Auto & Technik auf PC-WELT

Audio- oder Multimedia-Systeme, Navis, eCall und mehr: Die Elektronik in modernen Autos wird immer ausgefeilter. Wir testen die Multimedia- und Multifunktionssysteme von Audi, BMW, Mercedes, Toyota und vielen Herstellern mehr.

2061750

Toyota Aygo: x-touch mit x-nav im Test

26.03.2015 | 10:17 Uhr |

Toyota verkauft für seinen Stadtflitzer Aygo erstmals ein modernes Infotainmentsystem. Dieses x-touch bietet Freisprechanlage, Bluetooth-Audio-Streaming, Rückfahrkamera, Lenkradtasten und Schnittstellen zu Android- und iOS-Apps. Optional kann man es mit der Navigationslösung x-nav erweitern. Wie gut funktioniert dieses InCar-System im Aygo x-play? Lohnt sich der Kauf? Wir machten den Test und erlebten einige Überraschungen.

Günstig bei Anschaffung und Unterhalt, robust im Betrieb

Der flinke Großstadt-Flitzer Toyota Aygo hat seinen festen Platz auf den Straßen von Deutschlands Städten. Der Kleinstwagen passt in fast jede Parklücke, verbraucht wenig Kraftstoff und gilt als wenig reparaturanfällig. Es ich sicherlich kein Zufall, dass viele Pizza-Lieferanten und Pflegedienste den Aygo und seine beiden Brüder Peugeot 107/108 und Citroen C1 als zuverlässige und günstige Arbeitstiere verwenden – und vielfach vom deutlich weniger günstigen Smart umgestiegen sind.

Ausstattungsvarianten

Allerdings stattete Toyota seinen Kleinstwagen Aygo (der weitgehend baugleich mit Peugeot 108 - in der Vorgängergeneration als 107 bezeichnet - und Citroen C1 ist) bisher vergleichsweise spartanisch aus. Für die Neuauflage des Aygo im Sommer 2014 nahm Toyota nun aber erstmals auch ein modernes Infotainmentsystem mit ins Angebot auf, das sich als Alternative zum bewährten und sehr gut blindbedienbaren CD-Radio gerade für eine jüngere und Smartphone-affine Zielgruppe empfiehlt. Dieses als x-touch bezeichnete Infotainmentsystem kann man noch um das optionale Navigationsgerät x-nav erweitern.

Die Hardware im Überblick
Vergrößern Die Hardware im Überblick
© Toyota

Preise für Infotainment- und Navigationssystem

Unser Testwagen war ein Toyota Aygo 5 Türer 1.0 mit x-play touch und x-nav (x-play bezeichnet die zu Grunde liegende Ausstattungsvariante des Aygo, die noch um das x-touch-Paket ab Werk erweitert wurde). Das Infotainmentsystem x-touch mit 7-Zoll-Touchscreen, Freisprechanlage, Radio, vier Lautsprechern, Bluetooth-3.0-Audio-Streaming, USB-und AUX-Anschluss, Lenkradtasten, Rückfahrkamera und Mirrorlink/Appincar ist bei der Ausstattungsvariante x-play touch bereits im Preis enthalten. Der Listengrundpreis für einen Aygo x-play touch als 3-Türer liegt bei 12.000 Euro, als 5-Türer kostet der Aygo x-play touch mindestens 12.350 Euro. Dazu kommen noch 450 Euro für das Navigationssystem x-nav und weitere 330 Euro für den WLAN-Hotspot im Handschuhfach. Macht also 780 Euro Aufpreis für x-nav samt Hotspot.

Benötigt der Aygo-Fahrer später einmal ein Karten-Update für das Navigationsgerät, dann schlägt dieses mit 75 Euro für die SD-Karte inklusive Kartenmaterial zu Buche.

Das x-touch-Paket allein kostet übrigens 600 Euro. Sie können sich also theoretisch einen Aygo x-play kaufen (Grundpreis 3-Türer: 11.525 Euro, als 5-Türer 11.875 Euro) und diesen für 600 Euro um x-touch, für 450 Euro um x-nav und für 330 Euro um den WLAN-Hotspot erweitern. Das wären dann 1380 Euro für das komplette Infotainment-Navigationspaket. Aus wirtschaftlicher Sicht macht das aber keinen Sinn. Falls Sie also den 7-Zoll-Touchscreen mit Freisprecheinrichtung haben wollen, dann sollten Sie sofort zur Austattungsvariante x-play touch greifen.

Preisliche Einordung – das bietet die Konkurrenz

Die im Aygo verbaute Bildschirmgröße von 7 Zoll ist in diesem Preissegment typisch und dürfte die derzeit am häufigsten verwendete Bildschirmgröße in PKWs sein (ausgenommen das Premiumsegment). So viel verlangt die Konkurrenz für vergleichbare Infotainmentsysteme:

Dacia: Etwas günstiger als das Toyota-System ist zum Beispiel Media-Nav im Dacia Logan MCV. Gerade einmal 180 Euro verlangt Renault für dieses Infotainmentsystem (und eventuell weitere 99 Euro für das Europa-komplett-Kartenmaterial).

Dafür bekommt man Navigation, Radio, Musik-Streaming mit 7-Zoll-Touchscreen und eine Freisprechanlage für das Smartphone – von der fehlenden Rückfahrkamera und dem WLAN-Hotspot abgesehen also den gleichen Funktionsumfang wie bei dem Toyota-System. Ein CD-Player fehlt bei beiden Systemen ebenso wie eine Sprachsteuerung, aber beide Systeme besitzen Lenkradtasten. Ein großes Manko bei beiden Systemen sind die fehlenden Verkehrslageinformationen: Sowohl Dacia als auch Toyota berücksichtigen beim Navigationssystem nicht einmal TMC-Daten bei der Routenermittlung.

Renault: Die Dacia-Mutter Renault verlangt für ihr Infotainmentsystem R-Link 590 Euro. Der Funktionsumfang und die Ausstattung, unter anderem 7-Zoll-Touchscreen und Lenkradtasten, erscheinen bei Renault auf den ersten Blick zwar identisch (so fehlt ein CD-Player). Doch Renault trumpft bei seiner Navigation nicht nur mit TMC-Daten, sondern gegen ein jährliches kostenpflichtiges Abo sogar mit den hochwertigen TomTom-Verkehrsinformationen auf. Und Renault bietet sogar eine Sprachsteuerung. Diese reagierte im Test zwar nicht besonders schnell, hatte aber eine gute Erkennungsquote. Dagegen sehen Toyota x-touch und x-nav ziemlich alt aus.

Gratis-PC-WELT-Newsletter Auto & Technik abonnieren

Opel: Opel wiederum bietet sein Infotainmentsystem Intellilink im Kleinstwagen Adam für 300 Euro zuzüglich 50 Euro für die Navigations-App an. Zwar fehlt auch bei dem Opel-System ein CD-Player, doch gibt es dort mit Siri Eyes Free eine einfache Sprachsteuerung für iPhone. Der Touchscreen ist im Opel ebenfalls 7 Zoll groß.

Echtzeitverkehrsinformationen stellt die Navi-App zur Verfügung. Das sieht nach einem klaren Punktsieg für Opel aus, einschränkend muss aber gesagt werden, dass im Opel Adam das gekoppelte Smartphone die gesamte Rechenleistung stemmen muss (was den Prozessor und den Akku des Smartphones beansprucht) während beim Toyota Aygo das Infotainmentsystem des Autos die Rechenleistung übernimmt und das Smartphone geschont wird.

Nissan: Nissan Connect im Nissan Note stellt Radio, CD-Player, Navigation und eine Freisprecheinrichtung für den Nissan Note zur Verfügung. Man kann zudem auch einige sinnvolle Internet-Dienste im Kleinwagen nutzen. Eine Rückfahrkamera ist im Note ebenso vorhanden wie im Aygo. Der Nissan-Preis: 2150  Euro – darin ist dann zwar auch die Klimaanlage enthalten, trotzdem ist der Preis zu hoch. Zumal der Bildschirm mit 5,8 Zoll kleiner als im Aygo ausfällt. Verkehrslagedaten liegen im Nissan aber immerhin als TMC vor.

Mazda: Ein sehr attraktives Angebot im unteren Preissegment bietet Mazda mit MZD Connect. Für 600 Euro Aufpreis bekommt man ein gelungenes und benutzerfreundliches System mit 7-Zoll-Bildschirm, UKW- und Webradio, Musik von Smartphone und USB-Stick, Internet-Suche, Navigation, Freisprecheinrichtung und sogar Sprachsteuerung. Sogar ein Head-Up-Display verbaut Mazda, wenn auch in der preiswerteren Ausklapp-Variante (die auch VW im Passat verwendet). Ein CD-Player ist im Mazda ebenfalls vorhanden.

Die Navigation nutzt standardmäßig TMC-Verkehrsdaten und gegen Aufpreis werden Routen sogar mit exakten Online-Echtzeitverkehrsinformationen von Nokia Here berechnet. Außerdem gibt es Apps für den Wetterbericht, die Tankstellensuche und Lokale Suche. Das Mazda-System lässt sich zusätzlich zur Sprachsteuerung und zum Touchscreen auch bequem über den Multi Commander auf der Mittelkonsole steuern – das ist klasse und setzt in dieser Preisklasse Maßstäbe.

Alle Auto-Tests der PC-WELT auf einen Blick

Toyota: Toyota selbst bietet mit Toyota Touch & Go Plus ebenfalls ein hochwertigeres Infotainmentsystem unter anderem mit Sprachsteuerung und Verkehrslagedaten an. Allerdings gibt es Toyota Touch & Go Plus erst ab dem Kleinwagen Yaris aufwärts; für den Aygo steht dieses Infotainmentsystem mit Navigation nicht zur Verfügung. Für Touch & Go Plus verlangt Toyota um die 950 Euro.

Soviel zur preislichen Einordnung. Wir sehen also: Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis beziehungsweise herausragende Funktionen bieten x-touch und x-nav nicht. Doch wie steht es um die Qualität?

Diese Funktionen bieten x-touch und x-nav
Vergrößern Diese Funktionen bieten x-touch und x-nav
© Toyota

 
Hardware von x-touch und x-nav

Die Hardware des Infotainmentsystems x-touch im Toyota Aygo x-play besteht aus einem 7-Zoll-Touchscreen (480x800 Pixel Auflösung) in der Mitte des Armaturenbretts. Dazu gibt es  Lenkradtasten: Links für lauter und leiser stellen sowie für die Senderwahl fürs Radio. Rechts für Telefonie, also Anrufe annehmen und ablehnen. Dazu kommt noch der WLAN-Router im Handschuhfach, in dem eine SIM-Karte eingelegt wird, die der Kunde selbst besorgen muss. Ferner gibt es noch einen USB- und einen AUX-Eingang unter den Bedieninstrumenten für die Heizung in der vorderen Mittelkonsole.

Die rechte Lenkradtaste bildet zusammen mit dem Bildschirm und dem Mikrofon und den Lautsprechern die Freisprecheinrichtung für das via Bluetooth gekoppelte Smartphone. Eine Sprachsteuerung steht jedoch nicht zur Verfügung. Das ist gerade bei einem Auto, das besonders häufig von unerfahrenen Fahr-Anfängern gefahren wird, aus Sicherheitsgründen nachteilig. Diese laufen Gefahr bei der Bedienung des Touchscreens zu lange vom Verkehrsgeschehen ablenkt zu werden.

Ein CD-Player fehlt bei x-play touch. Offensichtlich geht Toyota davon aus, dass die anvisierte jüngere Zielgruppe ohnehin Audio-Streaming vom Smartphone bevorzugt.

Der 7-Zoll-Touchscreen

Der 7-Zoll-Touchscreen reagiert zwar zuverlässig auf Fingerdruck und die Karte darauf lässt sich auch verschieben, Pinch-to-Zoom (zum Zoomen der Karte) und andere fortschrittliche Fingergesten stehen aber nicht zur Verfügung.

Die Lenkradtasten
Vergrößern Die Lenkradtasten

Der Startbildschirm zeigt Icons für Setup (Einstellungen), Phone (Freisprecheinrichtung), Audio Source (AM- und FM-Radio, Audio-Bluetooth-Streaming, USB, iPod), Connect (Navigation, Mirrorlink und Appincar) und Car Information (Bordcomputer) an.
Bei direkter Sonneneinstrahlung lässt sich der Bildschirm nicht mehr so gut ablesen und zeigt deutliche Spiegelungen.
 
Funktionsumfang: Ein Überblick

Neben der Navigationsfunktion x-nav ist die Freisprecheinrichtung von x-touch sicherlich das wichtigste Ausstattungsmerkmal des Infotainmentsystems im Aygo. Besonders das jüngere Publikum dürfte zudem das Audio-Streaming vom Smartphone via Bluetooth und Mirrorlink für die Spiegelung des Bildschirms von Android-Smartphone sowie Appincar mit Unterstützung für das iPhone spannend finden (Apple Carplay steht nicht zur Verfügung).

Der Bordcomputer mit den Verbrauchswerten dürfte dagegen gerade bei dem generell recht sparsamen Aygo niemanden sonderlich interessieren. Die ebenfalls vorhandene Rückfahrkamera ist für diese Fahrzeugklasse zwar bemerkenswert, aber angesichts der überschaubaren Größe des Aygo und des guten Sichtfeldes nach hinten eigentlich überflüssig. Zumal ihr hilfreiche Funktionen wie eingeblendete Fahrspuren fehlen.

Schauen wir uns nun die einzelnen Funktionen genauer an.
 
x-nav: Navigation ohne Verkehrslagedaten

Bei jedem Start des Navigationsgerätes muss man einen Sicherheits-Hinweis wegklicken. Das hält nicht nur unnötig auf, sondern ist während der Fahrt wegen der zusätzlichen Ablenkung sogar gefährlich.

Nerviger Warn-Hinweis
Vergrößern Nerviger Warn-Hinweis

Die Karte ist einfach gehalten ohne Gimmicks wie beispielsweise Google Earth-Ansicht, 3D-Gebäuden oder Fotos von Panoramio. Die Kartenansicht erfüllt aber ihren Zweck und lässt sich gut ablesen.

Die Karte nimmt den größten Teil des Bildschirms ein. Sie reagiert wie gesagt nicht auf Pinch-to-Zoom. Man kann aber den Finger auf die Karte setzen und diese dann verschieben. Wenn Sie kurz auf die Karte tippen, aktivieren Sie die Steuerelemente auf der Karte. Wenn Sie noch einmal auf die Karte tippen, dann platzieren Sie den Cursor auf der Karte und bekommen Informationen zum angetippten Punkt in der Leiste unten.
 
Steuerelemente und Informationen auf der Karte ohne gestartete Route

Links am Rand wird eine Schaltfläche namens Navigationsmenü eingeblendet, über die man Funktionen wie „Nach Hause“, Benutzereinstellungen, Karte, Fahren nach, Karteneinstellungen und Streckenübersicht erreicht. Direkt darunter kommt eine Schaltfläche mit Kompassnadel und Maßstabsymbol. Drückt man darauf, dann ändert sich die Kartendarstellung sowie die Orientierung der Karte.

Das lange Feld daneben, die so genannte „untere Leiste“ unter der Karte nennt die aktuelle Adresse. Daneben blendet das Navi ein vorhandenes Tempolimit ein – das allerdings nicht per Kamera erkannt wird, sondern via GPS-Position aus einer Datenbank ermittelt wird. Variable Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie auf der A9 im Norden von München üblich, oder nur zeitweise Tempolimits, beispielsweise bei Baustellen, zeigt n-nav also nicht an.

POI-Suche
Vergrößern POI-Suche

Tippt man auf diese Leiste, dann öffnet sich eine weitere Infoleiste zur betreffenden Position. Hier sieht man die exakte Adresse (sofern vorhanden), Höhe über NN, Längen- und Breitengrade, die gefahrene Geschwindigkeit und die GPS-Signalstärke. Von hier aus kann man nach POIs in der Umgebung suchen oder den aktuellen Standort zu den Favoriten hinzufügen beziehungsweise als Zuhause speichern. Die POI-Suche klappte im Test problemlos, liefert aber keine Fotovorschau und keine Detailinformationen zum Zielobjekt. Bei der Tankstellensuche werden keine Kraftstoff-Preise angezeigt. Die Tiefgaragensuche zeigte im Test auch einmal eine Tiefgarage, die derzeit geschlossen ist.

Am rechten Bildrand befindet sich der Ein- und Auszoombutton. Und das Suchfeld für die Direkteingabe (Lupensymbol) von Zielen. Darunter am rechten Bildschirmrand zeigt ein Icon die Qualität des GPS-Signals an. Durch einen Druck darauf kann man die GPS-Seite öffnen.

Darunter befindet sich am unteren Rand des Bildschirms eine weitere Buttonleiste für (von links nach rechts) Musik, Telefonie, Apps und die Lautstärke-Regelung für Navigationsansagen. Hier gibt es aber Anlass zur Kritik: Klickt man nämlich aus einer laufenden Navigation mal schnell zur Telefonie und will dann sofort wieder zurück und drückt auf den Zurück-Button, so landet man auf dem Hauptmenü des Bildschirms, wo man die Navigation erst wieder auswählen und sich bis zum ursprünglichen Ausgangspunkt durchtippen muss. Das kostet nicht nur unnötig Zeit, sondern lenkt der Fahrer auch unnötig lange vom Verkehrsgeschehen ab.

Diese Routen stehen zur Wahl
Vergrößern Diese Routen stehen zur Wahl

Die Menü-Punkte der Navigation:

Nach Hause
Dieser Punkt macht genau das, was der Name sagt: Hier speichert man seine Heimatadresse und wird per Fingerdruck dorthin gelotst.
 
Benutzereinstellungen
Hier wählen Sie unter anderem die Sprache und die Maßeinheiten aus. In diesem Menü-Punkt stellen Sie das Navi auch auf die Werkseinstellungen zurück. Und hier löschen Sie alle letzten Ziele – unter Datenschutzgesichtspunkten wichtig, wenn Sie den Wagen einmal jemand anderem leihen.
 
Karte
Führt zurück zum Kartenbildschirm.
 
Fahren nach
Hier geben Sie Ziele über eine virtuelle Tastatur ein. Sie können Stadtnamen, Adressen oder Postleitzahlen eingeben, nach POIs recherchieren, hier direkt ihre gespeicherten Favoriten ansteuern oder einen Punkt auf der Karten antippen und sich dorthin navigieren lassen. Außerdem gibt es eine Schaltfläche für „Zurück fahren“ und eine weitere für „Letzte Ziele“. Ein letzter Menüpunkt schließlich ermöglicht die Eingabe von Koordinaten.
 
Eine erstmals eingetippte Adresse können Sie direkt als Favorit oder als Nach-Hause-Adresse abspeichern. Und sich vorab auch auf der Karte anzeigen lassen.

Gut: Wenn x-Nav die Routenberechnung abgeschlossen hat, dann zeigt es alle möglichen Routen auf der Karte übersichtlich an. Der Fahrer hat also sofort den perfekten Überblick und kann dann per Fingerdruck die ihm genehme Route auswählen. Zu jeder möglichen Route werden die voraussichtliche Fahrzeit, die Ankunftszeit und die Entfernung angezeigt.

Schlecht: x-nav berücksichtigt für alle Zeitangaben keinerlei Verkehrslagedaten, was ein echtes Manko darstellt.
 
Karteneinstellungen
Hier legen Sie die Kriterien fest, nach denen x-nav Routen ermitteln soll. Und Sie entscheiden sich hier für eine Kartenansicht.
 
Streckenübersicht
Auf einen Blick sehen Sie Ihre Route mit allen Abbiege-Punkten.
 
Steuerelemente und Informationen auf der Karte nach gestarteter Route

Sobald eine Route ermittelt ist, zeigt ein Abbiegesymbol links oben die nächste Abbiegung/Abfahrt samt der Entfernung bis zum nächsten Abbiegepunkt. Klickt man darauf bekommt man die vollständige Abzweigungsliste angezeigt. Rechts davon am oberen Bildschirmrand ist ein Icon, mit dem man die gewählte Route sofort löschen kann.

Streckenübersicht
Vergrößern Streckenübersicht

Darunter am linken Bildschirmrand findet man die Schaltfläche Streckenübersicht. Darunter wiederum das bereits erwähnte Navigationsmenü.

Rechts oben im Eck sieht man die Restfahrzeit beziehungsweise die geschätzte Ankunftszeit – zwischen beiden kann man per Fingertipp umschalten. In dieser Disziplin zeigte x-nav jedoch wie gesagt erhebliche Schwächen: Die prognostizierten Ankunftszeiten sind oft völlig abwegig. Dazu später mehr.

Ziele für die Navigation eingeben
Vergrößern Ziele für die Navigation eingeben

 
Darunter am rechten Bildschirmrand kommt die Schaltfläche zum Ein- und Auszoomen. Darunter wiederum das GPS-Signalfeld.
 
Der Aufbau der Leiste unter der Karte während einer Route ist identisch mit der ohne Route: Also ganz links Maßstab/Kartendarstellung, daneben in dem großen Feld unter der Karte Informationen zum Standort mit Tempolimit. Hier werden auch Hinweise zu fest installierten Blitzern angezeigt. Und daneben unter der Karte rechts am Rand sieht man die zurückgelegte Strecke oder die Entfernung zum Ziel – auch hier schaltet man per Fingertipp um.

Navigation bei Nacht
Vergrößern Navigation bei Nacht

Gut: Bei Autobahnkreuzen und -Abfahrten blendet x-nav automatisch den Fahrspurassistenten unten in der Kartenmitte ein.

Die Neuberechnung einer Route klappt ausreichend schnell. Die Lautstärke der Navigationsansagen kann man separat rechts unten auf dem Bildschirm anpassen.

Am unteren Bildschirmrand gibt es noch die Icons für Musik, Telefonie, Apps und Lautstärke.

Navigation
Vergrößern Navigation

Bewertung der Navigation

Solide Routenberechnung: Die Routenführung war okay, die Routenberechnung erfolgte ausreichend schnell, wenn das System auch ab und zu das GPS-Signal verloren hat und es danach etwas dauerte, bis die GPS-Verbindung wieder bestand.

Fehlende Sprachsteuerung: Bei der Navigation zeigen sich aber auch deutliche Schwächen. So steht keine Sprachsteuerung zur Verfügung, man kann das Navigationsgerät nur per Touchscreen bedienen. In der Praxis bedeutet das: Anhalten, um eine neue Route einzugeben.

Im Blindflug unterwegs - keine Verkehrslagedaten : Für x-nav stehen keinerlei(!) Verkehrslagedaten zur Verfügung. Nicht einmal TMC, das in fast allen Navigationsgeräten mittlerweile üblich ist. Das ist absolut nicht mehr zeitgemäß.

Navigation
Vergrößern Navigation

Schnelle und kostenlose Abhilfe würde hier zwar die Navigation über Google Maps mit Hilfe von Mirrorlink schaffen – die aber hat auf unseren Android-Smartphones nicht funktioniert (mehr dazu auf der nächsten Seite). Würde Mirrorlink so funktionieren, wie es sollte und könnte man damit dann also Google Maps Navigation nutzen (wie im VW Polo mit Discover Media) , dann könnte man sich den Aufpreis für das fest eingebaute Navigationsgerät x-nav sparen und hätte trotzdem die exaktere Navigation.

Discover Media im VW Polo im Test

So aber fährt man mit dem Aygo trotz Navigationsgerät ins Blaue. Die von x-nav berechneten Ankunftszeiten haben so gut wie nie gestimmt, teilweise berechnete x-nav die Ankunftszeit 45 Minuten zu spät. Während der Fahrt reduzierte x-nav die voraussichtliche Ankunftszeit immer mehr und erst kurz vor Ankunft stimmte die prognostizierte Zeit dann. X-nav berücksichtigt bei der Routenplanung also weder gemeldeten Staus infolge von Unfällen noch Verzögerungen wegen Baustellen. Und lotst ganz im Gegenteil den Fahrer direkt in den Stau. Für die Planung einer wichtigen, zeitkritischen Fahrt ist x-nav damit unbrauchbar.
Das ist umso ärgerlicher, weil das Radio natürlich TMC-Daten empfängt. Und diese auch akustisch ausgibt. Nur werden diese Informationen eben nicht bei der Routenplanung berücksichtigt und auch nirgends auf der Karte angezeigt.

Vor fest installierten Radarkameras soll das x-nav ebenfalls warnen. Während unseres über 2000 Kilometer laufenden Tests wurde uns keine solche Warnung angezeigt.

Lenkradtasten und Cockpit des Aygo
Vergrößern Lenkradtasten und Cockpit des Aygo
© Toyota

Radio und Audio-Streaming

X-touch unterstützt AM- und FM-Radio, nicht jedoch DAB+. Man kann Sender manuell suchen oder aber einen kompletten Suchlauf veranlassen. Mit den Lenkradtasten links kann man blind zwischen den Sendern wechseln und die Lautstärke regeln. Das klappte alles reibungslos. Insgesamt empfanden wir die Radio-Funktion als völlig in Ordnung, zumal auf dem Bildschirm auch noch Zusatzinformationen zum gewählten Sender angezeigt wurden.

Lieder vom Smartphone können via Bluetooth gestreamt werden. Allerdings klappt das nicht mit allen Modellen: Mit dem Nexus 4 war es kein Problem, mit dem Veteranen HTC Desire stand dagegen nur die Freisprecheinrichtung zur Verfügung, nicht jedoch das Audio-Streaming. Das ist ungewöhnlich, bei den meisten unserer Testwagen konnten wir auch noch vom Desire Lieder abspielen. Andererseits ist das Desire natürlich völlig veraltet und dürfte kaum noch von jemandem verwendet werden.

Ein CD-Player fehlt. Das ist gerade für Familien, die den Aygo als Zweitwagen nutzen, ärgerlich. Weil man dann die vielen Kinder-CDs und Hörbücher-CDs nicht eben mal schnell abspielen kann. Toyota geht offensichtlich davon aus, dass typischerweise jüngeres Publikum den Aygo fahren wird. Die alle keine CDs mehr besitzen, wohl aber Smartphones. Grundsätzlich liegt diese Annahme natürlich nahe und Toyota könnte damit strategisch richtig liegen. Nur: Solch ein Publikum legt eben auch Wert auf Mirrorlink, wenn es sich um Android-Nutzer handelt. Oder auf eine möglichst gute iPhone-Integration, wenn der Agyo-Fahrer/Fahrerin zum Apple-Lager gehört. Womit wir beim nächsten Punkt wären. Der - zumindest derzeit - höchst unerfreulich ist. Mehr dazu lesen Sie auf der nächsten Seite.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2061750