16.06.2008, 13:42

Marco Stipek

Schicker, bequemer, schneller

Troubleshooting

KDE 4 holpert noch an der einen oder anderen Stelle. Insbesondere 3D-Desktop-Effekte machen noch gelegentlich Probleme. Sowohl der Nvidia- als auch der ATI-fglrx-Treiber haben noch Bugs, die den 3D-Genuss stören. Unser Tipp: Holen Sie sich die neuesten Treiber und installieren Sie diese. Das zweite oft gemeldete Problem tritt bei Anwendungen auf, die Superuser-Rechte erfordern. Die Passwortabfrage erscheint, aber wird auch bei korrektem Passwort mit einer Fehlermeldung quittiert. Ein Workaround, das Sie nur anwenden sollten, wenn der Fehler bei Ihnen auftritt, funktioniert wie folgt: Öffnen Sie die Datei ~/.kde4/share/config/kdeglobals mit einem Texteditor, und ergänzen Sie am Ende:
[[CHECKSEL_START]][super-user-command]
super-user-command=sudo[[CHECKSEL_END]]
Unter der Haube
Die KDE-Entwickler haben einen mutigen Schritt in Richtung Zukunft gewagt, alle wichtigen Innereien ausgemistet, überarbeitet oder gleich ganz neu entwickelt. Vorgemacht hat es ihnen Trolltech mit der neuen QT4-Bibliothek, die auch in KDE 4 für das Zeichnen der Fenster verwendet wird. Ein Fortschritt ist der Austausch von DCOP gegen D-Bus. Bisher konnten nur KDE-Programme, die DCOP nutzen, Informationen untereinander austauschen. D-Bus ist der universelle Bus, den viele Desktop-Umgebungen - etwa auch Gnome - als gemeinsamen Kommunikations-weg zwischen Programmen unterstützen. Beispielsweise kann so ein Internet-Telefonie-Programm dem Mediaplayer mitteilen, dass ein Anruf eingeht und dieser die Tonausgabe stummschalten soll.
Ein leidiges Thema, die Hardware-Unterstützung, soll mit dem Solid-Framework endlich ein Ende finden. Solid bildet eine Abstraktionsschicht über der Hardware und soll Programmierern und Anwendern mit einer einheitlichen Schnittstelle zur Hardware das Leben vereinfachen. Ein Beispiel ist die Geräteüberwachung, die Sie in der Taskbar finden; diese arbeitet mit dem neuen Framework. Die vielen Probleme mit unterschiedlichen Soundsystemen und Soundservern, die unterschiedlich angesprochen und eingerichtet wurden, sollen mit der plattformunabhängigen Multimedia-Schnittstelle Phonon ein Ende haben. Zu den ersten Anwendungen, die davon Gebrauch machen, gehört der Player Amarok des KDE-Projekts. Für Leistungssteigerung und bessere Ausnutzung der modernen Multi-Core-Prozessoren soll ThreadWeaver sorgen. Diese Bibliothek verteilt die Rechenlast besser auf die verfügbaren Hardware-Ressourcen und sorgt für größeren Arbeitskomfort. Der KDE-Windowmanager KWin bringt in der Version 4.0 nun selbst Desktop-Effekte wie wabbelnde und animierte Fenster mit. Damit braucht KDE 4 die Desktop-Konkurrenz auch in diesem Bereich nicht mehr zu fürchten.
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