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GeForce- und AMD-Grafiktreiber optimal einrichten

20.08.2016 | 09:44 Uhr |

Mehr Leistung aus Ihrer Grafikkarte kitzeln Sie mit neuesten Treibern und durch Anpassungen der Treibereinstellungen heraus. Vor allem bei den 3D-Optionen gibt es einiges an Optimierungspotenzial.

Geringeres Flimmern bei der Videodarstellung, schnellere 3D-Renderings, Grafikkarte übertakten – den richtigen Treiber für die Grafikkarte vorausgesetzt, bieten sich dem Windows-Nutzer in Sachen Bildschirmausgabe zahlreiche Einstellmöglichkeiten. Grundvoraussetzung zur Anpassung der vielen Zusatzfunktionen von AMD- und Nvidia-Grafikkarten ist die Installation aktueller Treiber-Software der Hersteller. Mit den Treibern kommen nicht nur umfangreiche Einstellmenüs auf den PC, sondern auch allerlei Optimierungen unter der Haube. Deshalb ist es wichtig, zunächst die neuesten Treiber herunterzuladen.

Die Konfigurationsdialoge der Nvidia-Geforce-Treiber und der AMD-Catalyst-Software sind inzwischen so weit ausgereift, dass sich für fast alle Schalter Erläuterungen finden, die auch weniger versierten Anwendern eine eingängige Parameteranpassung erlauben. Bei den 3D-Einstellungen ist allerdings Fingerspitzengefühl gefragt, um das letzte Quäntchen Leistung aus dem Grafikadapter zu holen.

Siehe auch: Probleme bei der Grafikkarten-Erkennung beheben

Den neuesten Grafikkartentreiber laden und Einstellungen anpassen

Beim Download des aktuellsten Treibers geben Sie manuell Typ, Serie und Familie Ihrer Grafikkarte an und wählen danach das gewünschte Betriebssystem und die Sprache aus. Nvidia-und AMD-Treiber stehen in einer 32-und 64-Bit-Version, abgestimmt auf die jeweilige Windows-Variante, zur Verfügung.

Nach der Treiberinstallation und dem Aufruf des Einstellungsmenüs sehen Sie ein in zwei Hälften geteiltes Fenster. Links sind die Optionen aufgeführt, die Sie mit Ihrem Grafikkartenmodell beeinflussen können, auf der rechten Seite stehen die korrespondierenden Parameter. Beachten Sie, dass nicht für jede Grafikkarte sämtliche Einstellmöglichkeiten aufgeführt sind. Dies betrifft vor allem Grafikkarten aus Komplett-PCs und Notebooks sowie funktional abgespeckte Modelle. Neben einer Standardansicht mit reduziertem Funktionsumfang gibt es eine erweiterte Ansicht, die sämtliche Einstellmöglichkeiten umfasst.

Haben Sie in den Menüs Werte verändert, können Sie unten rechts im Fenster mit den Schaltflächen „Übernehmen“ und „Verwerfen“ beziehungsweise „Abbrechen“ steuern, wie mit der Änderung weiterverfahren werden soll.

Einstellungen für den Desktop und den Dual-Monitor-Betrieb

Zunächst geht es an die Bildschirm-und Desktop-Konfiguration, mit der Sie ähnlich wie in den Windows-Bildschirmeinstellungen zwischen verschiedenen Multidisplay-Modi umschalten können. Beispielsweise entscheiden Sie, auf welchem Bildschirm sich ein neues Programm öffnet oder ob es sich über mehrere Anzeigen hinweg maximieren soll. Außerdem regeln Sie die Auflösung und die Bildwiederholungsrate, die bei der nativen Auflösung, also der maximal möglichen Ihres Monitors, empfehlenswert ist. In den Farbeinstellungen passen Sie die Gamma-und Kontrastwerte sowie Farbton und Sättigung an. Sinnvoll ist das vor allem für eine hohe Farbechtheit bei der Bildbearbeitung, aber auch für den persönlichen Geschmack. Die zuschaltbare „Dynamische Kontrastverbesserung“ führt zu einem kontrastreichen und lebendigen Bild.

In den Videoeinstellungen schärfen Sie das Bild mittels Randverbesserung, aktivieren den Schalter für lebendige Farben oder die Hauttonkorrektur. Auch den Videogammawert können Sie festlegen. Mit der Dynamikeinstellung, durch die sich die treiberseitige Videoausgabeoptimierung an die wiedergegebenen Inhalte anpasst, müssen Sie experimentieren – nicht immer fallen die Resultate überzeugend aus.

Jeder angeschlossene Bildschirm lässt sich in Raster unterteilen, an die Sie Anwendungen anknüpfen können. Diese sind an die Zelle gekoppelt und laufen nur innerhalb dieses Rahmens. Diese Einteilung eignet sich besonders für große Monitore. Auch die Bildschirmdrehung für Pivot-Bildschirme können Sie hier bei Bedarf festlegen.

Werden Grafikkarten mit Werkseinstellung betrieben, bleiben sie gewöhnlich hinter ihren Möglichkeiten zurück – der AMD-Treiber enthält deshalb ein eigenes Menü fürs Overclocking.
Vergrößern Werden Grafikkarten mit Werkseinstellung betrieben, bleiben sie gewöhnlich hinter ihren Möglichkeiten zurück – der AMD-Treiber enthält deshalb ein eigenes Menü fürs Overclocking.

Vorgegebene 3D-Einstellungen für mehr Leistung verändern

Im Anschluss an den Check der Grundeinstellungen geht es zu den Leistungs-und Qualitätseinstellungen, mit denen Sie die Performance der Grafikkarte steuern. Die Bezeichnung der Optionen in den Treibern von AMD und Nvidia unterscheiden sich zwar, beide Hersteller stellen aber vergleichbare Optionen zur Auswahl. Generell gilt: Bei Bildfehlern deaktivieren Sie die zuletzt im Treiber zugeschaltete Funktion wieder.

Mit den Einstellungen für das Anti-Aliasing beeinflussen Sie die automatische Kantenglättung in Spielen, damit Schrägen weniger pixelig erscheinen. Auswählen können Sie sowohl den Anti-Aliasing-Modus als auch spezifische Kantenglättungsstufen und Filter. Einige dieser Einstellungen benötigen viel Rechenleistung.

Tipp: Neue Grafikkarte - das gilt es beim Tausch zu beachten

Der Modus „Anwendungseinstellungen verwenden“ lässt die jeweilige Spieleinstellung über die Glättung der Kanten bestimmen. Die „anisotrope“ Filterung sorgt für schärfere Texturen in weiterer Entfernung. Ab „8-fach“ halten sich die optischen Verbesserungen in Relation zum Leistungshunger aber in Grenzen. Mit einer morphologischen Filterung verbessert die Kantenglättung in einem zweiten Durchgang das gesamte Bild. Allerdings werden auch Objekte erfasst, die keine Glättung brauchen, wodurch bisweilen ein unscharfer Eindruck entsteht. Nutzer einer Nvidia-Karte können die FXAA-Glättung zuschalten, die vor allem Bewegungsabläufe weicher macht.

Funktionen zum Übertakten der Grafikkarte hat AMD unter dem Punkt „AMD OverDrive“ bereits in den Treiber integriert, für Nvidia-Karten benötigen Sie ein zusätzliches Tool wie das kostenlose MSI Afterburner . Ein Übertakten der Grafikkarte über die Herstellerspezifikation hinaus lohnt sich vor allem dann, wenn ein Spiel mit aufwendiger 3D-Grafik in der idealen Auflösung zu ruckeln beginnt.

Bevorzugte Konfiguration als Profil zum Schnellaufruf speichern

Über Voreinstellungen (AMD) oder Anwendungsprofile (Nvidia) können Sie bequem verschiedene Vorgaben für den Grafiktreiber speichern, um je nach Anwendung unterschiedliche Einstellungen für Bildqualität und Performance zu verwenden. Haben Sie ein Profil für eine bestimmte Software im Nvidia-Treiber eingerichtet, wird es beim Start dieser Anwendung automatisch aufgerufen. Beim AMD-Treiber funktioniert es umgekehrt: Sie wählen die Wunschvoreinstellung aus, und der Treiber startet automatisch das damit verknüpfte Programm. Die Treiber-Tools zu den Grafikkarten bieten Ihnen die Möglichkeit, bestimmte Funktionen des Treibers wie erzeugte Voreinstellungsprofile, das Verändern der Videosättigung oder der Helligkeit mit einer Tastenkombination aufzurufen. Vorteil dieser Hotkeys ist das schnelle Umschalten zwischen verschiedenen Einstellungen, etwa zum Ändern der Auflösung oder für Spiele.

Automatisches Tuning für 3D-Spiele

Nvidia und AMD veröffentlichen normalerweise einmal im Monat eine aktuelle Version ihrer Treiberpakete für Windows-PCs. Sie enthalten neben neu hinzugekommenen Funktionen und den üblichen Bugfixes oft auch eine Unterstützung für neue Software, insbesondere für Spieletitel. Bringen Sie daher Ihren Grafikkartentreiber regelmäßig auf den aktuellen Stand – gerade auch dann, wenn Sie regelmäßig am PC zocken. Vor allem für Top-Titel wie die Call-of-Duty-und Battlefield-Reihen oder die Final-Fantasy-und Far-Cry-Serien ist oft eine spezifische Treiberunterstützung vorhanden, durch die sich der Treiber im Hinblick auf eine hohes 3D-Tempo und die Bereitstellung bestimmter 3D-Funktionen an die Spiele anpasst.

Über die Modellbezeichnung Ihrer Grafikkarte finden Sie den passenden Treiber für Ihre Windows-Version.
Vergrößern Über die Modellbezeichnung Ihrer Grafikkarte finden Sie den passenden Treiber für Ihre Windows-Version.

Von Treiber zu Treiber steigt damit die Performance für die unterstützten Games oder es werden neue Ausgabefunktionen für diese Titel freigeschaltet. Deshalb lohnen sich häufig Treiber-Updates für Spielefans. Auch hinsichtlich der Videoausgabe ist mit gelegentlichen Verbesserungen zu rechnen, während sich bei den Standardfunktionen meist nur wenig Neues ergibt.

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