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Tipps & Tricks für Ihren IP-Telefonanschluss

30.09.2015 | 12:09 Uhr |

IP-Telefonie setzt sich als Ersatz für den klassischen analogen Telefonanschluss und ISDN immer mehr durch. Viele Kunden von Internet- & Telefon-Komplettpaketen nutzen bereits VoIP, ohne es zu wissen. Denn auf welchem Wege der Router, an den das Telefon angeschlossen ist, die Verbindung herstellt, ist nicht immer offensichtlich. In diesem Beitrag liefern wir Ihnen nützliche Tipps für IP-Anschlüsse.

Eine aus Kundensicht besonders praktische Sache an der IP-Telefonie ist die Nutzung der Festnetznummer samt dazugehörigem Tarif auch mit anderen Endgeräten – zum Beispiel PC, Tablet oder Smartphone. Als Standard für VoIP hat sich das Protokoll „SIP“ etabliert. Sie benötigen also nur eine entsprechende Software beziehungsweise App für Ihr Gerät. Für Windows-PC empfiehlt sich zum Beispiel das kostenlose Tool Phoner Lite . Für Android, iOS und Windows Phone 8 eignet sich Zoiper, das als Gratis-Download in den jeweiligen App Stores verfügbar ist.

VoIP-Programme für Desktop, Smartphone und Tablet

VoIP-App Zoiper für Android, iOS und Windows Phone
Vergrößern VoIP-App Zoiper für Android, iOS und Windows Phone

Welche Einstellungen Sie für die jeweiligen Provider treffen müssen, erfahren Sie im Folgenden. Einige Provider teilen Ihren Kunden die Zugangsdaten für VoIP allerdings nicht mit, sondern spielen sie nur per Fernkonfiguration auf den von ihnen zur Verfügung gestellten Router auf. In einigen Fällen ist es dann inoffiziell über teils komplizierte Umwege möglich, die Daten aus dem Router herauszukitzeln. Entsprechende Anleitungen finden sich im Internet per Suche nach „<Name des Routermodells> auslesen“.

Im Folgenden beschreiben wir aber nicht nur für jeden großen Anbieter getrennt die VoIP-Konfiguration, sondern auch, wie Sie Einstellungen Ihres IP-Telefonie-Kontos bequem über den Web-Browser vornehmen.

IP-Anschluss der Telekom übers Web konfigurieren

Besonders vielfältige Einstell-Möglichkeiten bietet die Telekom bei ihren IP-Anschlüssen. Ohne Aufpreis enthalten sind zudem zwei Sprachkanäle für paralleles Telefonieren und drei Rufnummern – auf Wunsch auch bis zu zehn.

Der IP-basierten Telefonanschluss der Telekom bietet besonders viele Einstellmöglichkeiten, die sich von überall aus bequem per Web-Browser im Kundenmenü vornehmen lassen.
Vergrößern Der IP-basierten Telefonanschluss der Telekom bietet besonders viele Einstellmöglichkeiten, die sich von überall aus bequem per Web-Browser im Kundenmenü vornehmen lassen.

Um Einstellungen vorzunehmen, melden Sie sich im Telekom-Kundencenter mit Ihrer T-Online E-Mail-Adresse und dem dazugehörigen Passwort oder mit den Zugangsdaten aus Ihren Telekom-Vertragsunterlagen an. Dann wechseln Sie in den Bereich „Telefonie-Einstellungen“. Dort haben Sie die Wahl zwischen zahlreichen Optionen. Unter „Nummernanzeige“ legen Sie fest, ob und welche Ihrer Rufnummern bei ausgehenden Gesprächen permanent oder nur fallweise unterdrückt werden sollen. Entscheiden Sie sich für die Option „Individuelle Rufnummernanzeige erlauben“, wird die Rufnummer standardmäßig übertragen. Um sie für einen Anruf zu unterdrücken, setzen Sie beim Wählen *31# vor die Nummer Ihres Gesprächspartners.

In der Rubrik „Weiterleitung“ können Sie für jede Ihrer Nummern getrennt einstellen, dass eingehende Gespräche an eine andere Nummer weitergeleitet werden sollen, zum Beispiel an Ihr Handy. Die Weiterleitung wird je nach Wunsch immer sofort oder zeitverzögert oder bei besetzt aktiv. Beachten Sie, dass die Weiterleitung gemäß Ihrem Telefontarif berechnet wird.

Falls Sie nur für ausgewählte Anrufer erreichbar sein wollen, klicken Sie auf den Menüpunkt „Anrufer blockieren“. Hier können Sie einstellen, wer Sie anrufen darf - entweder über eine Positiv-Liste, oder indem bestimmte Anrufer abgeblockt werden. Damit man sich auch nicht per Rufnummernunterdrückung durchmogeln kann, gibt es die Option „Anonyme Anrufer blockieren“.

Auch ausgehende Gespräche lassen sich filtern. Über den Menüpunkt „Wahlsperre“ schränken Sie die Wahlfreiheit ein. Hier gibt es neben einer Positiv- und Negativliste auch einige vordefinierte Vorwahlen, die sich per Klick sperren lassen, zum Beispiel 0900, 0137 und 0180.

Festnetznummer auf Smartphone & Co. verwenden

Der VoIP-Server (SIP-Proxy, Registrar und „Realm“) lautet tel.t-online.de , ist aber nur aus dem Telekom-IP-Netz erreichbar. Sie können Ihre IP-Telefonie-Nummern also in Ihrem eigenen Heimnetz und in dem von Freunden nutzen, wenn diese ebenfalls einen Internet-Zugang der Telekom besitzen. Es ist dabei nicht erforderlich, dass diese ebenfalls IP-Telefonie nutzen. Als Benutzernamen verwenden Sie Ihre T-Online-E-Adresse und das  dazugehörige Passwort. Falls Sie dies noch nicht eingerichtet haben, holen Sie dies im Telekom-Kundencenter (siehe oben) nach.  Als „STUN-Server“ tragen Sie in Ihrer VoIP-Software stun.t-online.de ein. Weitere Infos zur Einrichtung erhalten Sie auf dieser Telekom-Hilfeseite .

Die Telekom hat übrigens auch eine eigene VoIP-App mit dem Namen „Hometalk“ für Android und iOS im Sortiment: Sie ist über Google Play beziehungsweise Apples App Store kostenlos erhältlich.

Tipps & Hinweise zur Routerwahl

Telekom-Router mit ISDN-Adapter nachrüsten: Als Ergänzung zu den Speedport-Routern W 724V, Entry und zukünftigen Modellen bietet die Telekom den Speedport ISDN Adapter zum Kaufpreis von 69,99 Euro an. Daran lassen sich ISDN-Telefone und kleine ISDN-Telefonanlagen anschließen.

Alternative Router mit VoIP-Telefonanlage: Welchen Router Sie mit Ihrem IP-basierten Telekom-Anschluss betreiben, bleibt grundsätzlich Ihnen überlassen. Allerdings bieten nur die Speedport-Router eine vollautomatische Einrichtungs-Funktion. Die Konfiguration zum Beispiel einer AVM Fritzbox ist aber auch schnell erledigt. Tipps dazu erhalten Sie direkt bei AVM . Möchten Sie ISDN-Geräte an Ihrem IP-Anschluss betreiben, kommen die Fritzbox 7390 und 7490 infrage, da sie über einen S0-Anschluss verfügen.

Wenn Sie von der Telekom auf einen „IP-basierten Anschluss ohne Splitter“ (Annex-J) umgeschaltet werden, sollten Sie sich bei älteren Routern davon überzeugen, dass das eingebaute Modem den DSL-Standard Annex J unterstützt. Möglicherweise fehlt Ihnen allerdings das passende Anschlusskabel, um den Router statt mit dem Splitter direkt mit der Telefon-Anschlussdose (TAE) zu verbinden. Dieses erhalten Sie von der Telekom kostenlos. Fragen Sie einfach an der Hotline (0800/3301000) oder in einem Telekom Shop nach einem „DSL-Kabel für den IP-basierten Anschluss“ beziehungsweise einem „Signaturkabel“.

Auf Vectoring-Kompatibilität achten: Wenn Sie VDSL mit 25, 50 oder 100 MBit/s nutzen (oder dies für die nähere Zukunft planen), sollten Sie darauf achten, dass das Modem Ihres Routers auch „Vectoring“-kompatibel ist. Ansonsten wird es, sobald Vectoring (für Anschlüsse mit bis zu 100 MBit/s) an Ihrem Standort verfügbar ist, auf 16 MBit/s heruntergeregelt, um die Modems Ihrer Nachbarn nicht zu stören.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie Tipps & Tricks zu den IP-Telefonanschlüssen von 1&1, O2, Easybell, Vodafone und Kabelanschluss-Anbietern.

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