88574

US-Senator packt Keule gegen Spammer aus

16.05.2003 | 15:39 Uhr |

Auf die "finanzielle Todesstrafe" für Spammer warten bereits einige, beispielsweise Earthlink (wir berichteten), bislang bewegen sich die aus Urteilen resultierenden Entschädigungs-Summen allerdings in einem eher bescheidenen Rahmen - für US-Verhältnisse. Jetzt geht der US-Kongress die Problematik auf nationaler Ebene an und will die ganz große Keule auspacken.

Auf die "finanzielle Todesstrafe" für Spammer warten bereits einige, beispielsweise Earthlink ( wir berichteten ), bislang bewegen sich die aus Urteilen resultierenden Entschädigungs-Summen allerdings in einem eher bescheidenen Rahmen - für US-Verhältnisse. Jetzt geht der US-Kongress die Problematik auf nationaler Ebene an und will die ganz große Keule auspacken - Senator Bill Nelson (aus Florida) hat dazu einen Gesetzesvorschlag eingebracht.

Nelsons Vorschlag würde es ermöglichen, Spammern kriminelle Machenschaften vorzuwerfen und auf dieser Grundlage vor Gericht zu ziehen. Konkret soll der so genannte Federal Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act (RICO) angewandt werden. Er diente ursprünglich dazu, das organisierte Verbrechen zu bekämpfen.

Dementsprechend strikt wären auch die rechtlichen Möglichkeiten: Bundesbehörden könnten die von Spamming-Unternehmen angehäuften Vermögenswerte komplett beschlagnahmen. Darüber hinaus könnten Opfer Zivilklagen einreichen und Schadensersatz fordern - ein Sprecher Nelsons bezeichnete dies als das vorrangigste Ziel des Gesetzesvorschlags. Bislang haben Antispam-Bills es nämlich nicht erlaubt, Zivilklagen anzustrengen.

Nelson dazu: "Indem wir RICO anwenden, können wir die bösen Buben da treffen, wo es sie am meisten schmerzt - am Geldbeutel." Und weiter: "Je mehr Feuerkraft wir Opfern und Staatsanwälten geben, desto besser."

Den Einsatz von RICO will der Senator dabei natürlich an gewisse Spielregel gebunden sehen. Etwa:

Gefälschte Antwort-Adressen werden verwendet

oder: Anwender, die bereits gefordert haben, aus der entsprechenden Liste genommen zu werden, bekommen wieder Post

oder: Falsche Routing-Informationen werden genutzt

Spam würde wie folgt definiert: eine Auflage von 10.000 (und mehr) Mails

Nelsons Grundhaltung, so ein Sprecher, sei, dass man als Spammer eine Chance hätte. Wenn der Anwender aus der Mailing-Liste genommen werden will, sollte der Spammer dem nachkommen. Sonst war's das.

EarthLink gewinnt Spammer-Prozess - Finanzielle Todesstrafe droht (PC-WELT Online, 08.05.2003)

0 Kommentare zu diesem Artikel
88574