Watt und Euro

Tipps zum Stromsparen am PC & Co.

Donnerstag den 08.03.2012 um 11:25 Uhr

von Thorsten Eggeling

© iStockphoto.com/byryo
Strom sparen am PC, an der PC-Peripherie und der Unterhaltungselektronik ist keine Cent-Fuchserei. Optimierte Energieoptionen helfen Geldbeutel und Umwelt.
Was kostet ein PC im Jahr? Mehr als Sie denken: Bei heutigen Strompreisen wird ein PC im Dauerbetrieb zum spürbaren Faktor auf der Stromrechnung. Wer den Verbrauch bei PC, TV & Co. senkt, spart Geld und leistet seinen Beitrag für die Umwelt.

1. Watt-Angaben und die Jahreskosten

Es ist kein Problem, für ein Gerät wie PC, Drucker oder Router eine Watt-Angabe herauszufinden. Das Datenblatt oder besser ein unabhängiger Test liefern in der Regel eine Angabe in Watt. Dieser Wert zeigt den Verbrauch pro Stunde - um ein Beispiel zu nennen, etwa bei einem WLAN-Router 15 Watt. Um herauszufinden, welche Kosten dieser Wert im Dauerbetrieb verursacht, hilft folgende Formel:

[Wattangabe]/1000*24*365*0,25.

Das ergibt für den Beispielrouter beim hier angenommenen Bruttopreis von 25 Cent im Jahr 32,85 Euro. Ein permanent laufender Gaming-PC mit 200 Watt schlägt im Jahr mit 438 Euro zu Buche(weitere Durchschnittswerte zur Orientierung: NAS 15 Watt, Netbook 20 Watt, 19''-LCD-Monitor 20 Watt, 32''-LCD-Fernseher 50 Watt, Notebook 60 Watt, Büro-PC 130 Watt).

NAS-Speicher schalten Festplatten und Lüfter ab.
Vergrößern NAS-Speicher schalten Festplatten und Lüfter ab.

2. Der buchstäbliche Power-Tipp: Ausschalten!

Schalten Sie aus, was nicht benötigt wird -  das ist der simpelste Spartipp. Da viele Peripherie-Geräte und Komponenten der Unterhaltungselektronik auch noch im ausgeschalteten Standby-Betrieb 0,5 bis 5 Watt (und mehr) verbrauchen, ist ein komplettes Trennen vom Stromnetz nötig, wenn Sie kompromisslos Geld sparen wollen. Am bequemsten erreichen Sie dies über eine abschaltbare Steckerleiste, mit der Sie nachts etwa das komplette Wohnzimmer-Equipment ausschalten. Auch Router und Modem müssen nachts nicht durchlaufen - es sei denn, der Telefon-Festnetzempfang hängt am Modem und ist nachts unentbehrlich (eventuell reicht ja nachts das Smartphone oder Handy als Alternative?).

3. Zeitgesteuertes Energiesparen auf PC, Notebook, Router, NAS

NAS-Server und Router besitzen zum Großteil automatische Optionen, die den Stromverbrauch reduzieren. NAS-Geräte sehen die Abschaltung der Festplatte(n) nach einer definierten Idle-Zeit vor (siehe „Power Management“ oder „Energieverwaltung“). Die Fritzbox hat eine Nachtschaltung ("Einstellungen, Erweiterte Einstellungen, System, Nachtschaltung“), mit der Sie für die eingegebene Zeitspanne zumindest den WLAN-Sender (Hauptverbraucher) abschalten können.

Auf PCs und Notebooks mit ACPI-Standard (Advanced Configuration and Power Interface) bietetWindows 7 differenzierte Spareinstellungen (mehr als Linux und MacOS). Klicken Sie in der Systemsteuerung auf Energieoptionen und dort neben dem aktiven Energiesparplan auf „Energiesparplaneinstellungen ändern“. Je kürzer Sie die Zeitintervalle definieren, desto schneller greifen die Sparmaßnahmen wie die Helligkeitsanpassung oder Bildschirmausschaltung. Unter „Erweiterte Einstellungen“ können Sie untätige Festplatten nach wenigen Minuten ganz ausschalten. Sinnvoll ist in diesem Fall, zusätzlich unter „Desktophintergrundeinstellungen“ die Diashow auf „Angehalten“ zu setzen. Als Bildschirmschoner sollten Sie „Leer“ (also schwarz) nutzen und vor allem am Notebook eine sehr kurze Wartezeit einstellen, etwa drei Minuten („Systemsteuerung, Anpassung, Bildschirmschoner“).

Windows 7 bietet ausgefeilte
Energiesparoptionen.
Vergrößern Windows 7 bietet ausgefeilte Energiesparoptionen.

4. Manuelles Energiesparen auf PC und Notebook

Die komfortabelste und effiziente Sparmaßnahme nennt sich unter Windows 7 "Energie sparen". Der komplette Inhalt der aktuellen Sitzung wird in den Arbeitsspeicher geschrieben und danach nur noch dieser Speicher mit Strom versorgt. Danach schaltet der Sleep Mode die komplette Hardware ab, und der Verbrauch sinkt auf zwei bis drei Watt. Wenn Sie den Rechner wieder aktivieren, ist die Sitzung in wenigen Sekunden wieder verfügbar. Einziger Nachteil ist das Risiko, dass Sie den Sleep-Zustand vergessen und PC oder Notebook mit leerem Akku später versehentlich ganz abschalten und vom Netz nehmen: Dann sind nicht gesicherte Daten der letzten Sitzung verloren.

Manche Tastaturen haben eine extra Sleep Mode-Taste. Um den Sleep Mode auf normaler Tastatur bequem nutzen zu können, sollten Sie ihn prominent im Startmenü eintragen: Dazu klicken Sie mit rechter Maustaste auf den Startknopf, wählen „Eigenschaften“ und ferner die Registerkarte „Startmenü“. Hier tragen Sie neben „Standardaktion für Beenden“ die Option „Energie sparen“ ein.

5. Stromsparender Zentralspeicher (Netbook, NAS)

Wenn Sie im Home-Bereich einen zentralen Datenserver wünschen oder benötigen, ist ein stromsparendes Netbook mit USB-Platte oder ein NAS-Gerät ökonomischer als ein Desktop-PC. Im 365-Tage-Dauerbetrieb kann das kleine Gerät knapp 200 Euro sparen und hat sich im zweiten oder dritten Jahr amortisiert.

Donnerstag den 08.03.2012 um 11:25 Uhr

von Thorsten Eggeling

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