UMTS 2.0

LTE - Verfügbarkeit, Smartphones und Preise

Freitag, 20.07.2012 | 11:34 von Moritz Jäger
Bildergalerie öffnen LTE ist der Nachfolger von UMTS und ca. 20 Mal schneller.
Der UMTS-Nachfolger nimmt Fahrt auf: Endlich gibt es Tarife und passende Geräte für den Turbo-Datenfunk. Doch lohnt sich die Anschaffung bereits? Wir geben alle Details.
Laut dem Branchenverband Bitkom geht inzwischen jeder dritte Deutsche mit einem Smartphone oder einem Tablet ins Internet. Und die wollen nicht nur surfen, sondern auch mobil Filme schauen, spielen oder Bilder tauschen. Für das nötige Surftempo soll LTE (Long Term Evolution) oder 4G sorgen. Die Einführung von LTE scheint deutlich schneller voranzugehen als dies bei UMTS der Fall war. Inzwischen haben die Betreiber laut Bitkom rund 3000 Basisstationen in Betrieb genommen, die mehr als 150 000 Kunden versorgen. Die neue Technik verspricht nicht nur bis zu 100 MBit/s im Download, sondern erlaubt den Betreibern, auch deutlich mehr Nutzer in der gleichen Funkzelle zu versorgen.

Die zwei LTE-Arten: Internet per Mobilfunk macht vor allem
in der Stadt Sinn (links). Auf dem Land dient LTE dagegen in erster
Linie als DSL-Ersatz, um auch hier einen schnellen
Internetanschluss ins Haus zu bringen.
Vergrößern Die zwei LTE-Arten: Internet per Mobilfunk macht vor allem in der Stadt Sinn (links). Auf dem Land dient LTE dagegen in erster Linie als DSL-Ersatz, um auch hier einen schnellen Internetanschluss ins Haus zu bringen.

Mit LTE mobil ins Web: Das sind die Tarife
Die Tarife für den mobilen Internetzugriff per LTE orientieren sich am Festnetzangebot: Aktuell sieht es so aus, dass LTE automatisch mitgenutzt werden kann, so lange man passend entweder Surfstick, Tablet oder Smartphone besitzt und eine Abdeckung vorhanden ist. Auch hier richten sich die maximal mögliche Surfgeschwindigkeit und das Inklusivvolumen nach dem gebuchten Internettarif. Wer beispielsweise die volle LTE-Geschwindigkeit von 100 MBit/s und 30 GByte Inklusivvolumen haben will, zahlt bei der Telekom beispielsweise knapp 70 Euro – nur für den Datentarif. Für denselben Preis erhält man bei Vodafone lediglich maximal 50 MBit/s und 20 GByte. Ist das Datenvolumen vor dem Monatsende aufgebraucht, drosseln beide Anbieter die Geschwindigkeit auf 64 KBit/s – das entspricht der Geschwindigkeit von ISDN.


Vorsicht: Die Anbieter verbieten bestimmte Programme beim Surfen per LTE. Vodafone schließt die Nutzung von Peer-to-Peer-Tools sowie VoIP aus, die Telekom bietet eine Option für VoIP, die in den teuersten Tarifen bereits enthalten ist. Dafür kann der Datentarif zumindest offiziell in keiner Variante für P2P-Dienste oder Instant Messaging genutzt werden. Zum Redaktionsschluss hatte O2 noch keine Tarife für mobiles LTE vorgestellt, diese dürften sich aber an der Telekom und Vodafone orientieren. Für den mobilen Internetzugriff verkauft Vodafone bereits den K5005 LTE USB-Stick als Modem, der neben LTE auch mit 3G klarkommt. Alternativ gibt es einen reinen LTE-Stick, Samsung GT B3740. Ähnlich sieht es bei der Telekom aus, Kunden können bereits den Speedstick LTE vorbestellen.

LTE nachrüsten: Mit einem USB-Stick wie dem Telekom
Speedstick können Sie den schnellen Mobilfunk etwa auf einem Note-
oder einem Netbook nachrüsten.
Vergrößern LTE nachrüsten: Mit einem USB-Stick wie dem Telekom Speedstick können Sie den schnellen Mobilfunk etwa auf einem Note- oder einem Netbook nachrüsten.
© Telekom

O2 hatte zum Testzeitpunkt noch keine konkreten Angebote online, aber auch hier soll es zum LTE-Start USB-Geräte von ZTE geben.
Die Sticks sind die einfachste Methode, um aktuellen Geräten den neuen Mobilfunkstandard beizubringen. Statt intern Chips auszutauschen, werden sie lediglich in die USB-Ports gesteckt. Das ist nicht nur für Notebook-Nutzer interessant, sondern bietet Firmen einen alternativen Internetzugriff. Viele aktuelle Router bieten einen USB-Port, die meisten können dort auch einen Daten-Stick aufnehmen. Relativ günstig kann man so sein komplettes Netzwerk per LTE online bringen oder eine Notfallversorgung realisieren. Ebenfalls interessant dürfte diese Option für Android-Tablets werden: Android unterstützt ab Version 4.0 den USB-Host-Modus. Damit kann ein Tablet einen angesteckten USB-Stick direkt ansprechen. Mit den passenden Treibern ließe sich so jedes neue Android-Gerät mit LTE nachrüsten, sofern es einen USB-Anschluss besitzt.

Freitag, 20.07.2012 | 11:34 von Moritz Jäger
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