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Virtualisierung im Überblick

22.02.2008 | 09:15 Uhr |

Ein immer bedeutenderes Thema auf der CeBIT ist Virtualisierung. Dabei geht es darum, einzelne Anwendungen oder komplette Betriebssysteme in einem abgeschotteten Bereich laufen zu lassen. Wir berichten über die Hintergründe und die wichtigsten Virtualisierungs-Tools Bufferzone, Sandboxie, Vmware, Virtual PC und VirtualBox.

Vmware Player gibt's gratis
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Für Privatanwender ist bei der Virtualisierung reizvoll, gefahrlos im Web zu surfen und risikolos Software zu testen. Denn das Betriebssystem, auf dem der virtuelle PC aufsetzt, kann dabei keinen Schaden nehmen.

Unternehmen schätzen bei der Virtualisierung die Möglichkeit, mehrere Server-Betriebssysteme parallel auf einem Hauptsystem laufen zu lassen. Das spart Hardware- und Stromkosten sowie Stellplätze für die Rechner.

Anwendungs-Virtualisierung

Die einfachste und schnellste Möglichkeit ist es, einzelne Anwendungen zu virtualisieren. Dazu müssen Sie keinen kompletten virtuellen PC samt Betriebssystem installieren, sondern nur ein kleines Virtualisierungs-Tool. Dieses sorgt dafür, dass von Ihnen ausgewählte Programme in einem abgeschotteten Bereich (Sandbox) laufen und keinen Schaden am System verursachen können. Schreibzugriffe der Programme werden in die Sandbox umgeleitet. Diese bleibt gespeichert, solange Sie mögen. Sollten Sie eines Tages feststellen, dass der Browser oder ein anderes Programm, dass Sie abgeschottet haben laufen lassen, nicht mehr so funktioniert, wie es sollte, leeren Sie die Sandbox und verwerfen so alle Änderungen. Auch eventuelle Viren und Würmer, die Sie sich möglicherweise beim Surfen eingefangen haben, werden dadurch ins Jenseits befördert. Dabei gehen natürlich auch Dateien verloren, die Sie verloren haben. Diese sollten Sie zuvor aus der Sandbox an eine andere Stelle Ihrer Festplatte kopieren. Die Anwendungs-Virtualisierer Bufferzone Security for Browsers und Sandboxie sind kostenlos erhältlich.

Bufferzone Security for Browsers ist optimiert für die Web-Browser Internet Explorer und Firefox. Bei der Installation können Sie wählen, welcher der beiden immer automatisch virtualisiert werden soll. Weitere Programme können Sie manuell in der Sandbox starten, indem Sie mit der rechten Maustaste auf ein Programm-Icon klicken und „Open in BufferZone“ anklicken.

Sandboxie funktioniert ähnlich wie Bufferzone, ermöglicht aber das Anlegen mehrerer Sandboxen. Das ist praktisch, um Programme, bei denen Sie gespeicherte Daten längere Zeit vorhalten wollen von solchen zu trennen, bei denen Sie häufig die Sandbox leeren, zum Beispiel Web-Browser.

Komplette Virtualisierung

Ein echter virtueller PC ist komplett vom Wirt-System abgeschottet. Nahezu alle Systemkomponenten wie Grafikkarte, Festplatte, Soundkarte, Speicher, Tastatur und Maus werden emuliert. Das schafft größtmögliche Unabhängigkeit. Er läuft entweder im Fenster oder im Vollbild auf Ihrem normalen Betriebssystem. Wenn Sie ihn starten, stehen Sie zunächst vor einem schwarzen Bildschirm - denn ein Betriebssystem wird nicht mitgeliefert. Sie haben die Wahl, ob Sie ein Linux-System oder eine der zahlreichen Windows-Versionen installieren.

VirtualBox ist der neue Herausforderer
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Vmware Workstation war das erste kommerziell verfügbare Produkt, das einen kompletten virtuellen PC bereitgestellt hat. Mit rund 160 Euro ist das Programm allerdings kein Schnäppchen. Um sein Produkt bekannter zu machen brachte das Unternehmen Vmware Player heraus. Damit ist es möglich, fertige virtuelle Systeme zu benutzen. Diese gibt es zum Beispiel unter zum Download. Neue Systeme erstellen können Sie mit dem Player allerdings nicht. Dieses Manko können Sie entweder mit Freeware-Tools umgehen , die die grundlegenden Konfigurations-Dateien und die Festplatte für ein virtuelles System anlegen. Eine Auswahl davon finden Sie unter. Oder aber - viel geschickter - Sie benutzen Vmware Server . Dieses Programm gibt Vmware gegen eine Online-Registrierung ebenfalls kostenlos herausgibt. Eigentlich ist es dafür gedacht, mehrere Server-Betriebssysteme auf einem PC parallel zu betreiben. Durch seine enge Verwandtschaft zur Workstation-Version eignet sich die Software aber auch für andere Gast-Betriebssysteme wie Windows XP und Vista.

Virtual PC von Microsoft eignet sich in erster Linie zum Installieren von Windows-Betriebssystemen. Offiziell werden die 32-Bit-Versionen von Windows 98, NT 4, 2000, XP, Vista und Server 2003 unterstützt. Inoffiziell können Sie auch Linux installieren, aber es kann passieren, dass die virtuelle Hardware dann nicht vollständig erkannt wird. unterstützt keine USB-Geräte.

Sandboxie virtualisiert einzelne Anwendungen
Vergrößern Sandboxie virtualisiert einzelne Anwendungen
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VirtualBox hat sich in den letzten Monaten vom Geheimtipp zur echten Alternative zu den Platzhirschen Vmware und Virtual PC entwickelt. Das Tool ist kostenlos verfügbar. Als Betriebssystem werden unter anderem Windows 98, 2000, XP, Vista und Linux unterstützt. Einen Vergleich der Komplett-Virtualisierer finden Sie bei unseren Kollegen vom Tecchannel.

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