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Tipps und Hilfe zu Linux-Hardware

06.06.2014 | 11:26 Uhr |

Wir lösen typische Probleme für Sie: Safecopy ist ein Datenrettungs-Tool für verschiedene Datenträger. Eine kleine Korrektur in der Treiberkonfiguration verbessert die Drahtlosverbindung mit Atheros-WLAN-Chips.

WLAN-Chipsatz: Probleme mit Atheros-Treibern beheben

Jede neue Kernel-Version liefert einen Schwung aktueller Hardware-Treiber für neue Geräte oder zur Behebung von Fehlern. Ein bislang nicht beseitigter Bug, der ausgerechnet einen verbreiten WLAN-Chipsatz trifft, macht die Drahtlosnetzwerke auf Notebooks und Ultrabooks zu einem instabilen Ärgernis: Mit vielen Atheros-Chips, die den Treiber „ath9k“ nutzen, kommt keine dauerhafte Netzwerkverbindung zustande.

Dieser Artikel stammt aus der LinuxWelt 2/2014

Linux Mint 16: Das beste Ubuntu! Warum Linux Mint zum Desktop-Favorit vieler Linux-Anwender aufgestiegen ist, wie Sie es installieren und richtig einstellen - das und mehr finden Sie in der neuen LinuxWelt 2/2014 .

Der Treiber für Atheros-WLAN-Chipsätze ist zwar bei allen Linux-Distributionen enthalten, aber in vielen Fällen macht er Probleme. Abhilfe schafft oft eine manuelle Anpassung der Treiber-Optionen in der Modulkonfiguration des Kernels. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob das Treibermodul für den betroffenen WLAN-Chip auf dem System aktuell zum Einsatz kommt, führen Sie in einem Terminal-Fenster den Befehl

lsmod |grep ath9k

aus. Falls das Kommando eine Liste von Parametern ausgibt, ist das Modul „ath9k“ geladen.

Um dessen Konfiguration anzupassen, erstellen Sie die die Datei „/etc/modprobe.d/ath9k.conf“ mit root-Rechten neu. In Ubuntu und anderen Distributionen mit eingerichtetem sudo etwa mit:

sudo -H gedit /etc/modprobe.d/ath9k.conf

Im Editor geben Sie die Zeile

options ath9k nohwcrypt=1

für die neue Datei ein, speichern diese ab und starten das System neu. Die WLAN-Verbindung über Atheros-Chips sollte nun keine Probleme mehr machen.

So bekommen Sie Linux-Hardware in den Griff

Datenträger: Safecopy: Beharrliches Kopierwerkzeug zur Datenrettung

USB-Datenträger und optische Medien sterben langsam: Defekte und Alterserscheinungen machen sich zunächst meist durch spontane Lesefehler beim Zugriff auf Dateien bemerkbar. Dann geht es stetig bergab, und auch eine erneute Formatierung bringt, wenn überhaupt, nur kurzzeitig Besserung. Wenn der kränkelnde Datenträger aber noch in den ersten Phasen des Versagens steckt, kann ein beharrliches Kopierprogramm gespeicherte Dateien  meist noch retten.

Dateimanager wie Nautilus oder Dolphin sind beim Dateitransfer auf Geschwindigkeit ausgelegt und nutzen für Dateioperationen wiederum die Programmbibliotheken der Desktop-Umgebung oder des Linux-Kernels. Beim Zugriff auf defekte Datenträger, deren Inhalt nicht mehr einwandfrei lesbar ist, müssen diese Dateimanager schnell passen. Abhängig vom Grad des Defekts gibt es aber noch spezialisierte Software, um wertvolle Daten vom Datenträger zu retten. Ein solches Programm ist Safecopy, das von Datenträgern aller Art auch dann noch Rettungsversuche unternehmen kann, wenn andere Methoden versagen. Safecopy nutzt für Dateioperationen statt den Standardfunktionen der C-Bibliotheken die Low-Level-I/O-Funktionen des Linux-Kernels. Das Tool bringt seine eigene Logik zur Erkennung von fehlerhaften Sektoren und ein Arsenal an Tricks mit, um Lesefehler zu vermeiden. Dazu gehört nicht einfach nur die Wiederholung von Lesevorgängen, sondern auch der Direktzugriff auf Datenträger mittels dev/raw und ein Dateipuffer für debile USB-Laufwerke, die sich beim Lesen immer wieder mit einem Reset ausklinken. Unter Debian, Ubuntu und Fedora finden Sie das Tool in den Standard-Paketquellen. Anwender von Open Suse können auf den Open Suse Build Service zurückgreifen und das inoffizielle RPM-Paket von Safecopy nutzen.

Safecopy ist ein Kommandozeilen-Tool ohne grafische Oberfläche. Zum Auslesen bietet das Tool ein Arsenal an Parametern, aber auch Presets für den unkomplizierten Einsatz. Diese Presets sind je nach Gründlichkeit und Dauer „ --stage1 “, „ --stage2 “ und „ --stage3 “ benannt. Um eine Datei von einem leicht baufälligen USB-Stick zu retten, geben Sie etwa

safecopy /[Pfad]/datei.doc datei.doc --stage1

ein, wobei in diesem Beispiel der Pfad ein Platzhalter für den eingehängten USB-Stick ist und die Datei den Namen „datei.doc“ hat. Wenn dieser Ansatz nicht reicht, dann probieren Sie als nächstes den Parameter --stage2 und schließlich --stage3 . Safecopy kann auch ganze Laufwerksabbilder erstellen, was bei optischen Medien von Vorteil ist, und verhält sich dann ähnlich wie das Tool ddrescue.

Hardware- und Systeminfos unter Linux ermitteln

Akkucheck auf der Kommandozeile: Mit upower lässt sich unabhängig von Desktop-Umgebung und Distribution der Akkustand und die Kapazität prüfen.
Vergrößern Akkucheck auf der Kommandozeile: Mit upower lässt sich unabhängig von Desktop-Umgebung und Distribution der Akkustand und die Kapazität prüfen.

Notebook-Akkutest: Verbleibende Kapazität überprüfen

Von allen Komponenten eines Notebooks altert der Akku am schnellsten. Nicht umsonst gilt die vollständige Herstellergarantie bei Notebooks nicht für das mitgelieferte Akku-Pack, das meist einer eingeschränkten Garantie unterliegt. Alterserscheinungen machen sich durch einen Rückgang der Kapazität verfügbar. Dies betrifft alle Akkutypen, auch die Lithium-Ionen-Akkus, die heute bei Notebooks Standard sind.

Um zu sehen, wie es um den Akku bestellt ist, bietet in Ubuntu die Desktop-Umgebung Unity den einfachsten Weg, die Kapazität des Akkus anzuzeigen. Klicken Sie rechts oben auf das Batterie-Symbol, wählen Sie im aufklappenden Menü den oberen Eintrag „Akku [Ladezeit/Entladezeit]“ an, und gehen Sie im sich öffnenden Programmfenster „Energiestatistiken“ auf „Laptop-Akku -> Details“. Hier zeigt der Eintrag „Energie (Design)“ die spezifizierte Kapazität des Akkus in Wattstunden (Wh).

Diese Kapazität ist der Referenzwert und entspricht etwa der eines neuwertigen Akkus. Im Vergleich dazu zeigt „Energie wenn vollständig geladen“ die tatsächliche verbleibende Kapazität an. Je älter der Akku, desto größer ist die Diskrepanz zum Referenzwert.

Unabhängig von Unity und der Distribution können Sie die Akkuleistungsdaten auch über die Befehlszeile abrufen. Dazu dient in der Shell das Tool upower, ein Kommandozeilen-Client für den Upower-Daemon, der für das Energiemanagement sorgt. Mit

upower -i /org/freedesktop/UPower/devices/battery_BAT0

ruft es den Status des Akkus ab. In der Liste der angezeigten Werte ist „energy-full-design“ die Referenz eines nagelneuen Akkus und „energy-full“ die tatsächliche Kapazität.

Zu beachten ist, dass nur neuere Lithium-Ionen-Akkus verlässliche Werte über ihre Kapazität liefern. Ältere Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH) geben diese Informationen dagegen nicht preis.

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