US-Studios dürfen Kazaa-Muttergesellschaft verklagen - in den USA

Montag den 13.01.2003 um 15:21 Uhr

von Markus Pilzweger

Eine juristisch hochinteressante und für künftige Rechtsstreitigkeiten wegweisende Entscheidung wurde am Freitag in den USA gefällt. US-Film- und Musik-Studios dürfen die Muttergesellschaft von Kazaa, Sharman Networks, in den USA verklagen. Dies ist insofern interessant, da Sherman Networks in Australien ansässig ist.

Eine juristisch hochinteressante und für künftige Rechtsstreitigkeiten wegweisende Entscheidung wurde am Freitag in den USA gefällt. Wie der Online-Dienst "Cnet" berichtet, dürfen US-Film- und Musik-Studios die Muttergesellschaft von Kazaa, Sharman Networks, in den USA verklagen. Dies ist insofern interessant, da Sharman Networks in Australien ansässig ist. Damit könnte künftig auch der Rechtsweg gegen andere Tauschbörsen, deren Muttergesellschaften sich nicht in den USA befinden, frei sein.

Sharman Networks hatte die Ablehnung des Antrages mit dem Hinweis beantragt, dass das Unternehmen keinen US-Gesetzen unterworfen sei, da es keine Verbindungen zu Kalifornien habe. Der zuständige Richter, Stephen Wilson, sah dies anders und begründete seine Entscheidung mit der Tatsache, dass unter anderem Millionen von kalifornischen Anwendern die Tauschbörsen-Software Kazaa heruntergeladen haben und das Unternehmen somit eine hohe Verbreitung unter den dortigen Bewohnern hat - eine Art "Geschäftsbeziehung" sozusagen. Zudem befinden sich "viele, wenn nicht der Großteil der Musik- und Film-Urheberrechte in Besitz von Unternehmen, die in Kalifornien ansässig sind", zitiert Cnet den Richter.

Die Motion Picture Association of America und die Recording Industry Association of America zeigten sich erwartungsgemäß erfreut über die Entscheidung. "Wir sind zufrieden, dass das Gericht die Bemühungen seitens Sharman Networks, nicht Bestandteil der Klage zu sein, abgewiesen hat. Sharman Networks sollte sich gegenüber den US-Gesetzen verantworten, welche klar zeigen, dass das, was sie unternehmen illegal ist und dass sie nicht davon profitieren sollen", zitiert Cnet ein Statement der Organisationen.

US-Gericht vertagt Entscheidung über Klage gegen Musiktauschbörsen (PC-WELT Online, 03.12.2002)

Montag den 13.01.2003 um 15:21 Uhr

von Markus Pilzweger

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