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US-Sender: Gefälschte Papiere über's Internet problemlos für Terroristen erhältlich

13.02.2003 | 15:59 Uhr |

Einem US-Sender ist es gelungen, per Internet einen von einem echten kaum zu unterscheidenden gefälschten Führerschein zu kaufen. Der Preis: nur 150 Dollar. Den Kontakt zum Fälscher fand eine Produzentin des Senders problemlos im Internet. Laut Angaben des Senders gäbe es viele Internet-Seiten, auf denen die Fälscher ihre Dienste anbieten würden. Für Terroristen oder Kriminelle sei es kein Problem, die entsprechenden Angebote zu finden.

Dem US-Sender NewsChannel 4 ist es gelungen, per Internet einen von einem echten kaum zu unterscheidenden gefälschten Führerschein zu kaufen. Der Preis: nur 150 Dollar.

Den Kontakt zum Fälscher fand eine Produzentin des Senders problemlos im Internet. Laut Angaben des Senders gäbe es viele Internet-Seiten, auf denen die Fälscher ihre Dienste anbieten würden. Für Terroristen oder Kriminelle sei es kein Problem, die entsprechenden Angebote zu finden.

Dabei ging die Produzentin des Senders besonders dreist vor: Sie schickte dem Fälscher für den zu erstellenden Führerschein ein Bild von Khalid Shaikh Mohammed. Beim FBI wird dieser in der "Top 22"-Liste der weltweit meistgesuchtesten Terroristen geführt. Laut der Website vom FBI ist auf seine Ergreifung eine Belohnung von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt.

"Ich mache das nicht für Terroristen, und dieser Mann sieht mir sehr nach einer aus dem mittleren Osten stammenden Person aus. Ich verlange eine detaillierte Erklärung, wofür er eine ID benötigt", mailte der Fälscher der Produzentin nach Erhalt des Bildes. Diese antwortete lediglich: "Ich finde das sehr diskriminierend". Der Fälscher blieb zunächst skeptisch. Er schrieb: "Sehen Sie das von meinem Standpunkt aus. Wenn ein Terrorist eine von mir ausgefertigte ID besitzt, diese zum Reisen benutzt, eine Stadt in Luft sprengt und dann erwischt wird, dann könnte ich Probleme kriegen."

Der Fälscher fertigte trotz seiner Zweifel den gewünschten Führerschein aus - inklusive des Bildes von dem Terroristen, allerdings mit dem Hinweis: "Es ist mir egal, ob er gefälschte Schecks ausstellt, damit verreist oder was anderes damit anstellt. Solange er keine Menschen umbringt." Sollte Letzteres geschehen, würde er den Behörden einen anonymen Hinweis zukommen lassen, wer das gefälschte Dokument gekauft habe.

Laut Sicherheitsfachleuten wäre es mit diesem gefälschten Dokument möglich gewesen, ohne Probleme ein Flugticket zu buchen, ein Fahrzeug zu mieten oder sogar in die USA einzureisen. Sicherheits-Software, die die Gültigkeit eines Führerscheins überprüfen, akzeptierten das gefälschte Exemplar ebenfalls anstandslos.

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