22.12.2004, 08:35

Thomas Rau, Margit Kuther, Richard Coppola

Tintenpatronen befüllen: Sparen Sie sich die teuren Originalkartuschen

Problem: Kaum haben Sie Ihrem Tintenstrahler eine neue Patrone spendiert, ist diese schon wieder leer. Genauso geht es Ihrem Geldbeutel. Denn für eine Kartusche müssen Sie, je nach Druckermodell, zwischen 20 und 50 Euro auf den Tisch legen.

Lösung: Kaufen Sie Tinte von namhaften Alternativanbietern wie Pelikan oder KMP (siehe Kasten weiter unten auf dieser Seite). Unserer Erfahrung nach bieten diese in der Regel eine ähnlich gute Tintenqualität wie der Druckerhersteller. Sie können meist zwischen kompletten Kartuschen und Spritzensystemen wählen.
Die Fremdkartuschen sind wie das Original in ein bis zwei Minuten ausgetauscht. Sie sparen aber je nach Modell bis zu 60 Prozent. Bei Spritzensystemen reduzieren Sie die Kosten gar um bis zu 80 Prozent. Das Wiederbefüllen ist recht aufwendig – knapp 40 Minuten sollten Sie für die Aktion einplanen. Außerdem birgt sie ein jedoch gewisses Risiko für den Drucker. Wenn Sie sich aber an die folgenden Regeln halten, sollte alles problemlos klappen.
Schritt 1: Drucken Sie die Patronen nicht leer. Starten Sie die Nachfüllaktion rechtzeitig. Nämlich dann, wenn die Tintenstandsanzeige im Menü des Druckertreibers anzeigt, dass der Kartuscheninhalt bald zur Neige geht. Denn fast alle Tanks enthalten einen Schwamm. Ist der einmal ausgetrocknet, ist der Kapillareffekt gestört: Der Tintenfluss ist dann zu stark oder bricht ab, die Patrone ist unbrauchbar.
Schritt 2: Halten Sie sich unbedingt an den Beipackzettel. Der Anbieter teilt hier wichtige Informationen zum Refill mit. Sie erfahren etwa, welche Patronen-Öffnungen Sie mit welcher Tintenfarbe befüllen müssen. Andernfalls können Sie die Kartusche ruinieren. Wenn Sie sich beispielsweise bei der HP-Patrone Nr. 78 am Originalaufkleber mit den Farben Magenta, Cyan und Gelb orientieren, füllen Sie die Farben falsch nach – so spritzen Sie etwa gelbe Tinte in den Tank für Cyan.
Schritt 3: Gehen Sie vorsichtig vor. Ziehen Sie nur etwa 75 Prozent der vom Refill-Anbieter empfohlenen Tintenmenge in die Spritze. Der Anbieter orientiert sich am leeren Tank, doch dieser sollte ja noch Resttinte enthalten (siehe Schritt 1). Stecken Sie die Spritzennadel vorsichtig durch die in der Beschreibung angegebene Öffnung mittig in den jeweiligen Farbtank. Drücken Sie die Tinte in kleinen Schüben in die Patrone, und warten Sie jedesmal, bis diese die Flüssigkeit restlos aufgesogen hat. Füllen Sie nämlich zu viel Tinte ein, läuft sie nicht nur unten aus, sondern fließt bei Kartuschen, die mehrere Farben enthalten, auch in den Nachbartank. Die Patrone ist dann unbrauchbar. Tipp: Sollten Sie doch einmal zu viel Tinte in eine Kammer gefüllt haben, dann ziehen Sie diese rasch mit der Spritze wieder heraus.

Schritt 4: Die Patrone muss sich regenerieren. Setzen Sie die befüllte Patrone erst nach etwa 15 Minuten in den Drucker. Zum einen benötigt der Schwamm die Zeit, um die Tinte gleichmäßig aufzusaugen. Zum anderen darf keine Tinte mehr aus der Kartusche laufen. Diese könnte sonst die Düsensteuerung und damit den Drucker ruinieren. Tupfen Sie deshalb die Patrone an der Tintenaustrittsöffnung oder dem Druckkopf regelmäßig mit einem Küchentuch ab. Die einzelnen Farben dürfen sich dabei nicht vermischen. Nur wenn der Tintenfleck kaum größer als die Tintenaustrittsöffnung oder die Düsenreihen des Druckkopfs ist, dürfen Sie die Kartusche in den Drucker einsetzen.
Schritt 5: Installieren Sie die selbst befüllte Patrone. Nach spätestens 30 Minuten sollte die Kartusche wieder im Drucker sein, andernfalls können die Düsen des Druckkopfes verkleben. Führen Sie nun im Druckertreiber drei bis vier Mal hintereinander die Düsenreinigung durch. Das stellt den erforderlichen Unterdruck in den Kartuschen wieder her und sorgt für einen durchgängigen Tintenfluss. Übrigens: Kartuschen mit Druckkopf sollten Sie nur etwa fünf bis zehn Mal wieder befüllen. Dann ist der Druckkopf verschlissen. Sie sehen Streifen im Ausdruck und brauchen eine neue Kartusche.
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