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Top-Thema: Alles knacken!

Einen Kopierschutz zu umgehen ist verboten. Trotzdem finden sich im Internet ständig neue Tools, die den Schutz für Musik, DVDs oder Spiele aushebeln sollen. Wir liefern in der PC-WELT 1/2006 aktuelle Infos zur Technik und zu geeigneten Tools, sagen, was verboten ist – und welche legalen Möglichkeiten Ihnen bleiben. Über die Rechtslage informieren wir Sie zudem hier online.

Aggressive TV- und Kinospots der Musikindustrie, Klagen gegen Tauschbörsennutzer: Viele Anwender fühlen sich ungenügend informiert – und vor allem verunsichert. Wir geben rechtliche Hilfestellung in Sachen Kopierschutz.

Privatkopie zulässig – eigentlich

Bei Musik und Filmen ist eine so genannte Privatkopie einer CD oder DVD zulässig. Allerdings haben Sie kein Recht darauf: Kopien sind grundsätzlich nur dann erlaubt, wenn Sie als Eigentümer des Mediums dieses entweder selbst nutzen – etwa eine Kopie für den Auto-CD-Player – oder Personen, die mit Ihnen persönlich verbunden sind, also Familienangehörige und Freunde. Die Kopie muss unentgeltlich sein. Und – ganz entscheidend: Ein Kopierschutz darf auch für die Privatkopie nicht geknackt werden.

Analoge Kopie

Bisher ist noch nicht gerichtlich geklärt, ob analoge Kopien geschützter Musik und Filme als Umgehen eines Kopierschutzes zu werten sind. Den analogen Ausgang der Soundkarte oder den Treiberausgang für das Aufzeichnen zu verwenden ist technisch gesehen kein Knacken – wir gehen davon aus, dass dieser Weg legal ist.

Verboten: Kopie aus Tauschbörsen

Eine Kopie darf nicht auf einer offensichtlich rechtswidrig hergestellten Vorlage basieren. Somit ist es nicht erlaubt, eine Kopie von einer Raubkopie zu ziehen. Vervielfältigungen von Songs aus Internet-Tauschbörsen sind ebenfalls nicht erlaubt –außer der Rechteinhaber gestattet dies ausdrücklich.

Web-Radio mitschneiden

Wer ein Web-Radio betreibt, muss dafür eine Vergütung an die Gema und die GVL (Vertretungen der ausübenden Künstler und der Tonträgerhersteller) oder ähnliche Organisationen zahlen. Deshalb dürfen Sie die gespielten Stücke für den privaten Gebrauch auf Festplatte mitschneiden und anschließend auf CDs brennen oder auf einen MP3-Player überspielen. Denn mit dem Kauf von Speichermedien, die sich für eine Vervielfältigung eignen, haben Sie bereits eine Urheberabgabe gezahlt. Verboten ist es allerdings, Mitschnitte aus dem Web-Radio über Tauschbörsen anzubieten. Inzwischen gibt es Gerüchte, dass die Musikindustrie versucht, das Mitschneiden beim Web-Radio ganz verbieten zu lassen.

Weitere Informationen

Sie wollen mehr Informationen zum Thema Urheberrecht und Kopierschutz? Details zu Rechtsfragen klären etwa die Website des Bundesministeriums der Justiz unter „ Urheberrecht “ und die der Deutschen Phonoverbände (Abschnitt „ Recht “). Auf pcwelt.de finden Sie zudem den Premium-Ratgeber „ :Diese Kopien sind noch erlaubt “.

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