158786

Windows sicher in 5 Minuten

26.08.2010 | 14:34 Uhr |

Schädlinge, Hacker, Spione – sie alle haben es auf Ihren PC, Ihr Windows-System und Ihre Daten abgesehen. Lassen Sie es erst gar nicht zum Schaden kommen: Mit unseren Tipps und Tools sichern Sie ihr Windows-System, Browser und Router gegen alle Risiken ab!

Kriminelle im Internet wollen Ihren Rechner missbrauchen – etwa um Spam zu verschicken, verbotene Inhalte zu verbreiten oder Bankdaten zu sammeln. Wenn es Hackern gelingt, Ihren Rechner für illegale Zwecke zu nutzen, droht auch Ihnen Ärger. Doch Sie können Ihr Windows-System ganz leicht gegen solche Übergriffe sichern.
Die folgenden 11 Maßnahmen reduzieren die Angriffsfläche auf Ihr Windows-System so weit, dass praktisch keine Malware und kein Hacker mehr eine Chance hat. Sorgen Sie dafür, dass Sie Windows so sichern, dass Ihr System wirklich nur Ihnen gehorcht. Viele unserer Tipps können Sie ganz einfach mit Windows-Bordmitteln erledigen.

1. Windows sichern mit geschützten Benutzerkonten

Gefahr: Wenn Sie unter Windows ein Programm starten, hat es immer dieselben Zugriffsrechte auf Systemeinstellungen und -dateien wie Ihr Benutzer. Wenn Sie ein Konto mit Admin-Rechten verwenden, dann haben außer Ihnen auch alle automatisch oder manuell gestarteten Tools vollen Zugriff auf das System. Jede Sicherheitslücke in Windows oder der Software, jeder unüberlegte Klick kann ohne Warnung dazu führen, dass Ihr System durch Malware verseucht oder gehackt wird.
Abwehr: Sichern Sie Windows, indem Sie neben dem unentbehrlichen Benutzerkonto mit Admin-Rechten auch sichere, eingeschränkte Benutzerkonten anlegen. Wenn Sie ein solches Konto nutzen, haben weder Sie selbst noch gestartete Anwendungen das Recht, Systemeinstellungen zu ändern. Folglich führt auch der Großteil der Malware- oder Hacker-Attacken ins Leere, egal, durch welches Einfallstor sie dringen wollen. Legen Sie also für sich selbst ein sicheres Zweitkonto an. Für alle weiteren Benutzer sollten Sie ausschließlich sichere Konten vergeben.
Sicheres Konto anlegen: Um ein sicheres neues Konto zu erstellen, öffnen Sie die Systemsteuerung (klassische Ansicht) und wählen den Punkt „Benutzerkonten“. Unter XP wählen Sie dann „Neues Konto erstellen“ und tragen den Namen des neuen Kontos ein – etwa „<Benutzername> (geschützt)“. Nach einem Klick auf „Weiter“ wählen Sie den Kontotyp „Eingeschränkt“ und gehen auf „Konto erstellen“. Dann klicken Sie auf das neue Konto in der Liste, wählen „Kennwort erstellen“ und vergeben ein sicheres Passwort (bestehend aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen). Unter Vista klicken Sie im Systemsteuerungs-Applet „Benutzerkonten“ auf „Anderes Konto verwalten“ und bestätigen die Warnung der Benutzerkontensteuerung. Wählen Sie „Neues Konto erstellen“, geben Sie wie unter XP einen Benutzernamen ein, aktivieren die Option „Standardbenutzer“ und klicken auf „Konto erstellen“. Dann rufen Sie das neue Konto in der Liste auf, gehen auf „Kennwort erstellen“ und vergeben ein sicheres Passwort.
Sicheres Konto nutzen: Sie können sich danach ganz normal bei dem neuen Konto anmelden. Die meisten Benutzer fühlen sich durch ein sicheres Benutzerkonto jedoch in ihrer Installations- und Konfigurationsfreiheit so beschnitten, dass sie lieber auf die Sicherheit verzichten. Eine praktikable Alternative, um Windows zu sichern: Sie betreiben Ihr System prinzipiell mit Admin-Rechten, lassen aber besonders bedrohte Tools (etwa den Browser) mit eingeschränkten Rechten laufen. Wie Sie das machen, lesen Sie im nächsten Punkt "Browser schützen - Rechte im Web minimieren".
Übrigens: Das Admin-Konto ist unter Vista längst nicht mehr so anfällig wie unter XP – dank der Benutzerkontensteuerung. Sie sorgt dafür, dass kein Prozess ohne Ihre Zustimmung System-Dateien und Einstellungen anpassen kann, auch nicht im Admin-Kontext. Trotzdem sollten Sie Windows sichern, indem Sie weitere Benutzer auch unter Vista mit sicheren Konten arbeiten lassen - und auch der Admin sollte den Browser im geschützten Modus ausführen.

2. Windows sichern - Browser schützen: Rechte im Web minimieren

Gefahr: Der Web-Browser ist Ihr Fenster zum Netz. Damit ist er ein beliebtes Angriffsziel – etwa für gefälschte Netzwerkpakete. Auch der Besuch gehackter Web-Seiten oder ein unüberlegter Klick können Attacken auslösen, etwa einen Drive-by-Download, also das Herunterladen von Code ohne Zutun des Anwenders.
Abwehr: Wie in Punkt 1 beschrieben, sollten Sie Ihren Browser immer mit minimalen Rechten betreiben, um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Browser-Schutz unter XP: Mit pcwRunAs legen Sie einen Link auf dem Desktop an, über den Sie den Browser geschützt starten können. Installieren Sie das Tool, rufen Sie es auf, und folgen Sie dem Assistenten. Im zweiten Dialog geben Sie den Pfad zum Browser an. Im dritten wählen Sie Ihr sicheres Konto aus Punkt 1 und geben das Kennwort dazu ein. Im vierten geben Sie den Namen an, den der neue Desktop-Link erhalten soll (etwa „Firefox – geschützt“). Ein Klick auf den neuen Link startet den Browser über das sichere Konto.
Achtung: Der Browser läuft in einem anderen Benutzerkontext als Ihr Windows-System. Wenn Sie eine Datei auf den Desktop herunterladen, erscheint sie im Desktop-Ordner des geschützten Benutzers und nicht auf Ihrem üblichen Desktop. Um das zu ändern, passen Sie das Download-Verzeichnis in Ihrem Browser an und gewähren dem geschützten Konto Schreibrechte auf den Haupt-Desktop.
Browser-Schutz unter Vista: Vista bietet mit „Mandatory Integrity Control“ einen Schutzmechanismus, der zum Sichern von Windows direkt auf einzelne Dateien angewendet werden kann. So wird ihnen der Zugriff auf alle Dateien und Ordner verboten, denen ein höherer Integritätslevel zugeteilt wurde. Der IE 7/8 läuft geschützt. Die Firefox-Entwickler planen eine ähnliche Funktion erst für Version 4. Mit pcwSecureBrowser können Sie diese Sicherheits-Funktion schon jetzt für Firefox, Chrome, Opera und Safari nutzen.
Geschützten Modus aktivieren: Nachdem Sie unser Tool pcwSecureBrowser gestartet haben, ermittelt es, welche der vier Browser installiert sind. Danach aktivieren Sie die Klickboxen neben allen Browsern, die geschützt laufen sollen. Zuletzt müssen Sie noch einen Download-Ordner freigeben. Ein Klick auf „Einstellungen übernehmen“ aktiviert den Schutz und hilft Ihnen, Windows zu sichern.
Übrigens: Den Download-Ordner müssen Sie in jedem Browser als Standard definieren. Bei Firefox etwa über „Extras, Einstellungen, Allgemein“. Um den Schutz einzelner Browser später wieder zu entfernen, starten Sie das Tool erneut, deaktivieren die Klickboxen und klicken auf „Einstellungen übernehmen“.

0 Kommentare zu diesem Artikel
158786