen.
Dabei nutzt USM nativ das Protokoll und die physikalischen Stecker des aktuellen SATA-3-Standards, der Datenraten von bis zu 6 GBit/s bietet. Diese technische Basis erlaubt eine direkte und unkomplizierte Übertragung ohne Daten- und Stromkabel. Auf Seiten der Endgeräte muss für den USM-Datentransfer ein entsprechender Schacht vorhanden sein. Dabei ist die Breite und Höhe dieser Schächte etwa für 2,5-Laufwerke genormt. Als USM-Förderer ist Seagate stark engagiert. Von einem Siegeszug ist die Festplatten-Schnittstelle aber noch weit entfernt: 
Unter den PC-Herstellern bieten nur Asus und Lenovo jeweils ein in Deutschland noch nicht erhältliches Modell mit USM-Schacht an. Dafür lässt sich USM leicht und kostengünstig nachrüsten: Für knapp 20 Euro bietet etwa Antec mit dem Easyswap USM einen 5,25-Zoll-Wechselrahmen an und Thermaltake offeriert mit dem AC0019 USM eine 3,5-Zoll-Lösung.
Und in der Unterhaltungselektonik-Branche sind nur wenige kleine Anbieter auf den USM-Zug aufgesprungen, darunter so namhafte Unternehmen wie Entone, Heran, Hinsense, lenuss, Ionics, Giec, Mele und Pace. Immerhin hat zumindest Pace auf der IFA 2012 einen digitalen Videorekorder mit USM-Schacht gezeigt. Erhältlich ist das Gerät allerdings noch nicht.
Nicht viel besser sieht es auf Seiten der externen Festplatten aus. Außer dem USM-Protegé Seagate, der mit der Backup Plus, GoFlex und Slim gleich drei Baureihen mit der Festplatten-Schnittstelle anbietet, hat derzeit nur noch Verbatim die Store n Go USM im Programm. Alle Modelle sind mit Adaptern ausgestattet, die den USM-Anschluss auf gängige Schnittstellen wie USB 3.0, eSATA, Firewire oder Thunderbolt umsetzen.
Ob der Festplatten-Anschluss der Zukunft also tatsächlich eine Zukunft hat ist angesichts der spärlichen Marktdurchdringung mehr als fraglich. Das ist eigentlich sehr schade, denn das Konzept das hinter USM steckt ist genial einfach. Indem man das SATA-Protokoll nutzt, lassen sich die Daten ohne Geschwindigkeitseinbußen via USM transportieren, da keine Bridge-Chips zwischengeschaltet sind, die beispielsweise das USB- ins SATA-Protokoll übersetzen müssen.
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