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Kaufberatung: Die besten Bluetooth-Kopfhörer

21.02.2017 | 17:02 Uhr |

On-Ear, Over-Ear, Rauschunterdrückung: Wir haben uns acht hochwertige kabellose Kopfhörer gründlich angeschaut. Damit finden Sie den besten Bluetooth-Kopfhörer. Plus I: Der Unterschied zwischen Bluetooth- und Funkkopfhörern. Plus II: Ein In-Ear-Kopfhörer im Test.

Apples neues iPhone 7 hat keinen Anschluss für Klinkenstecker mehr. Will man auf dem Smartphone trotzdem in akustisch einwandfreien Musikgenuss kommen, dann muss man auf ein kabelloses Kopfhörer-Modell mit Bluetooth zurückgreifen. Natürlich haben solche kabellosen Kopfhörer auch ohne die iPhone-Problematik durchaus ihre Daseinsberechtigung: Lästiges Kabelgefummel entfällt, man bleibt mobil und muss mittlerweile auch beim Klang keine Abstriche mehr machen.

Kleine Ohrstecker mit blechernem Klang sind längst von der Bildfläche verschwunden – allerorts bestimmen große, stylische Kopfhörer das Straßenbild. Die digitale Audiorevolution hat bereits stattgefunden und Kopfhörer sind längst mehr als nur funktionelle Audiogeräte. Sie sind das essentielle Verbindungsstück zwischen Ihnen und den Inhalten auf Ihrem Mobilgerät – sei es ein Smartphone, Tablet oder ein ganz klassischer MP3-Player, oder der Musik auf Ihrem Windows-PC oder iMac oder Macbook.

Deshalb investieren audiophile Musikkonsumenten heute auch immer mehr Geld in wirklich gute Kopfhörer. Doch oft trügt der Schein: Viele Kopfhörer auf dem Markt sehen zwar außerordentlich gut aus und reißen nicht selten ein üppiges Loch in die Haushaltskasse – doch technisch leisten sie kaum mehr als ein paar billige In-Ear-Knöpfe (wobei es auch sehr gute In-Ear-Modelle gibt, sieht unten).

Kabellose Kopfhörer: Bluetooth, Funk und Infrarot

Der Sennheiser RS 175 Kopfhörer ist ein Beispiel für einen Funkkopfhörer.
© Sennheiser

Wenn in Zusammenhang mit PCs, Notebooks, Smartphones oder Tablets von kabellosen Kopfhörern die Rede ist, dann sind meist Bluetooth-Kopfhörer gemeint. Weil in mobilen Geräten in der Regel ein Bluetooth-Chip verbaut ist, klappt die Ton-Übertragung zwischen Sendegerät – iPhone, Android-Smartphone oder Notebook – und BT-Kopfhörer in der Regel auf Anhieb. Das Sendegerät muss nur die entsprechenden Bluetooth-Profile unterstützen.

Der Bluetooth-Support gilt aber zum Beispiel meist nicht für Fernseher oder Stereoanlagen – hier fehlt in der Regel das Gegenstück für eine Bluetooth-Verbindung. In diesem Fall können Sie aber Funk-Kopfhörer verwenden, deren Sendestation über ein Kabel mit dem Ausgabegerät – TV oder Stereoanlage – verbunden wird. Also beispielsweise per Klinke- oder Cinch-Anschluss.

Funk-Kopfhörer sind deshalb beim Heim-Kino und im Zusammenspiel mit TV-Gerät oder Stereoanlage weit verbreitet. Ein Beispiel für so einen Funk-Kopfhörer sind die Sennheiser RS-Modelle.

Für Funkkopfhörer spricht auch, dass die Audio-Daten unkomprimiert und mitunter besser als in CD-Qualität übertragen werden. Bei Bluetooth werden die Audio-Daten dagegen komprimiert, was immer mit einem Qualitätsverlust verbunden ist. Audiophile Zeitgenossen dürften also eher zu Funkkopfhörern als zu BT-Kopfhörern tendieren. Wobei nur das besonders gute oder geschulte Ohr die Qualitäts-Unterschiede bei hochpreisigen Modellen hören kann.

Nur der Vollständigkeit halber sei noch die Infrarot-Technologie erwähnt. Hier muss zwingend eine Sichtverbindung zwischen dem Kopfhörer und der Sendestation bestehen, zudem beeinträchtigt Grundrauschen den Hörgenuss. Infrarot-Kopfhörer spielen heute keine Rolle mehr und sind ein Stück Technikgeschichte. Allenfalls bei alten TV-Geräten, die nur Infrarot unterstützen, könnte sich der Einsatz von Infrarot-Kopfhörer noch lohnen.
 
 
 
 

Form-Faktor: In-Ear, On-Ear oder Over-Ear

Zum Glück gibt es auch innerhalb der Riege der gut aussehenden und gut klingenden kabellosen Kopfhörer ausreichend Auswahl. Die Entscheidung, ob Sie zu In-Ear, On-Ear oder Over-Ear greifen, ist dabei in erster Linie von Ihren persönlichen Vorlieben und Bedürfnissen abhängig. Die Frage nach Qualität und technischer Ausstattung hingegen von Ihrem Geldbeutel.

Dabei ist der Einsatz von Wireless-Kopfhörern nicht auf Smartphones oder PCs begrenzt, auch im Wohnzimmer haben kabellose Kopfhörer ihre Berechtigung. Nur finden im Heimkino seltener Bluetooth-Kopfhörer, sondern eher Funkkopfhörer Verwendung.

Tipp: So verbessern Sie die Soundqualität von Bluetooth-Kopfhörern

Die besten Over-Ear-Bluetooth-Kopfhörer

Wir haben uns acht hervorragende Wireless-/Bluetooth-Kopfhörer für Musikliebhaber, Gamer oder Vielreisende, die unterwegs klaren Sound oder Hörbücher genießen wollen, angeschaut und jeden Over-Ear-Kopfhörer einem intensiven Test unterzogen: Beoplay H7 von Bang & Olufsen, Sennheiser Momentum Wireless, JBL Everest Elite 700 , Bose Quiet Comfort 35 , Sony h.ear On Wireless NC MDR-100 ABN, Sony MDR 1000x, Audio-Technica ATH-SR5BT und Bowers & Wilkins P5 Wireless.

Herausgekommen ist unsere Top 8 der Wireless-Kopfhörer des Jahres 2016, mit denen Sie garantiert voll auf Ihre Kosten kommen - zu finden auf dieser und den folgenden Seiten dieses Artikels.

Doch bevor es weiter unten mit dem ersten Over-Ear-Kopfhörer losgeht, stellen wir Ihnen eine In-Ear-Alternative ausführlicher vor:

Bose QuietControl 30 wireless headphones
Vergrößern Bose QuietControl 30 wireless headphones
© Bose

Bose Quiet Control 30: In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer

Neben Over-Ear-und On-Ear-Kopfhörern gibt es noch die Klasse der In-Ear-Kopfhörer. Ihr großer Verteil gegenüber On-Ear- und vor allem Over-Ear-Modellen: Sie schwitzen nicht unter den Kopfhörern und haben keinen fühlbaren Druck auf den Ohrmuscheln.

Die Bose Quiet Control 30 wireless headphones für knapp 250 Euro sind ein Beispiel für solche kabellosen In-Ear-Kopfhörer. Die Audio-Daten werden bei diesem Modell via Bluetooth- oder auch über NFC übertragen.

Bose Quiet Control 30 Wireless im Preisvergleich 

Über die rechts am Nackenband angebrachten Tasten schalten Sie die Kopfhörer ein und aus, regeln die Stärke der Rauschunterdrückung und die Lautstärke, springen bei Playlists zum nächsten Titel beziehungsweise zurück und nehmen Anrufe, die auf dem gekoppelten Smartphone eingehen, entgegen beziehungsweise lehnen diese ab. In die Nackenbügel hat Bose auch die Mikrofone integriert. An die Blindbedienung der rechts am Nackenband angebrachten Tasten gewöhnt man sich schnell.

Die beiden Kopfhörer sind per Kabel mit dem Nackenband verbunden, so dass man sie im Unterschied zu den Apple Airpods nicht verlieren kann. In den Nackenbügeln befindet sich außerdem die Micro-USB-Ladebuchse und die Hardware für das Active Noise Cancelling. Der Lithium-Ionen-Akku soll mit einer Ladung bis zu zehn Stunden durchhalten. Sie laden den Akku per Micro-USB auf. Ein Klinkenstecker ist nicht vorhanden.

App Bose Connect

Mit der App Bose Connect für iOS und Android können Sie die Kopfhörer nicht nur konfigurieren und die Rauschunterdrückung regeln, sondern darin steht Ihnen auch eine ausführliche Bedienanleitung zur Verfügung. Die App zeigt auch die Anzahl der verbundenen Geräte an.

Active Noise Cancelling (ANC)

Die Besonderheit der Bose Quiet Control 30 ist das Active Noise Cancelling (ANC). Diese Rauschunterdrückung, oder besser: "Umgebungsgeräuschunterdrückung", können Sie direkt am Nackenhalsband und auch in der App Bose Connect regeln.

Das ANC überzeugt rundum: Bei voller Geräuschunterdrückung hörten wir weder das rumpelnde Geräusch des Wäschetrockners noch eine laufende Wasserleitung. Stimmen konnten wir mit Mühe noch verstehen, aber nur, wenn die Personen laut und deutlich und in unserer unmittelbaren Nähe sprachen. Tippt man gleichzeitig auf einer Tastatur, so hören sich die Anschläge merkwürdig gedämpft an.

Der Audio-Klang ist hervorragend, sowohl bei Sprache als auch für den Musikgenuss. Der Tragekomfort überzeugt uns ebenfalls, die Kopfhörer drücken nicht und stecken bequem in unseren Ohren. Auch beim Herumgehen bleiben die Kopfhörer wackelfest in unseren Ohren ohne unbequem zu werden. Einziges Manko: Die Nackenbügel verrutschen leicht. Das sieht für einen Betrachter vielleicht unschön aus.

Die maximale Reichweite von zehn Metern zwischen Kopfhörern und Musikquelle, in unserem Fall iPhone und iPad, reizten wir gründlich aus. Dabei kam es zu gelegentlichen Aussetzern, wenn wir im Bad Musik hörten und das iPad doch etliche Meter und einige dünne Wände entfernt im Wohnzimmer lag. Insgesamt kann man sich aber durchaus einige Meter von der Audioquelle entfernen und trotzdem einen tollen Musikgenuss haben.

Wir haben die Bose Quiet Control 30 mit einem iPhone und mit einem iPad verbunden. Das Neukoppeln klappte jedes Mal ruckzuck, wenn man die Kopfhörer einmal mit einem Smartphone oder Tablet verbunden hat. Es stehen mehrere Bediensprachen zur Auswahl, darunter Deutsch und Englisch.

Im Kaufpreis sind neben den Kopfhörern ein Transportcase, eine kurze gedruckte Anleitung zur Inbetriebnahme sowie alternative Hörereinsätze in unterschiedlicher Größe und ein USB-Kabel enthalten.

Fazit: Nicht billig, aber gut

Nicht preiswert, aber richtig gut, das sind die Bose Quite Control 30 In-Ear-Bluetooth-Kopfhörer. Hoher Tragekomfort, sehr guter Sound, eine bemerkenswerte ANC und gute Blindbedienbarkeit überzeugen und sind ihr Geld wert.

Sie wollen mehr wissen? Dann lesen Sie unseren ausführlichen Test: Bose Quiet Control 30 

So viel zu diesem nicht ganz preiswerten, aber sehr leistungsfähigen In-Ear-Kopfhörer. Jetzt stellen wir die besten acht Over-Ear-Kopfhörer vor.

Der Beoplay H7 ist elegant und bietet exzellenten Klang.
Vergrößern Der Beoplay H7 ist elegant und bietet exzellenten Klang.
© Bang & Olufsen

Beoplay H7 von Bang & Olufsen

Der Beoplay H7 ist aus hochwertigem Material gefertigt. Weiches Leder erhöht den Tragekomfort. Der Akku lässt sich herausnehmen, die Akku-Verriegelung ist allerdings etwas hakelig. In der Praxis ist das aber kein Problem, weil Sie den Akku im eingebauten Zustand aufladen können. Eine Akku-Ladung soll mindestens 20 Stunden durchhalten. Über den Ladestand informiert die Anzeige neben dem Bluetoothsymbol im iPhone, falls Sie den Kopfhörer mit einem iPhone gekoppelt haben. Alternativ können Sie den ebenfalls vorhandenen Klinkenanschluss verwenden.
 
Sie bedienen den Kopfhörer über die Touch-Bedienoberfläche aus Aluminium auf der rechten Ohrmuschel.
 
Fazit: Der Klang kann überzeugen und entspricht den Erwartungen, die man an die Premiummarke Bang & Olufsen hat.
 
Preis: Ab zirka 270 Euro

Der Momentum Wireless lässt sich zusammenklappen und wird durch eine Transporttasche geschützt.
Vergrößern Der Momentum Wireless lässt sich zusammenklappen und wird durch eine Transporttasche geschützt.
© Sennheiser

Sennheiser Momentum Wireless

Der Sennheiser Momentum Wireless bietet eine aktive Geräuschunterdrückung - sie schirmt  allgemeine Umgebungsgeräusche, Menschenstimmen, aber auch Verkehrsgeräusche von Transportmitteln und Straßenverkehr ab - und besitzt als Rückfalllösung einen Kabelanschluss. Die Ohrhörer lassen sich für den Transport einklappen.
 
Der Tragekomfort ist dank Lederpolster sehr gut. Auf dem rechten Ohrhörer sind die Bedienelemente so untergebracht. Der Akku hält rund 24 Stunden durch, kann aber nicht gewechselt werden. Ist der Akku leer, kann man den Kopfhörer per Kabel weiternutzen.
Der Klang ist sehr gut und ausgeglichen, die aktive Geräuschunterdrückung kann man aber nicht abschalten.

Preis: Um die 350 Euro

Der Elite 700 besitzt gut geformte Ohrhörer.
Vergrößern Der Elite 700 besitzt gut geformte Ohrhörer.
© JBL

JBL Everest Elite 700

Der JBL Everest Elite 700 kommt mit aktiver und regelbarer Geräuschreduzierung (Noise Canceling) und App-Steuerung. Auf eine berührungsempfindliche Oberfläche zur Touch-Steuerung hat JBL dagegen verzichtet, stattdessen gibt es klassische Knöpfe auf den beiden Kopfhörern.

Der Kopfhörer fühlt sich bequem an, ist aber mit 305 Gramm etwas schwer. Mitgeliefert wird ein Audiokabel für den Fall, dass der Akku leer ist. Das ist nach 20 Stunden Betrieb der Fall.

Die Smartphone-App Headphones von JBL dient zum Einstellen des Elite 700. Hierüber kann man die aktive Geräuschunterdrückung nicht nur regeln, sondern auch ganz abschalten und der Equalizer aktivieren. Die Klangqualität des Elite 700 überzeugt. 

Preis: Ab zirka 280 Euro  

Auf den nächsten Seiten stellen wir Ihnen fünf weitere empfehlenswerte Bluetooth-Kopfhörer vor. Übrigens: Diese Kaufberatung wird in unregelmäßiger Folge fortgesetzt.

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