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US-Regierung droht Peer-to-Peer-Nutzern mit Gefängnis

21.08.2002 | 15:20 Uhr |

Der Streit um illegal getauschte Musik-, Software- oder Filmtitel spitzt sich in den USA zu: Jetzt forderte das US-Justizministerium, Nutzer von Tauschbörsen strafrechtlich zu verfolgen, wenn sie unauthorisierte Kopien verbreiten. Grundlage ist ein Gesetz aus dem Jahr 1997.

Der Streit um illegal getauschte Musik-, Software- oder Filmtiteln spitzt sich in den USA zu: Jetzt forderte das US-Justizministerium, Internet-Nutzer strafrechtlich zu verfolgen, wenn sie unauthorisierte Kopien von Filmen, Musik oder Software online zum Tausch anbieten oder ohne Bezahlung herunterladen.

Wie das Branchenmagazin Cnet berichtet, droht John Malcolm, stellvertretender Generalstaatsanwalt des US-Justizministeriums, den Tausch-Fans mit langen Haftstrafen. Laut Aussagen von Malcolm habe sich das Internet zur "größten Kopiermaschine der Welt" entwickelt. Der Öffentlichkeit müsse klar gemacht werden: "Diebstahl ist Diebstahl ist Diebstahl", so Malcolm.

Unterstützung erfährt dieser Vorstoß von Seiten der RIAA, die die Aussagen Malcolms begrüßte. Rechtsgrundlage für die strafrechtliche Verfolgung ist der so genannte "No Electronic Theft Act", der bereits 1997 beschlossen wurde. Dieses Gesetz untersagt, Kopien von urheberrechtlich geschützten Produkten mit irgendjemandem zu teilen oder weiterzugeben. Übersteigt der Wert der Ware 1000 Dollar, drohen Haftstrafen von bis zu einem Jahr, bei einem Wert von über 2500 Dollar sind es bis zu fünf Jahre.

"Viele Menschen glauben, diese Aktivitäten seien legal", erklärte Malcolm. "Und viele finden auch, dass es legal sein sollte." Das sei aber nicht der Fall und könne aus Gründen der Lebensfähigkeit der US-Contentindustrie nicht legal sein, so Malcolm weiter. "Einige Strafverfolgungen, die das klar stellen, wären sehr hilfreich", stimmte Cary Sherman, Präsident der Musikindustrie-Lobby RIAA, zu. Die Aussicht auf eine Gefängnisstrafe würde die User "zweimal überlegen lassen", bevor sie durch Musik-Download das Urheberrecht verletzen, hofft Sherman.

Gary Shapiro, Präsident der Consumer Electronics Association , steht dem Vorschlag einer Strafverfolgung skeptischer gegenüber. Er hält die Kriminalisierung einer in den USA etwa 70 Millionen Menschen umfassenden Gruppe für problematisch.

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