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Testen Sie selbst: So gut ist Ihr WLAN wirklich?

23.07.2014 | 12:01 Uhr |

Kein WLAN ist wie das andere. Nur wenn Sie das eigene Funknetzwerk wirklich kennen, können Sie seine Schwachstellen beheben. Das passende Tools und die richtigen Tipps gibt’s von uns.

Wie weit das Funknetz des eigenen Routers reicht, wie sehr Nachbar-WLANs es stören, hängt immer von den äußeren Umständen ab. Deshalb holen Sie am meisten aus dem Funknetz heraus, wenn Sie Ihr WLAN und Ihre Umgebung mit den richtigen Tools analysieren. Dann wissen Sie genau, welche WLAN-Tuning-Tricks tatsächlich helfen. Und Sie verwenden die passenden Geräte, um dem Tempo und der Reichweite im Heimnetz auf die Sprünge zu helfen.

Heatmapper zeichnet die Signalstärke Ihres WLANs auf - dafür können Sie einen Plan der Wohnung hinterlegen
Vergrößern Heatmapper zeichnet die Signalstärke Ihres WLANs auf - dafür können Sie einen Plan der Wohnung hinterlegen

WLAN-Analyse mit Heatmapper

Bevor Sie jetzt WLAN-Repeater, Powerline-Adapter und meterweise LAN-Kabel kaufen, um Ihr Heimnetz zu erweitern, sollten Sie die Schwachstellen zunächst lokalisieren. Dazu nutzen Sie das Freeware-Tool Heatmapper . Es zeigt Ihnen die Landkarte Ihres WLANs – so wissen Sie ganz genau, wo Sie bei der Reichweite nachhelfen müssen.

Vorbereitung: Wenn Sie das Tool direkt von der Herstellerseite herunterladen, müssen Sie sich zunächst mit einer Mailadresse anmelden. Dorthin bekommen Sie dann den Download-Link für Heatmapper geschickt. Installieren Sie das Programm am besten auf einem Notebook. Es spielt dafür einen Protokolltreiber auf – dieser Aktion müssen Sie zustimmen. Um Ihr WLAN auszumessen, muss der Laptop natürlich mit dem entsprechenden Router verbunden sein – am besten per Netzwerkkabel, damit nicht diese Verbindung zum Flaschenhals wird. Heatmapper ermittelt nun anhand der Signalstärke, die das WLAN des Notebooks vom Router empfängt, die Reichweite des WLANs. Daher sollten Sie das Tool auf dem Gerät installieren, mit dem Sie das WLAN am häufigsten nutzen. Dadurch verfälschen sich aber eventuell die Ergebnisse: Denn ein Notebook mit einem schnellen WLAN-Chip und zwei gut positionierten internen Antennen empfängt wahrscheinlich noch dort Signale des WLAN-Routers, wo das Android-Smartphone keine Verbindung mehr bekommt.

Site Survey mit Heatmapper: Je grüner, desto stärker kommt das WLAN-Signal an
Vergrößern Site Survey mit Heatmapper: Je grüner, desto stärker kommt das WLAN-Signal an

Messung: Mit Heatmapper prüfen Sie, bis wohin das WLAN in Ihrer Wohnung reicht. –In der Fachsprache wird dieses Vorgehen „Site Survey“ genannt. Um den besten Überblick zu bekommen, nutzen Sie für die Messung mit Heatmapper einen Plan Ihrer Wohnung oder Ihres Büros, den Sie nach dem Start in das Tool importieren: Es versteht die Dateiformate asl, jpg, bmp, gif, svg und wbmp. Sie können aber auch mit einem leeren Blatt beginnen.

Warten Sie ein wenig, bis das Notebook eine stabile Verbindung zum Router aufgebaut hat. Sie sehen im Hauptfenster von Heatmapper auf der linken Seite die Netzwerke, die erkannt wurden. Der eigene WLAN-Router sollte dabei an der obersten Position stehen, denn das Programm sortiert die Gegenstellen nach Empfangsstärke. Meldet Heatmapper, dass es keine WLANs gefunden hat, hilft manchmal ein Neustart des Notebooks. Allerdings kommt Heatmapper mit einigen WLAN-Chips gar nicht zurecht. Bevor Sie mit der Messung starten, sollten Sie die WLAN-Liste links und die englischsprachige Hilfe rechts jeweils per Klick auf den schmalen senkrechten Trennbalken auszublenden. Klicken Sie nun auf dem Grundriss die Stelle an, an der Sie sich mit Ihrem Notebook befinden. Nun schreiten Sie langsam Ihre Wohnung oder Ihr Büro ab und setzen mit einem Mausklick etwa alle drei Meter einen weiteren Punkt an der aktuellen Position. Am Ende des Rundgangs beenden Sie die Messung per Rechtsklick. Heatmapper färbt nun den Grundriss in unterschiedlichen Farben ein. Je grüner ein Bereich, desto besser ist er vom Router ausgeleuchtet. Gelb deutet auf einen problematischen WLAN-Empfang hin, in orangenen Bereichen haben Sie Funklöcher. Wenn Sie den Mauszeiger über einen der auf dem Plan eingetragenen Router bewegen, zeigt Heatmapper nur dessen Reichweite. So können Sie auch erkennen, ob Ihr Router nicht ungewollt zu stark in eine andere Richtung strahlt.

So erzielen Sie die besten Ergebnisse: Am besten führen Sie den WLAN-Spaziergang mit Heatmapper genau zu der Zeit aus, in der Sie üblicherweise das WLAN am häufigsten nutzen. Denn störende Einflüsse auf Ihr WLAN können sich je nach Tageszeit unterscheiden – zum Beispiel, wenn am Abend alle Nachbarn über ihre WLAN-Router online gehen und dadurch die Reichweite Ihres Netzwerkes einschränken. Messen Sie am besten mehrmals mit Heatmapper und verändern Sie zuvor jedes Mal etwas die Position des Routers. Sie müssen nur den Router höher stellen oder etwas drehen – schon kann sich die Signalstärke an bestimmten Punkten der Wohnung deutlich verändern.

WLAN-Tempo mobil messen: Die Android-App WiFi Speed Test zeigt, mit welcher Bandbreite Smartphone und WLAN-Router verbunden sind
Vergrößern WLAN-Tempo mobil messen: Die Android-App WiFi Speed Test zeigt, mit welcher Bandbreite Smartphone und WLAN-Router verbunden sind

WLAN-Test mit dem Smartphone

Für Android-Geräte gibt es ein Tool wie Heatmapper unseres Wissens nach nicht: Entweder lassen sich die Apps nicht bequem bedienen wie etwa Wifi Site Survey. Oder sie kosten sehr viel Geld – für die Android-App Wolf Wifi Pro beispielsweise müssen Sie knapp 38 Euro hinlegen.

Auf die bunten Heatmaps müssen Sie verzichten, wenn Sie das WLAN mit dem Android-Smartphone vermessen. Doch mit unserer App-Empfehlung WiFi Speed Test erhalten Sie trotzdem einen guten Überblick über die Stärken und Schwächen des WLAN. Die Android-App misst nämlich ständig die Datenrate zwischen dem Smartphone und dem Router. So können Sie an jeder Stelle der Wohnung ermitteln, ob das WLAN-Tempo noch ausreicht, um beispielsweise Videos auf dem Smartphone zu schauen. Wie hoch es dafür sein muss, steht in der folgenden Tabelle.

Stellen Sie dauerhafte Übertragung ein, um das WLAN in jedem Winkel Ihrer Wohnung auszumessen
Vergrößern Stellen Sie dauerhafte Übertragung ein, um das WLAN in jedem Winkel Ihrer Wohnung auszumessen

Die Mess-App richtig einstellen: Um mit WiFi Speed Test zu messen, installieren Sie die App auf Ihrem Android-Smartphone. Als Gegenstelle nutzen Sie am besten ein Notebook, das mit dem Router per LAN-Kabel verbunden ist. Dafür benötigen Sie das passende Windows-Programm der App, das Sie unter www.pcwelt.de/mm2z herunterladen. Sie starten die EXE-Datei per Doppelklick: Nun wartet das Windows-Notebook als Server darauf, dass die Smartphone-App eine Verbindung aufbaut. In der App prüfen Sie zunächst, ob in der obersten Zeile die SSID Ihres WLANs eingetragen ist. Wenn das der Fall ist, stellen Sie eine unbegrenzte Übertragungsdauer ein unter More Options -> Transfer Settings -> Transferred Data Size: Limitless until stop. Anschließend wählen Sie TCP Client. In der Zeile unter „Remote server address“ geben Sie die IP-Adresse der Gegenstelle ein, die im Programmfenster des Windows-Tools auf dem Notebook steht. Nun markieren Sie noch die Einstellung „Current Speed“. Dann sehen Sie in Echtzeit wie sich die Datenrate verändert, wenn Sie sich vom Router entfernen. Ein Tachometer in der Mitte des App-Fensters zeigt das WLAN-Tempo grafisch an. Darunter sehen Sie die beiden Übertragungsoptionen: „Upload“ bedeutet, dass das Smartphone Daten an den Rechner am Router sendet. „Download“ ist normalerweise im Heimnetz das praxisnähere Szenario: Der Server überträgt dabei Daten ans Smartphone, wie beim Download aus dem Internet oder dem Video-Streaming.

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