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Total Commander für Android im Überblick

04.02.2015 | 13:09 Uhr |

Für den Zugriff auf lokale Netzressourcen, FTP-Server und Cloud-Speicher gibt es eine Android-App, die alles kann: den Total Commander. Seine Funktionalität und Schnelligkeit entschädigt mühelos für die konservative Bedienung.

Der Total Commander (TC) ist unter Windows eine Marke, und die kostenlose Android-Version bestätigt den Kultstatus der Windows-Variante. Auch alle Netzwerkfunktionen, die allerdings nicht standardmäßig an Bord sind, sondern erst durch zusätzliche Plug-ins verfügbar werden, arbeiten bewährt schnell, zuverlässig und stabil. Ein Total Commander mit Plug-ins macht auf Android-Tablets und -Smartphones mindestens eine Handvoll spezialisierter Datei- und Netzwerk-Apps überflüssig.

Der Total Commander für Windows - hier geht's zum Download

Die benötigten TC-Plug-ins installieren

Die Mehrzahl der Netzwerk-Plug-ins finden Sie am schnellsten im Google Play Store – etwa über die Suche „total commander plugin“. Eine Alternative ist die Homepage des Total Commander unter www.ghisler.com/androidplugins , weil Sie hier auch das „Google Drive Plugin“ finden, das Google wegen angeblicher Verletzung des Markenrechts aus seinem Online-Store genommen hat. Die Plug-ins im Einzelnen:

Für den Datenaustausch im Heimnetz unentbehrlich ist das „ LAN (Windows network) Plugin 2.06“ , das nicht nur Windows-Freigaben, sondern auch Samba-Freigaben von NAS-Geräten oder Linux-PCs unterstützt.

Ebenfalls als unentbehrliche Pflicht-Plug-ins dürfen das „FTP Plugin 2.04“ sowie „SFTP (Secure FTP over SSH) Plugin 1.02“ für den Zugriff auf FTP-Server gelten.

Das „WebDAV (Network Folders) Plugin 2.06“ bindet diverse Online- Ressourcen im Total Commander ein und darf ebenfalls den Anspruch einer Pflichterweiterung erheben. Viele Cloud-Dienste unterstützen nämlich unter anderem auch das Mounten des Online-Speichers mit Webdav, so etwa Strato Hidrive, Web.de und die Mediencenter von GMX und der Telekom. Die jeweils einzelnen Apps für solche Cloud-Speicher benötigen Sie dann nicht mehr.

Prominente Cloud-Dienste, die eine Webdav-Anbindung nicht oder jedenfalls nicht direkt anbieten, sind Google Drive, Dropbox und Microsoft Onedrive/Skydrive. Für diese gibt es aber allesamt eigene Plug-ins für den Total Commander:

Das „Google Drive Plugin 1.03“ ist, wie bereits angemerkt, nicht im Google Play Store, sondern nur auf der Entwicklerseite des Total Commander unter www.ghisler.com/androidplugins zu finden. Das Plug-in für Microsoft Onedrive hat mit dem Namen „Windows Live SkyDrive Plugin 1.02“ die jüngere Namensänderung der Microsoft-Cloud noch nicht nachvollzogen, mountet die Onedrive-Daten aber trotzdem tadellos.

Das Plug-in für die beliebte Dropbox-Cloud findet sich im Google Play Store unter dem Namen „TotalBox for Total Commander“ .
Die drei erstgenannten Erweiterungen sollten Sie in jedem Fall installieren, die speziellen Cloud-Plug-ins je nach Nutzung.

Datenaustausch von Android auf den PC - so geht's

Zugriff einrichten im TC

Die Plug-ins erscheinen nach der sehr schnellen Installation sofort arbeitsbereit im Hauptverzeichnis des Total Commander. Egal welches Plug-in Sie verwenden, funktioniert das Einrichten einer Ressource überall weitgehend analog. Mit „Neuer Server“ oder – in einigen Fällen – „Neuer Verbindung“ richten Sie den Zugriff ein: Zunächst vergeben Sie einen Namen, wie er dann unter dem jeweiligen Plug-in erscheinen soll. Nach „OK“ geht es dann zu den wesentlichen Verbindungsdaten und zunächst zum Server-Namen. Beim LAN-Plug-in für das lokale Netz sollten Sie die IP-Adresse gegenüber dem Server-Namen bevorzugen, sofern der Daten-Server eine feste IP verwendet. In vielen Fällen (lokales SMB/Samba, FTP, Webdav) kann an die Server- Adresse nach Slash gleich ein bevorzugtes Verzeichnis angegeben werden. Bei FTP-Servern orientieren Sie sich am Server-Namen, wie er unter Linux oder Windows bei einem FTP-Client wie etwa Filezilla erfolgreich funktioniert. Beim Webdav-Plug-in können Sie den korrekten Server-Namen über die Online-Dokumentation des jeweiligen Dienstes über Google recherchieren.

Zugriff einrichten: Die Plug-ins haben eine einheitliche Oberfläche – hier das LAN-Plug-in für das lokale Netz und das Webdav-Plug-in mit einer Cloud-Anbindung.
Vergrößern Zugriff einrichten: Die Plug-ins haben eine einheitliche Oberfläche – hier das LAN-Plug-in für das lokale Netz und das Webdav-Plug-in mit einer Cloud-Anbindung.

Nach der Server-Adresse geben Sie darunter die Authentifizierungsdaten mit Benutzer und Passwort ein. Diese Daten übergibt der Total Commander künftig automatisch an den Server und zeigt daher nach Tippen auf den betreffenden Eintrag alle Dateien ohne weitere Nachfrage. Auf nur zu Hause genutzten Tablets ist das sicher vertretbar, auf Smartphones und unterwegs genutzten Tablets empfiehlt sich hingegen die Option „Mit Hauptpasswort schützen“. Das bedeutet, dass der Total Commander sein Hauptpasswort abfragt, bevor er die Zugangsdaten an den Server schickt. Falls Sie eine Verbindung mit der Option „Mit Hauptpasswort schützen“ absichern und bislang kein solches Hauptpasswort eingerichtet haben, werden Sie automatisch aufgefordert, das Hauptpasswort einzugeben.

Bei korrekten Zugangsdaten erreichen Sie künftig die Netzressourcen jederzeit über den Weg „Hauptverzeichnis -> Plugin-Bezeichnung -> Server-Bezeichnung“. Mögliche Zugriffsprobleme treten am ehesten bei Windows-Freigaben auf und liegen dann auf Seiten des Servers: Kommt schon beim allgemeinen Zugriff eine Fehlermeldung, sind wahrscheinlich unter Windows „Netzwerkkennung“ oder „Datei- und Druckerfreigabe“ nicht aktiviert („Systemsteuerung -> Netzwerk- und Freigabecenter -> „Erweiterte Freigabeeinstellungen ändern“). Kommt eine Fehlermeldung erst dann, wenn der Total Commander eine Datei lesen, kopieren, löschen soll, dann handelt es sich um ein Rechteproblem: Stellen Sie dann auf dem Rechner sicher, dass das Konto, mit dem Sie vom Android-Gerät zugreifen, in dem betreffenden Ordner die nötigen Rechte besitzt.

Plug-ins im Google Play Store: Hier finden Sie schnell die Mehrzahl der Erweiterungen. Ergänzende Hinweise lesen Sie im Haupttext.
Vergrößern Plug-ins im Google Play Store: Hier finden Sie schnell die Mehrzahl der Erweiterungen. Ergänzende Hinweise lesen Sie im Haupttext.

Unter Windows ändern Sie die Rechte über „Eigenschaften -> Freigabe“ (Netzwerkrechte) sowie „Eigenschaften -> Sicherheit“. Letzteres regelt die lokalen Dateizugriffsrechte am lokalen PC, die für den Netzwerkzugriff zusätzlich erforderlich sind.

Bedienkomfort verbessern

Die wichtigsten Aktionen wie Markieren, Kopieren oder Löschen erledigen Sie mit den standardmäßig vorgegebenen Schaltflächen der Button-Leiste unten. Es lohnt sich aber, diese Leiste weiter auszubauen: Mit der Schaltfläche ganz rechts („Schaltfläche hinzufügen/bearbeiten“) richten Sie mühelos weitere Schaltflächen ein, etwa vom „Funktionstyp: Programm starten“. Hier führt Sie der Doppelpfeil rechts zur Auswahl der installierten Apps. Mit zusätzlichen Buttons für Browser oder Mail können Sie den Total Commander als komplette Netzwerk- und Internetzentrale einrichten. Häufig benötigte Netzressourcen sollten Sie außerdem als „Lesezeichen“ ablegen. Dazu öffnen Sie den gewünschten Netzwerkordner und tippen dann rechts oben auf die Schaltfläche „Lesezeichen“ und in der nachfolgend geöffneten Lesezeichensammlung auf „Lesezeichen hinzufügen“.

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