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Tempo-Tricks: Machen Sie das Heimnetz schneller

27.06.2014 | 09:12 Uhr |

Das Heimnetz steht - jetzt soll es auch schnell funktionieren. Stockende Streaming-Videos und WLAN-Verbindungsabbrüche gehören mit unseren Tuning-Tools und -Tipps der Vergangenheit an.

Am Tempo übers LAN-Kabel können Sie wenig verbessern – müssen Sie auch nicht, wenn die Kabel nicht fehlerhaft sind. Mehr Tuning-Potential gibt es für WLAN und Powerline. Denn erst wenn das Heimnetz überall schnell ist, machen auch Anwendungen wie Video-Streaming richtig Spaß, die viel Bandbreite brauchen.

Nicht viel los hier. Über die Frequenz 5 GHz arbeiten deutlich weniger WLANs als über 5 GHz. Deshalb eignet sie sich besonders für ein schnelles, störungsfreies Funknetzwerk
Vergrößern Nicht viel los hier. Über die Frequenz 5 GHz arbeiten deutlich weniger WLANs als über 5 GHz. Deshalb eignet sie sich besonders für ein schnelles, störungsfreies Funknetzwerk

WLAN: Funken Sie über 5 GHz

Immer noch arbeiten die meisten WLAN-Netzwerke auf der Frequenz 2,4 GHz. Dort lassen sich aber nur drei Netzwerke störungsfrei nebeneinander betreiben, viele Nachbar-WLANs beeinträchtigen deshalb immer das eigene Funknetzwerk. Für schnellen Datentransfer sollten Sie deshalb über 5 GHz funken. Dort sind weniger WLANs unterwegs. Für den Umstieg auf 5 GHz müssen Router und Gegenstelle diese Frequenz unterstützen. Am besten vergeben Sie für das 2,4-GHz- und das 5-GHz-WLAN unterschiedliche SSIDs – dann können Sie sich je nach Tempowunsch immer mit dem passenden Netzwerk verbinden.

Mehr Platz über 5 GHz : Wenn immer mehr WLANs auf 5 GHZ umsteigen, wird es auch auf dieser Frequenz eng. Denn eigentlich können dort bis zu neun WLANs bei 40 MHz breiten Funkkanälen nebeneinander arbeiten, ohne sich zu stören. Doch viele Router unterstützen statt der möglichen 19 nur vier Kanäle über 5 GHz. Dann können nur zwei 11n-WLANs und sogar nur ein 11ac-WLAN ungestört funken. Achten Sie deshalb darauf, dass der Router die Funktionen DFS (Dynamic Frequency Selection) und TPC (Transmit Power Control) beherrscht – nur dann kann er auch dem Stau auf der 5-GHz-Frequenz entgehen.

Die richtige Technik fürs Heimnetz: LAN, WLAN und Powerline

WLAN: Weniger Störungen bedeuten mehr Tempo

Den richtigen Funkkanal wählen: Um Stör-WLANs zu entgehen, sollten Sie über einen Funkkanal übertragen, auf dem die wenigsten Störungen auftreten. Die meisten Router suchen selbst den besten Kanal aus, wenn im Menü die Kanalwahl auf „Automatisch“ steht. Wollen Sie aber eine bestimmte Gegenstelle schnell per WLAN anbinden, sollten Sie an dessen Standort mit einem Tool wie Inssider analysieren, auf welchen Kanälen die Nachbar-WLANs arbeiten. Anschließend stellen Sie im Router-Menü den Kanal mit den wenigsten Störungen fest ein.

11b-Geräte abschalten: Ältere WLAN-Geräte, die nur den Standard 11b beherrschen, bremsen ein WLAN aus – selbst, wenn sie gar nicht funken. Denn andere WLAN-Geräte müssen dann länger auf die Funkerlaubnis warten, was die Datenrate reduziert. Im Router-Menü sollten Sie deshalb unter WLAN-> Standard nur die Standards aktivieren, die Ihre WLAN-Geräte nutzen – also 11n beziehungsweise 11n+g fürs 2,4-GHZ-Band und 11n+ac für 5 GHz.

Mehr Energie. Im Router-Menü können Sie überprüfen, ob er mit maximaler Sendeleistung arbeitet. Falls nicht, können Sie dadurch Reichweite oder Datenrate erhöhen
Vergrößern Mehr Energie. Im Router-Menü können Sie überprüfen, ob er mit maximaler Sendeleistung arbeitet. Falls nicht, können Sie dadurch Reichweite oder Datenrate erhöhen

WLAN: Trimmen Sie den Router auf Tempo

Router richtig positionieren: Je ungestörter die Funkwellen vom Sender zum Empfänger kommen, desto höher die Datenrate. Das lässt sich schon verbessern, indem Sie die Position des Routers oder der Gegenstelle etwas verändern. Grundsätzlich sollte der Router möglichst zentral und hoch im Bereich stehen, den er per WLAN versorgen soll. Bei Routern mit externen Antennen können Sie noch mehr experimentieren. Beachten Sie dabei: Die Abstrahlrichtung liegt im 90-Grad-Winkel zur Antennenachse – die Antennen sollten daher waagerecht liegen, um beispielsweise ein anderes Stockwerk ideal per WLAN anzubinden.

Maximale Sendeleistung einstellen: Eigentlich sollte der Router automatisch mit der maximal möglichen Sendeleistung arbeiten, um eine WLAN-Gegenstelle zu erreichen. Sie können im Router-Menü überprüfen, ob er das tut: Bei Sendeleistung sollte dann 100% stehen.

Wichtige Anwendungen bevorzugen: Bestimmte Anwendungen, etwa fürs Video-Streaming, können Sie im Router beschleunigen. Er gibt dann diesen Daten den Vorzug vor anderen Netzwerk-Paketen. Dafür aktivieren Sie im Router die Option Wi-Fi Multimedia (WMM) für die Übertragung per WLAN. Wollen Sie ein bestimmtes Programm bevorzugen, können Sie dafür im Menü QoS (Quality of Service) im Router-Menü eine Regel erstellen.

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