1711907

Augmented Reality - Eintauchen in virtuelle Welten

16.05.2013 | 12:01 Uhr |

Neuanfang mit aktueller Technologie: Virtuelle Welten und computergenerierte Erweiterungen der wahrgenommenen Umgebung erlauben das Eintauchen in eine andere Realität.

Virtuelle Realität – die Möglichkeit, mit nahezu allen Sinnen in computergenerierte Welten oder in Spielgeschehen einzutauchen – ist eines der uneingelösten Versprechen geblieben. Schon in den 80er Jahren beschäftigte sich eine eigene Science-Fiction-Kategorie mit dem „Cyberpunk“-Genre, in dem virtuelle Welten eine zentrale Rolle spielen. In Entwicklerlaboren und an Universitäten wird seit 20 Jahren mit klobigen VR-Brillen und Headsets experimentiert. Materialisiert hat sich davon bislang wenig. Es blieb eine Verheißung, die zwar die Fantasie beflügelt, aber bisher nie in Form marktreifer Produkte in der Realität angekommen ist.

Jetzt nimmt sich eine neue Generation von Entwicklern auf ihre Art des Themas an: Statt gewaltigen Budgets großer Firmen und Forschungseinrichtungen gibt es nun Schwarmfinanzierung. An die Stelle unpraktischer Prototypen treten reale technische Möglichkeiten und eine gehörige Portion Erfindungsreichtum. Was da an neuen Entwicklungen zu sehen ist, zeigt, dass die Technologie vor dem Durchbruch steht.

Oculus Rift: Eine computergenerierte Designstudie des zukünftigen Produkts. Aktuell werden bereits Entwicklerversionen der Virtual-Reality-Brille ausgeliefert.
Vergrößern Oculus Rift: Eine computergenerierte Designstudie des zukünftigen Produkts. Aktuell werden bereits Entwicklerversionen der Virtual-Reality-Brille ausgeliefert.
© Oculus Rift

1.) Oculus Rift: Aus der Garage ins Rampenlicht
„Es gab noch nichts, das mir das Erlebnis bieten konnte, das ich suchte“, erklärt Palmer Luckey auf Kickstarter.com seine Motivation, die perfekte sowie bezahlbare Virtual-Reality-Brille für Spiele zu bauen. Das Projekt nennt sich „Oculus Rif“ und sieht in seiner jetzigen Form einer Skibrille nicht unähnlich. Die ersten Experimente begannen in der elterlichen Garage in Long Beach, Kalifornien – es handelt sich also um ein klassisches Garagenprojekt. Bald reichten die finanziellen Mittel des heute 20-Jährigen nicht mehr aus, und Palmer Luckey stellte daher sein Projekt auf der Crowdfunding-Plattfom Kickstarter.com vor – mit einem Finanzierungsziel von 250 000 US-Dollar. Bis Ende September 2012 konnte Oculus Rift mit 2,4 Millionen US-Dollar etwa zehnmal so viel Unterstützung gewinnen. Das VR-Headset gilt jetzt als der heilige Gral der Spielebranche. Szenegrößen wie John Carmack von ID Software und Gabe Newell von Valve kommen aus dem Schwärmen kaum noch heraus.

14 tollkühne Technik-Trends

Mit Oculus Rift rückt nun endlich ein Produkt in greifbare Nähe, das Computerspiele grundlegend ändern wird. Ein LC-Display in der VR-Brille sorgt für eine stereoskopische Darstellung in 3D. Die Auflösung des 7-Zoll-Displays ist mit 1280 x 600 Pixel hoch genug, damit das Bild bei der gegebenen Entfernung zum Auge absolut scharf wirkt. Zwei Linsen trennen das Bild für jedes Auge auf. Spielern bietet die Brille ein umfassendes Sichtfeld mit einem horizontalen Feld von 90 Grad und 110 Grad in der Diagonalen. Mit nur etwa 250 Gramm bleibt Oculus Rift leicht und ist damit kaum schwerer als ein hochwertiger Hi-Fi-Kopfhörer.

Eingetaucht: Unsere Schwesterpublikation Gamestar besuchte John Carmack auf der Electronic Entertainment Expo 2012 in Los Angeles, um Doom 3 BFG mit der Oculus Rift zu sehen.
Vergrößern Eingetaucht: Unsere Schwesterpublikation Gamestar besuchte John Carmack auf der Electronic Entertainment Expo 2012 in Los Angeles, um Doom 3 BFG mit der Oculus Rift zu sehen.

Allerdings bliebe die Brille allein ohne geeignete Software und Spieletitel nur ein weiteres Stück ambitionierter Hardware. Spie-
le müssen speziell für Oculus Rift angepasst sein, um Bewegungssensor und 3D-Grafik zu unterstützen. Erste Entwicklerversionen hat Palmer Luckey deshalb schon ausgeliefert. Unter anderem an John Carmack, den Macher von „Doom“, der bereits die Doom-3- BFG-Edition für das Headset angepasst hat. Die Auslieferung der Oculus Rift soll im März 2013 erfolgen, der Preis liegt bei rund 300 US-Dollar. Für Ende des Jahres ist neben zahlreichen Spieletiteln wie Doom 4 auch bereits ein verbesserter Nachfolger der Oculus Rift angekündigt, der ganz normal über den Handel erhältlich sein soll.

Selbst ist der Mann – die besten Technikideen Marke Eigenbau

2.) Neue Konsole: Microsoft lässt spekulieren
Während die Entwickler um die Oculus Rift Prototypen präsentieren und gerne den Fortschritt ihres Projekts zeigen, hüllt sich Microsoft zu einem möglichen Nachfolger für die Xbox 360 in Schweigen. Die Zeit drängt nicht, denn die Xbox 360 hat mit Kinect ein zweites Leben bekommen und verkauft sich in Kombination mit der Sensorleiste für eine sieben Jahre alte Konsole immer noch erstaunlich gut. Nach Spekulationen von Branchenkennern und Insidern, etwa der Spielewebseite IGN, haben auch die Entwickler bei Microsoft das Ende von 2013 im Kalender markiert. Dann soll der Nachfolger der Xbox 360, inoffiziell einfach „Xbox 720“ genannt, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Berichten unserer Schwesterpublikation Gamestar zufolge fand ein internes Dokument schon den Weg ins Web und erlaubt somit Spekulationen über die technischen Fähigkeiten der nächsten Xbox: Demnach gibt es Kinect 2.0, ein Blu-ray-Laufwerk sowie zu einem späteren Zeitpunkt eine VR-Brille, die den Spieler mithilfe von „Augmented Reality“ ins Spielgeschehen befördert.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1711907