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Internet-Tipp - Mehr Bandbreite auf Abfrage

26.01.2013 | 08:33 Uhr |

Längst nicht jeder Internetnutzer verfügt über einen Anschluss, der schnelle Up- und Downloads bietet. Trotzdem gibt es die Möglichkeit auf die Überholspur zu wechseln. So geht's.

Turbo-Internetanschlüsse mit Übertragungsraten von 100 MBit/s und mehr gibt es längst nicht überall. Oder sie kosten mehr, als der Nutzer im Durchschnitt zu zahlen bereit ist. Aber ab und zu wäre so ein kleiner Geschwindigkeitsschub eben doch ganz nett. Besonders beim Hochladen von Dateien, denn da tuckern selbst bei 16.000er-Anschlüssen die Daten nur mit maximal 1024 KBit/s über die Leitung. Möglicherweise wohnen Sie auch in einer schlecht erschlossenen Region, in der Sie selbst von dieser Geschwindigkeit nur träumen können.

Flexibler UMTS-Zugang als Überholspur
Abhilfe würde ein zweiter, schnellerer Zugangsweg schaffen, der sich flexibel nutzen lässt, also nur dann Geld kostet, wenn Sie auch tatsächlich online sind. An dieser Stelle kommen Mobilfunknetze ins Spiel. Denn mit dem mobilen Datenübertragungsstandard UMTS beziehungsweise der darauf basierenden Beschleunigungs-Technologie HSPA lassen sich unter Alltagsbedingungen im Durchschnitt zwischen 2 und 7 MBit/s im Download und zwischen 1 und 4 MBit/s im Upload übertragen. Die Netzabdeckung ist inzwischen auf einem hohen Niveau, zumindest bei der Telekom (T-Mobile), bei Vodafone und stellenweise auch bei O2. E-Plus hinkt den anderen hinterher.

Die erforderliche Hardware sowie die entsprechenden Tarife sind ebenfalls sehr günstig geworden. Es gibt sogar Prepaid-Tarife ohne Grundgebühr, bei denen Sie nur das bezahlen, was Sie auch tatsächlich nutzen. Und die eignen sich nicht nur dafür, von unterwegs aus sporadisch online zu gehen, sondern auch dazu, von zu Hause aus gelegentlich Daten schneller zu übertragen, als das über den heimischen Internetanschluss möglich wäre.

So können Sie mehrere UMTS-Sticks bündeln

Anwendungsgebiete für den Zweitzugang
Hier einige Beispiele, wann ein Zweitzugang per UMTS sinnvoll ist und wie viel Zeit Sie damit sparen können.

Ergänzung eines sehr langsamen DSL-Zugangs: Sie wohnen weit entfernt von der nächsten DSL-Vermittlungsstelle und können daher nur einen langsamen Zugang mit 384 KBit/s bis 1 MBit/s im Download und 64 KBit/s bis 384 KBit/s im Upload nutzen. Zum reinen Surfen reicht Ihnen die Geschwindigkeit gerade so einigermaßen aus, aber das Herunterladen und Hochladen von größeren Dateien wird zur nervigen Geduldsprobe. Angenommen, Sie möchten ein Windows-Service-Pack mit einer Dateigröße von 100 MB herunterladen, so würde das mit 384 KBit/s rund 35 Minuten dauern.

Mit UMTS/HSDPA müssten Sie bei einer angenommenen Geschwindigkeit von 4 MBit/s nur rund 3,5 Minuten warten. Noch deutlicher wird der Unterschied beim Upload. Wenn Sie zum Beispiel zehn hoch aufgelöste Fotos mit jeweils 5 MB zu Facebook oder einem Bilderdienst hochladen oder sie an eine Mail anhängen, dauert das bei einer Übertragungsrate von 64 KBit/s rund zwei Stunden. Mit UMTS und einer Geschwindigkeit von 2 MBit/s müssten Sie nur 3,5 Minuten warten.

Tempo-Vergleich 2012: Der schnellste Browser der Welt

Aufstockung eines DSL-Zugangs mittlerer Geschwindigkeit: Sie nutzen einen DSL-Anschluss mit einer Übertragungsrate von 2 bis 6 MBit/s – sei es, weil an Ihrem Anschluss keine höhere Geschwindigkeit verfügbar ist oder weil Sie nicht mehr Geld für einen schnelleren Anschluss ausgeben. Die Upload-Geschwindigkeit beträgt entsprechend zwischen 192 KBit/s und 1024 KBit/s. Zum Surfen reicht Ihnen das Tempo, auch die meisten Downloads flutschen einigermaßen flott durch die Leitung. Nur bei sehr großen Dateien verlieren Sie regelmäßig die Geduld, der Download von 500 MB mit 2 MBit/s etwa dauert über 33 Minuten. Und auch Uploads von Videos zu Youtube zerren an Ihren Nerven. 100 MB mit 192 KBit/s hochladen? Dauert 70 Minuten! Mit UMTS sind die Daten schon nach 17 Minuten (für den Download) beziehungsweise 6 Minuten (für den Upload) übertragen.

Aufstockung eines schnellen DSL-Zugangs: Bei einer DSL-Geschwindigkeit von 16.000 KBit/s ist der Leidensdruck eher gering, die Wartezeiten, selbst bei großen Dateien, halten sich im erträglichen Rahmen. Doch ab und zu macht sich störend bemerkbar, dass sich umfangreiche Uploads ewig hinziehen. Denn die Geschwindigkeit in diese Richtung beträgt ja nur maximal 1024 KBit/s. 1 GB an Multimedia-Dateien zu übertragen dauert so über 130 Minuten. Mit UMTS halbieren Sie die Wartezeit.

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