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Windows 7/8: Tipps und Tools für die perfekte Installation

18.07.2014 | 09:31 Uhr |

Eine Windows-Installation kann ganz einfach gehen, aber auch zahlreiche Probleme aufwerfen. Die Tipps & Tools aus diesem Artikel helfen Ihnen bei der Einrichtung von Windows 7 und 8.

Die Windows-Installation ist seit Vista einfacher als je zuvor. Im optimalen Fall genügt der Start von der Installations-DVD und das System ist nach etwa 15 Minuten einsatzbereit. In der Praxis gibt es allerdings besondere Konfigurationen und spezielle Wünsche von Benutzern, die durch ein Standard-Setup nicht abgedeckt werden. Das beginnt bereits mit der Frage, ob man Windows auf neueren Rechnern im Uefi- oder im Bios-Modus installieren sollte und wie man dabei vorgeht.

Microsoft hat außerdem einige Beschränkungen eingebaut, die zum Beispiel eine saubere Neuinstallation verhindern, wenn man lediglich die Upgrade-DVD besitzt. Für Besitzer nur einer Windows-8-DVD ist jedoch nicht vorgesehen, gleich Windows 8.1 frisch zu installieren. Es ist aber sehr mühsam, erst Windows 8, dann alle erforderlichen Updates und zuletzt das umfangreiche Upgrade auf die Version 8.1 einzurichten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen einen benutzerfreundlicheren Weg.

Neuinstallation im Uefi- oder Bios-Modus

Aktuelle PCs besitzen kein herkömmliches Bios mehr, sondern eine Uefi-Firmware. Allerdings gibt es fast immer einen Kompatibilitätsmodus (CSM, Compatibility Support Module), der die Installation älterer Systeme unterstützt, die kein Uefi beherrschen. Windows 8 ist praktisch immer im Uefi-Modus installiert. Außerdem ist in der Firmware „Secure Boot“ aktiviert, was die Bootumgebung vor Manipulationen durch Schad-Software schützen soll.

Wenn das bisherige System bereits im Uefi-Modus läuft, spricht allerdings nichts dagegen, es auch bei einer Neuinstallation dabei zu belassen. Windows 7 und 8 in der 64-Bit-Variante und die meisten aktuellen Linux-Distributionen unterstützen Uefi. Sie müssen nur beim Booten vom Installationsmedium auf den richtigen Modus achten.

Legen Sie die Windows-Installations-DVD in das Laufwerk oder verbinden Sie den Installations-Stick mit dem PC und schalten Sie das Gerät ein. Aktivieren Sie das Menü für die Auswahl des Laufwerks mit dem Betriebssystem. In der Regel müssen Sie dazu die F8-, F10-, F12- oder Esc-Taste drücken. Die richtige Tastenkombination steht auch im Handbuch zur Hauptplatine. Im Menü sollte jetzt vor dem Eintrag des DVD-Laufwerks „UEFI:“ stehen. Wählen Sie diesen Eintrag aus. Drücken Sie eine beliebige Taste, um das Installationsprogramm von der DVD zu starten. Führen Sie die Installation anschließend wie gewohnt durch.

Wenn die Hauptplatine kein Startmenü bietet oder „UEFI:“ nicht auftaucht, gehen Sie in das Firmware-Setup. Suchen Sie hier nach einer Option wie „UEFI boot“ und aktivieren Sie diese. Speichern Sie die Einstellung (meist über die F10-Taste) und starten Sie den PC neu. Gehen Sie erneut ins Bios-Setup und suchen Sie die Einstellungen für die Startreihenfolge. Hier sollte jetzt ein Eintrag vorhanden sein, der auf einen Uefi-Datenträger hinweist. Starten Sie den PC von diesem Datenträger und drücken Sie eine beliebige Taste, um das Installationsprogramm von der DVD zu starten. Führen Sie die Installation dann wie gewohnt durch.

1. Besonderheiten der einzelnen Windows-Varianten

Windows 7 gibt es für Privatanwender in mehreren Geschmacksrichtungen. Auf den meisten PCs war bislang Windows 7 Home Premium vorinstalliert, seltener Windows 7 Starter oder Home Basic. In Unternehmen findet man dagegen eher Windows 7 Professional, Ultimate und Enterprise. Ältere Geräte und Netbooks wurden meistens mit der 32-Bit-Version ausgeliefert, auf neueren Modellen findet man die 64-Bit-Version. Auf den Installations-DVDs sind in der Regel alle Editionen von Home Basic bis Ultimate enthalten. Welches Windows tatsächlich installiert wird, hängt vom Produktschlüssel ab. Für Testzwecke können Sie aber auch eine andere Edition installieren als diejenige, die Sie erworben haben (siehe dazu Punkt 4).

Windows 8.1 herunterladen: Wenn Sie Windows 8.1 im Microsoft Store erwerben, erhalten Sie einen Produktschlüssel und das Download-Tool Windows Setupbox.exe.
Vergrößern Windows 8.1 herunterladen: Wenn Sie Windows 8.1 im Microsoft Store erwerben, erhalten Sie einen Produktschlüssel und das Download-Tool Windows Setupbox.exe.

Bei Windows 8.1 gibt es weniger Varianten. Windows 8.1 ohne Zusatz ist der Name der Standard-Edition für Heimanwender. Zur besseren Unterscheidung wird allerdings für diese zumeist der Zusatz „Core“ verwendet. Windows 8.1 Pro ist der Nachfolger von Windows 7 Professional und Ultimate. Bei neuen PCs und Notebooks ist in der Regel die 64-Bit-Variante vorinstalliert.

Windows-Installationsmedien: Wer einen PC mit vorinstalliertem Windows kauft, bekommt meist keine Installations-DVD. Es gibt nur eine Recovery-Partition auf der Festplatte, über die sich der Werkszustand wiederherstellen lässt. Der Nachteil: Das wiederhergestellte Windows enthält sämtliche „Zugaben“ des Herstellers wie Office-Programme und Sicherheits-Software, die inzwischen wahrscheinlich veraltet sind. Sie müssen diese Programme dann mühsam aktualisieren oder entfernen. Besser ist die saubere Neuinstallation von einer Original-Microsoft-DVD, wie in Punkt 6 beschrieben.

8.1 über Umwege: Starten Sie zuerst den Setup-Assistenten von Windows 8. Brechen Sie den Download ab und setzen Sie ihn per Windows-8.1-Setup-Assistent fort.
Vergrößern 8.1 über Umwege: Starten Sie zuerst den Setup-Assistenten von Windows 8. Brechen Sie den Download ab und setzen Sie ihn per Windows-8.1-Setup-Assistent fort.

Wer eine Windows-8.1-Lizenz benötigt, greift im Fach- oder Online-Handel am besten zur besonders kostengünstigen OEM-Vollversion von Windows 8.1. Diese gibt es bereits für unter 80 Euro (Pro: 116 Euro). Auch Windows 7 kann man noch erwerben. Windows 7 Home Premium OEM kostet etwa 60 Euro.

Im Microsoft Store ist Windows 8.1 mit 119 Euro etwas teurer (Pro: 279 Euro). Dafür erhalten Sie hier gleich einen Produktschlüssel und können die Installationsdateien über das angebotene Tool Windows Setupbox.exe sofort herunterladen. Aber Vorsicht: Das Tool funktioniert lediglich unter Windows 7 und 8. XP- und Vista-Benutzer müssen den Download entweder auf einem anderen Rechner durchführen oder für 119,99 Euro die Upgrade-Version von Windows 8 bei Microsoft kaufen. Anschließend können Sie aber kostenlos auf Windows 8.1 upgraden. Die Upgrade-Version setzt eine installierte Vorgängerversion voraus, die Einrichtung auf einer leeren Festplatte ist nicht vorgesehen. Wie es trotzdem geht, lesen Sie unter Punkt 5.

2. Windows-8.1-Setup-Dateien für die Neuinstallation

Wenn auf Ihrem PC Windows 8 installiert ist, können Sie das Upgrade auf Windows 8.1 über den Windows Store kostenlos installieren. Einen Download, über den sich Windows 8.1 bei Bedarf frisch installieren ließe, bietet Microsoft nicht an. Über einen Umweg kommen Sie aber doch an eine Windows-8.1-ISO-Datei heran.

Schritt 1: Über diesen Link laden Sie sich zunächst die Installationsassistenten für Windows 8 und Windows 8.1 herunter. Starten Sie zuerst den Assistenten für Windows 8 mit dem Namen „Windows8-Setup.exe“. Geben Sie den Produktschlüssel für Windows 8 ein und klicken Sie daraufhin auf „Weiter“. Sobald der Assistent die verbleibende Zeit für den Download anzeigt, schließen Sie das Fenster. Mit „Ja“ bestätigen Sie als Nächstes, dass Sie die Aktion beenden möchten.

Schritt 2: Starten Sie den Setup-Assistenten für Windows 8.1 mit dem Namen „Windows SetupBox.exe“. Der Assistent beginnt sofort mit dem Download von Windows 8.1.

Schritt 3: Nach Abschluss des Downloads wählen Sie die Option „Installationsmedium erstellen“ und klicken auf „Weiter“. Der Assistent bietet Ihnen dann an, einen USB-Speicher-Stick oder eine ISO-Datei für die Windows-Installation zu erstellen. Der Download liegt im Verzeichnis „C:\ESD“. Wenn das Verzeichnis nicht sichtbar ist, verwenden Sie das Tool PC-WELT-Explorer-Optionen-Setzen. Nach dem Start setzen Sie ein Häkchen vor jede Option und klicken auf „Speichern“. Drücken Sie im Fenster des Windows-Explorers die F5-Taste, um die Ansicht zu aktualisieren. Danach sehen Sie auch die versteckten Ordner.

Programm

Beschreibung

System

Internet

Sprache

PC-WELT-Explorer-Optionen-Setzen

Windows-Explorer-Tuning

XP, Vista, Windows 7, 8

Download

Deutsch

PC-WELT Windows-Rebuilder

Windows-Installationshelfer

Windows 7, 8

Download

Deutsch

Infrarecorder

Brennprogramm

XP, Vista, Windows 7, 8 

www.pcwelt.de/573733

Multilingual

ESD-Fileconverter

Dateikonvertierer

Windows 8

www.pcwelt.de/ywx5

Deutsch

PC-WELT Windows Upgrade Center 2014

Windows-Umzugshelfer

Vista, Windows 7, 8

http://www.pcwelt.de/1595505

Deutsch

RW Everything

Firmware und Hardware-Tool

Windows 7, 8

http://rweverything.com

Englisch

3 Windows 8.1 mit Windows-8- Schlüssel installieren

Neuer Produktschlüssel: Die Installation von Windows 8.1 funktioniert auch mit einem allgemeinen Schlüssel. Für die Aktivierung tragen Sie über die Schaltfläche „Product Key eingeben“ den Windows-8-Schlüssel ein.
Vergrößern Neuer Produktschlüssel: Die Installation von Windows 8.1 funktioniert auch mit einem allgemeinen Schlüssel. Für die Aktivierung tragen Sie über die Schaltfläche „Product Key eingeben“ den Windows-8-Schlüssel ein.

Der Download hat zwar mit dem Upgrade-Schlüssel oder dem Produktschlüssel von Windows 8 funktioniert, für die Installation sind diese jedoch ungültig. Sie benötigen deshalb vorübergehend einen allgemeinen Installationsschlüssel für Windows 8.1. Diesen finden Sie bei Microsoft . Verwenden Sie den Schlüssel unter „Windows Server 2012 R2 and Windows 8.1 Client Setup Keys“ hinter „Windows 8.1 Professional“.

Wenn Sie Windows 7 oder 8 auf Windows 8.1 aktualisieren wollen, starten Sie Setup.exe von der DVD, dem USB-Stick oder dem DownloadVerzeichnis „C:\ESD\Windows“. Für eine Neuinstallation booten Sie von der Windows-8.1-Installations-DVD oder dem USB-Stick und wählen dann die Option „Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer)“. Geben Sie nachfolgend den „Client Setup Key“ von der Microsoft-Seite ein, wenn Sie danach gefragt werden.

Nach Abschluss der Installation aktivieren Sie Windows mithilfe des Windows-8-Produktschlüssels. Dazu öffnen Sie mit der Tastenkombination Win-I die Charms-Bar, klicken nun auf „PC-Einstellungen ändern“ und daraufhin auf „Windows aktivieren“. Wählen Sie dann „Product Key eingeben“, tippen Sie Ihren Schlüssel ein und bestätigen Sie die Eingabe. Windows 8.1 ist im Anschluss daran aktiviert.

Individuelles Setup-Medium erstellen

Die Windows-Installation lässt sich deutlich vereinfachen und auch automatisieren. Das ist vor allem für Nutzer interessant, die häufig neu installieren oder identisch vorkonfigurierte Systeme auf mehreren PCs benötigen. In PC-WELT Windows-Rebuilder können Sie über „Tools > Individuelles Setup-Medium“ das Programm Win Toolkit starten. Damit lassen sich Windows-Updates und Treiber in die Windows-7- oder 8-Installationsdateien integrieren. Außerdem ist es möglich, viele Einstellungen etwa für den Windows-Explorer schon vorab festzulegen. Das alles funktioniert aber nur, wenn die Datei Install.Wim im Verzeichnis „Sources“ vorhanden ist. Bei der Download-Version von Windows 8 ist jedoch eine Install.Esd dabei. PC-WELT Windows-Rebuilder bietet aber unter „Tools > ESD-Datei Konverter“ ein Programm, mit dem Sie die ESD- in eine Wim-Datei konvertieren können.

4 Windows-7-Setup-Medium vorbereiten
Wenn Sie keine Windows-7-DVD besitzen, laden Sie diese bei Microsoft kostenlos herunter. Die 64-Bit-Version erhalten Sie als ISO-Datei , die 32-Bit-Version über diesen Link . Für Windows 8 sind bisher keine Download-Adressen bekannt. Es handelt sich bei den Downloads allerdings um Windows 7 Professional. Damit sich auch eine andere Windows-7-Edition davon installieren lässt, müssen Sie die Datei Sources\Ei.cfg ändern oder löschen. Der Tipp gilt ebenso für gekaufte Windows-7-DVDs.

Installationsmedium anpassen: PC-WELT Windows-Rebuilder kopiert die Windows-Installationsdateien auf die Festplatte. Sie ändern dann die Datei Ei.cfg und erstellen eine neue DVD oder einen USB-Stick.
Vergrößern Installationsmedium anpassen: PC-WELT Windows-Rebuilder kopiert die Windows-Installationsdateien auf die Festplatte. Sie ändern dann die Datei Ei.cfg und erstellen eine neue DVD oder einen USB-Stick.

Schritt 1: Entpacken Sie PC-WELT Windows-Rebuilder nach dem Download aus unserer Download-Datenbank beispielsweise nach C:\pcwWinRebuilder.

Schritt 2: Auf der Registerkarte „1. Vorbereitungen“ geben Sie an, wo sich die Installationsdateien von Windows 7 befinden. Als Quelle kommen die eingelegte Installations-DVD, eine ISO-Datei derselben oder ein Verzeichnis infrage, in das Sie die Installationsdateien bereits kopiert haben. Wenn Sie ein DVD-Laufwerk oder eine ISO-Datei angegeben haben, klicken Sie auf „Dateien kopieren“. Das Tool legt die Dateien im Verzeichnis „C:\pcwWinRebuilder\Files“ ab. Bei Bedarf können Sie im Ordner „Files“ darüber hinaus eigene Programme oder Treiber unterbringen, die Sie von der Installations-DVD benötigen.

Schritt 3: Gehen Sie auf die Registerkarte „Tools“ und danach auf „Ei-cfg aus ‚Sources‘“. Wenn eine Ei.cfg vorhanden ist, wird Ihnen der Inhalt hier angezeigt, beispielsweise

[EditionID]
Professional
[Channel]
Retail
[VL]
0


Bei einer OEM-Version, also wenn Windows 7 auf Ihrem PC vorinstalliert war, ersetzen Sie „Retail“ durch „OEM“. Tragen Sie anstatt „Professional“ die Edition ein, die Sie installieren möchten, beispielsweise „Ultimate“, „Home Premium“, „HomeBasic“ oder „Starter“. Wenn Sie die Edition bei der Installation je nach Bedarf auswählen möchten, klicken Sie auf „Löschen“, um die Ei.cfg zu entfernen. Das funktioniert aber nicht, wenn Sie nur einen OEM-Produktschlüssel für die Installation besitzen.

Ei.cfg erstellen: Eine Ei.cfg wie diese passt für Windows 8 und 8.1. Ist sie vorhanden, lässt sich eine Upgrade-Version problemlos installieren und auch aktivieren.
Vergrößern Ei.cfg erstellen: Eine Ei.cfg wie diese passt für Windows 8 und 8.1. Ist sie vorhanden, lässt sich eine Upgrade-Version problemlos installieren und auch aktivieren.

Schritt 3: Gehen Sie auf die Registerkarte „2a“ oder „2b“, je nachdem, ob Sie eine ISO-Datei aus den Installationsdateien oder einen Installations-Stick erstellen möchten. Unter „2a. ISO erstellen“ geben Sie das Verzeichnis an, in dem Sie die ISO-Datei ablegen wollen. Standard ist „C:\pcwWinRebuilder\ISO“. Setzen Sie kein Häkchen vor die Option „Ei.cfg kopieren“, denn diese liegt ja entweder schon im Verzeichnis „Sources“ oder Sie haben sie gelöscht. Klicken Sie auf „ISO erstellen“. Aus der ISO-Datei brennen Sie daraufhin eine neue Setup-DVD entweder über das Kontextmenü und „Datenträgerabbild brennen“, ein anderes installiertes Brennprogramm oder eine Freeware wie Infrarecorder .

Unter „2b. USB-Stick erstellen“ wählen Sie den Laufwerksbuchstaben des USB-Laufwerks aus. Sollte dieser nicht erscheinen, weil Sie den Stick erst nach dem Start des Tools mit dem PC verbunden haben, starten Sie PC-WELT Windows-Rebuilder neu. Einige USB-Sticks melden sich als Festplatte bei Windows. In diesem Fall klicken Sie auf „Alle Laufwerke anzeigen“. Prüfen Sie die Auswahl dann aber besonders genau, damit Sie nicht versehentlich den falschen Datenträger formatieren.

Bei der ersten Verwendung des Tools sollten Sie die Option „USB-Stick formatieren“ wählen, damit der Stick später bootfähig ist. Sichern Sie vorher sämtliche Daten auf dem USB-Stick. Setzen Sie auch hier kein Häkchen vor „Ei.cfg kopieren“. Klicken Sie als Nächstes auf „Dateien kopieren“. Wenn der USB-Stick formatiert werden soll, müssen Sie noch zwei Sicherheitsabfragen bestätigen.

5 Installationsdateien von Windows 8 bearbeiten
Mit einer Windows-8-Setup-DVD, ISO-Datei oder Downloads verfahren Sie ähnlich wie für Windows 7 beschrieben. Der Unterschied: Bei Windows 8 ist keine Ei.cfg vorhanden. Deshalb wird standardmäßig die Edition installiert, die Sie erworben haben. Um das zu ändern, gehen Sie in PC-WELT Windows-Rebuilder auf „Tools“ und „Ei.cfg aus Vorlage“. Diese hat den Inhalt

[EditionID]
[Channel]
Retail
[VL]
0 

Der Wert für „[EditionID]“ bleibt hier also leer. Das hat zwei Effekte: Bei einer Windows-8/8.1- DVD erhalten Sie dadurch bei der Installation die Auswahl zwischen Core und Pro. Da die Download-Version immer nur eine Edition enthält, gibt es hier keine Auswahl. Aber bei beiden müssen Sie für die Installation keinen Produktschlüssel eingeben. Klicken Sie einfach auf „Überspringen“, wenn nach dem Schlüssel gefragt wird. Windows 8 wird ohne Schlüssel wie Windows 7 als Testversion installiert, muss aber später aktiviert werden.

Ohne Schlüssel: Mit Ei.cfg erfolgt die Key-Abfrage erst nach der ersten Installationsphase. Nach einem Klick auf „Überspringen“ läuft die Installation auch einfach weiter.
Vergrößern Ohne Schlüssel: Mit Ei.cfg erfolgt die Key-Abfrage erst nach der ersten Installationsphase. Nach einem Klick auf „Überspringen“ läuft die Installation auch einfach weiter.

Windows-8-Upgrade-Version aktivieren: Wenn Sie Windows 8 ohne Produktschlüssel neu auf einer leeren Festplatte installiert haben und nach der Testphase aktivieren wollen, funktioniert das nicht ohne Weiteres. Dies gilt vor allem für die Upgrade-Version, die ja eigentlich ein installiertes Vorprodukt erfordert. Um das zu ändern, gehen Sie wie folgt vor:

Schritt 1: Drücken Sie die Tastenkombination Win-R, geben Sie regedit ein und klicken Sie auf „OK“. Im Windows-Registrierungs-Editor navigieren Sie zum Schlüssel „Hkey_Local_Machi ne\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Setup\OOBE“. Hier ändern Sie den Wert von „MediaBootInstall“ auf 0. Schließen Sie danach den Registrierungs-Editor.

Schritt 2: Drücken Sie Win-X und wählen Sie anschließend im Menü „Eingabeaufforderung (Administrator)“. Geben Sie nun auf der Kommandozeile slmgr -rearm ein und bestätigen Sie danach mit der Enter-Taste. Warten Sie, bis die Aufforderung zum Neustart erscheint. Starten Sie Windows neu und melden Sie sich an.

Schritt 3: Drücken Sie Win-Pause. Klicken Sie unter „Windows-Aktivierung“ auf „Details zur Windows-Aktivierung anzeigen“. Klicken Sie auf „Mit neuem Key aktivieren“, geben Sie Ihren Produktschlüssel ein und klicken Sie daraufhin auf „Aktivieren“.

6 Upgrade, Neuinstallation oder Parallelinstallation
Bei der Installation eines Windows-Systems müssen Sie sich entscheiden: Wollen Sie das bisherige Betriebssystem mit dem neuen System upgraden, eine frische Installation ohne Altlasten durchführen oder das bisherige System weiter auf dem gleichen Rechner nutzen? Für ein Upgrade unterstützt Microsoft jeweils nur den direkten Vorgänger vollständig. Dazu starten Sie das Setup-Programm unter dem laufenden Windows von der Installations-DVD. Sie kommen ohne Datenverlust und teilweise auch ohne Neuinstallation von Programmen, beispielsweise von Windows Vista auf 7 und von Windows 7 auf Windows 8, allerdings nur wenn die Architektur gleich bleibt (32 oder 64 Bit). Ein Upgrade von Windows 7 auf 8.1 ist dagegen nicht vorgesehen.

Datenübernahme: Beim Upgrade etwa von Vista auf 8 bleiben nur Windows-Einstellungen und persönliche Daten erhalten. Von Windows 7 lassen sich auch die Programme übertragen.
Vergrößern Datenübernahme: Beim Upgrade etwa von Vista auf 8 bleiben nur Windows-Einstellungen und persönliche Daten erhalten. Von Windows 7 lassen sich auch die Programme übertragen.

In den meisten Fällen erscheint eine Neuinstallation jedoch sinnvoller. Ein frisch installiertes Windows ohne Überreste des Vorgängers verspricht weniger Probleme und mehr Stabilität. Bei diesem Weg sichern Sie alle persönlichen Daten etwa auf einer externen Festplatte, booten den PC vom Setup-Medium und folgen den Anweisungen des Windows-Installations-Assistenten. Wählen Sie bei der „Installationsart“ die Option „Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (für fortgeschrittene Benutzer)“. Im nächsten Schritt „Wo möchten Sie Windows installieren“ klicken Sie auf „Laufwerksoptionen (erweitert)“ und entfernen mit einem Klick auf „Löschen“ die bisherige Windows-Installation.

Wenn auf dem PC zahlreiche Anwendungen installiert sind oder Sie mehrere PCs upgraden müssen, lohnt sich für Sie vielleicht ein Umzugs-Tool wie unter Punkt 7 beschrieben.

Mehrere Windows-Versionen auf einem PC: Beim Umstieg auf eine neue Windows-Version ist nie sichergestellt, dass danach auch alles wie gewohnt läuft. Wer sich zunächst einmal absichern will, kann die alte Version neben der neuen nutzen. Sie brauchen dafür eine zweite Festplatte oder eine freie Partition. Wenn nötig, können Sie die Systempartition verkleinern. Dazu drücken Sie Win-R, geben diskmgmt.msc ein und klicken auf „OK“. Klicken Sie danach Laufwerk C: mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Menü „Volume verkleinern“. Stellen Sie hinter „Zu verkleinernder Speicherplatz in MB:“ die gewünschte Größe ein und klicken Sie auf „Verkleinern“. Booten Sie jetzt den PC vom Installationsmedium und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Wählen Sie bei „Installationsart“ den Eintrag „Benutzerdefiniert (erweitert)“ aus. Bei der Frage „Wo möchten Sie Windows installieren?“ geben Sie eine freie Partition auf der ersten oder zweiten Festplatte an.

Besonderheiten bei einem vorinstallierten Windows 8

Geheimer Produktschlüssel: Bei Rechnern mit vorinstalliertem Windows lesen Sie den OEM-Schlüssel mit dem Tool RW Everything aus.
Vergrößern Geheimer Produktschlüssel: Bei Rechnern mit vorinstalliertem Windows lesen Sie den OEM-Schlüssel mit dem Tool RW Everything aus.

PCs oder Notebooks mit vorinstalliertem Windows 7 haben einen Aufkleber, auf dem der Produktschlüssel steht. Mit diesem können Sie Windows 7 von einem beliebigen Datenträger neu installieren und auch aktivieren. Bei Windows-8-PCs fehlt der Aufkleber. Hier ist der Produktschlüssel in der Firmware hinterlegt und die Aktivierung erfolgt automatisch. Wenn Sie Windows 8 neu installieren möchten, funktioniert das nur dann, wenn Sie ein passendes Installationsmedium zur Hand haben. Der Download ist mit einem OEM-Schlüssel nicht möglich. Dann gehen Sie vor, wie wir es unter Punkt 5 beschreiben, ersetzen dabei aber „Retail“ unter „[Channel]“ durch „OEM“ und tragen die passenden „[EditionID]“ ein.

Für die Aktivierung müssen Sie nach der Installation erst den Produktschlüssel aus der Firmware auslesen. Dazu laden Sie sich das Tool RW Everything herunter. Verwenden Sie die portable Version, die es in einer 32- und 64-Bit-Fassung gibt. Starten Sie das Tool, gehen Sie auf „Access > ACPI Tables“ und klicken Sie auf die Registerkarte „MSDM“, hier sehen Sie den Produktschlüssel im oberen Bereich und unten hinter „Data“. Mit diesem Schlüssel können Sie Windows 8 aktivieren wie unter Punkt 5 in Schritt 2 und 3 beschrieben.

7 Daten in eine Neuinstallation übernehmen
Wer viel installiert hat, für den beginnt die eigentliche Arbeit nach der Windows-Installation. Programme müssen meist neu installiert und die persönlichen Daten an die gewohnten Orte kopiert werden. Vor allem für Nutzer von Windows XP, die jetzt wegen des Support-Endes auf Windows 7 oder 8 umsteigen müssen, ist das ein mühsamer Weg. Für diese Zielgruppe stellt Microsoft PCmover Express kostenlos zur Verfügung. Allerdings ist damit nur der Umzug auf einen neuen PC möglich. Für eine Neuinstallation auf dem gleichen PC eignet sich dagegen Windows Easy Transfer. Sie finden es auf der Windows-8-Installations-DVD im Verzeichnis „\support\migwiz“. Starten Sie hier das Programm Migsetup.exe. Bei Windows 8.1 ist das Tool nicht mehr dabei. Windows Easy Transfer übernimmt jedoch nicht alle Daten und Benutzereinstellungen. Berücksichtigt werden nur die Konfigurationsdaten von gebräuchlichen Programmen. Die dazugehörige Software müssen Sie trotzdem neu installieren.

Neuinstallation statt Upgrade: Bei der Installationsart „Benutzerdefiniert“ wird das bisherige Windows durch das neue ersetzt oder es erfolgt eine Parallelinstallation.
Vergrößern Neuinstallation statt Upgrade: Bei der Installationsart „Benutzerdefiniert“ wird das bisherige Windows durch das neue ersetzt oder es erfolgt eine Parallelinstallation.

Einen Schritt weiter geht das User State Migration Tool (USMT). Dabei handelt es sich um ein Kommandozeilen-Tool, das für Administratoren in Unternehmen gedacht ist, die viele PCs auf Windows 7 oder 8 upgraden müssen. Per USMT lassen sich nicht nur persönliche Einstellungen, sondern auch die Daten von Programmen aus Verzeichnissen wie %appdata% und der Windows-Registry übernehmen. Die Programme selbst kopiert aber auch USMT nicht. Diese müssen in jedem Fall neu installiert werden. USMT berücksichtigt zudem nicht alle Programme. Es kann jedoch die Daten vieler wichtiger Anwendungen wie Office 2003 bis 2010, Windows Live, Skype, Google Picasa, Firefox oder Photoshop sichern und wiederherstellen. Die Informationen darüber liest USMT aus einer XML-Datei, die der Nutzer selbst erweitern kann. Das setzt aber genaue Kenntnisse der erforderlichen Daten voraus, sodass sich der Aufwand nicht für jeden lohnt.

USMT bietet allerdings so viele Vorteile, dass wir das Tool mit einer bequem bedienbaren Oberfläche versehen haben. Das PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 ermöglicht den Umzug der Daten von Windows Vista auf Windows 7 oder 8 mit wenigen Mausklicks. Unter Windows XP lässt sich das Tool im Prinzip ebenfalls einsetzen, hier scheitert jedoch die Installation der erforderlichen Microsoft-Programme. Sie können das Tool aber unter Windows 7 oder 8 vorbereiten und dann auch für eine XP-Installation einsetzen.

Daten umziehen: Mit dem PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 kopieren Sie Ihre Daten und Einstellungen nach der Neuinstallation in das neue System.
Vergrößern Daten umziehen: Mit dem PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 kopieren Sie Ihre Daten und Einstellungen nach der Neuinstallation in das neue System.

Schritt 1: Entpacken Sie PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 in ein beliebiges Verzeichnis, beispielsweise nach C:\Tools. Installieren Sie das Microsoft .Net-Framework 3.5, 4.0 und 4.5. Sie finden die drei Setup-Dateien im Unterverzeichnis „Tools“. Unter Windows 8 wird die Installation automatisch beim ersten Start eingeleitet. Sie benötigen außerdem das User State Migration Tool aus dem Windows Assessment and Deployment Kit (ADK) für Windows 8.1. Klicken Sie in PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 auf „Herunterladen“, um das Setup zu starten.

Schritt 2: Verbinden Sie einen USB-Stick mit dem Rechner. Darauf müssen etwa 100 MB freier Speicherplatz vorhanden sein. Klicken Sie auf „USB-Stick anlegen“ und wählen Sie daraufhin den USB-Stick aus.

Schritt 3: Booten Sie Ihren PC mit der Windows-8-DVD. Wählen Sie bei der Installationsart „Benutzerdefiniert (erweitert)“ aus. Einige Dialoge weiter geben Sie das Installationslaufwerk an, auf dem sich Ihr bisheriges System befindet. Das Ziellaufwerk darf nicht neu formatiert werden, sonst sind alle Daten weg. Eine Meldung informiert Sie darüber, dass Dateien aus früheren Versionen im Ordner Windows.old gesichert werden. Bestätigen Sie das mit „OK“. Nach der Installation legen Sie im neuen System die gleichen Benutzerkonten an, die schon vorher vorhanden waren.

Schritt 4: Nach Abschluss der Installation starten Sie PC-WELT Windows Upgrade Center 2014 vom USB-Stick und gehen auf die Registerkarte „2. Upgrade durchführen“. Klicken Sie auf „Upgrade starten“. Das Umzugs-Tool verschiebt die alten Profil- und Benutzerordner in das Verzeichnis „Windows.old“. Dann führt USMT mit Scanstate.exe eine Inventur von „Windows.old“ durch. Danach setzt das Tool Hardlinks zu den ermittelten Dateien in die entsprechenden Ordner des neuen Systems.

Im letzten Schritt fragt das Tool Sie, ob auch die Benutzerprofile umgezogen werden sollen. Wenn Sie das bejahen, werden zusätzlich Dateien und Einstellungen übertragen.

Technischer Hintergrund: Welche Einstellungen USMT berücksichtigt, wird in den Dateien Migapp.xml und MigUser.xml festgelegt. Diese lassen sich beliebig erweitern. Weitere Infos dazu finden Sie in der Microsoft-Dokumentation zu USMT.

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