08.02.2009, 09:14

Thomas Rau, Michael Schmelzle, Ines Walke-Chomjakov, Christian Helmiss, Verena Ottmann

Tuning

Mehr CPU-Tempo gratis

Eine höhere CPU-Leistung macht Ihren PC insgesamt schneller, nicht nur bei Einzelanwendungen wie dem Umwandeln von Musik und Videos in andere Formate. Sie können auch flüssiger mit mehreren Programmen gleichzeitig arbeiten.
Prozessor übertakten: Die wichtigsten Stellschrauben
Besonders gut lassen sich die Modelle einer Prozessorbaureihe beschleunigen, die mit einem niedrigen Standardtakt arbeiten: Bis zu 40 Prozent mehr Leistung sind drin, im Schnitt können Sie beim CPU-Übertakten mit einem Plus von 15 bis 20 Prozent rechnen. Die Chancen auf hohe Taktraten steigern Sie, wenn Sie die CPU- und Gehäusekühlung verbessern: Etwa indem Sie den CPU-Standardkühler durch ein Hochleistungsmodell ersetzen oder zusätzliche Gehäuselüfter nachrüsten.
Wo ansetzen? Der Takt eines Prozessors ergibt sich aus dem CPU-Multiplikator multipliziert mit dem Front Side Bus (FSB) beziehungsweise Referenztakt (RT) des Systems. An welcher Stellschraube Sie drehen können, hängt vom Prozessormodell ab. Stammt Ihre CPU aus AMDs „Black Edition“ oder Intels „Extreme“-Familie, lässt sich der Multiplikator über das Bios anheben. Das hat den Vorteil, dass Sie nur den CPU-Takt ändern und nicht auch andere Komponenten wie Speicher und Northbridge übertakten müssen, die direkt vom FSB oder RT abhängig sind.
Der Nachteil dieser Methode: Der Multiplikator lässt sich immer nur um 1 anheben. Je nach FSB respektive RT steigt dabei der Prozessortakt auf einen Schlag um 133, 200, 266, 333 oder 400 MHz – wenig Spielraum, um sich an die Leistungsgrenze der CPU heranzutasten.
Ob Sie den FSB oder RT hochjubeln können, hängt hingegen allein davon ab, ob Ihr PC-Bios über eine entsprechende Einstellmöglichkeit verfügt. Mittlerweile ist das meistens der Fall, nur bei puristischen Bürorechnern und Discounter-PCs von Aldi & Co. fehlt diese Bios-Option häufig.
Die Folgen: Spürbar mehr Tempo bringt das Übertakten vor allem bei Multimedia-Anwendungen wie dem Transcodieren von Musik- und Videodateien sowie modernen 3D-Spielen. Aber auch beim Multitasking geht die Arbeit mit Word, Excel & Co. flotter von der Hand.
Geringes Risiko: Dabei ist das Risiko beim CPU-Tuning überschaubar. Schon seit mehreren Jahren verfügen alle Prozessoren über einen Übertaktungsschutz: Wird Ihre CPU zu heiß, schaltet sie sich einfach ab. Und sollten Sie Ihrer CPU zu viel zumuten – der PC quittiert das mit einem Absturz –, nehmen Sie den Prozessortakt einfach einen Tick zurück. Falls Ihnen Ihr PC in diesem Fall sogar den Weg ins Bios verwehrt, schalten Sie ihn wieder aus. Ziehen Sie das Stromkabel ab, öffnen Sie das Gehäuse, und entfernen Sie die Knopfzelle für etwa eine Minute. Das Bios lädt dann die „sicheren“ Werkseinstellungen.
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