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Techniken im Heimnetz

10.09.2013 | 11:00 Uhr |

Ein Heimnetzwerk dient dem Datentausch zwischen vernetzten Geräten. Außerdem ermöglicht es den Internetzugang. Unser Artikel stellt die erforderlichen Geräte und Techniken der Internetanbindung vor.

Ein Netzwerk in den eigenen vier Wänden ist heute so selbstverständlich wie der Telefonanschluss. PC, Notebook, Tablet, Smartphone und Smart-TV wollen miteinander kommunizieren und verlangen nach ständiger Internetverbindung. Das heimische Netzwerk ist normalerweise schnell aufgebaut und konfiguriert. Wenn es irgendwo hakt, ist der Fehler allerdings oft nicht leicht zu finden. Aber auch die richtige Auswahl des Internetzugangs und der zugehörigen Geräte sowie eine geeignete Methode der Netzwerkverbindung helfen, Probleme und Enttäuschungen zu vermeiden.

1 DSL-Router: Die Zentrale im Heimnetz
Der DSL-Anschluss ist in Deutschland die erste Wahl beim Internetzugang. Im Prinzip kann ihn jeder nutzen, der bereits ein Festnetztelefon hat, denn der Datentransport erfolgt über die Telefonleitung. In vielen Gebieten sind Geschwindigkeiten von bis zu 16 MBit/s möglich. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es jedoch oft nur 6 MBit/s oder weniger. Für E-Mails und das Surfen im Internet reicht das aus, Downloads erfolgen dann aber entsprechend langsam und Webvideos gibt es nur in geringen Auflösungen mit schlechter Qualität. Zumindest in Großstädten ist auch schnelles VDSL mit Transferraten von 50 bis 200 MBit/s möglich.

Der DSL-Router dient als Zentrum des Heimnetzwerks. Er ist normalerweise mit mehreren Ethernet-Anschlüssen ausgestattet, über die sich Geräte per Kabel verbinden lassen. Das ermöglicht den Datenaustausch untereinander im lokalen Netzwerk und den Zugang zum Internet. Wenn die Anschlüsse nicht ausreichen, lässt sich das Netzwerk um einen Switch erweitern. Dieser dient dann als Verteiler für weitere Geräte. Aktuelle DSL-Router und Switches bieten zumeist Gigabit-LAN (1000 MBit/s, praktisch erreichbar sind 750 bis 950 MBit/s), sodass sich auch große Dateien schnell von einem Rechner auf den anderen kopieren lassen. Wer eine VDSL-Verbindung nutzt oder HD-Videos über das Netz abspielen möchte, der sollte in jedem Fall Gigabit-LAN verwenden. Ansonsten genügt auch Fast-Ethernet (100 MBit/s).

Infos zu DSL-Anbietern, News und einen Test der Internetgeschwindigkeit finden Sie auf speedmeter.de .

Mehr Tempo fürs Heimnetz

2 Kabelmodem: Schneller ins Internet
In größeren Städten und Wohnungen mit rückkanalfähigem Kabelanschluss bietet sich ein Kabelmodem als Alternative an. Es gibt Angebote mit bis zu 120 MBit/s, die häufig kostengünstiger sind als vergleichbare VDSL-Anschlüsse. Das Kabelmodem wird dann mit einer entsprechend vorbereiteten Antennendose (3-Loch-Anschlussdose) verbunden, an der auch schon TV-Gerät und Radio hängen. Für ältere Dosen gibt es Adapter zum Aufstecken.

Kabelmodems bieten wie DSL-Router meist mehrere Ethernet-Anschlüsse für ein kabelgebundenes Netzwerk. Wenn nicht, kann ein zusätzlicher Switch zum Einsatz kommen. Auch hier ist Gigabit-LAN zu empfehlen, vor allem dann, wenn Sie einen Tarif mit mehr als 20 MBit/s gebucht haben.

Die Kabel-TV-Anbieter liefern häufig auch eine Telefonoption inklusive Flatrate. Wenn Sie diese nutzen, können Sie auf den Festnetzanschluss von Telekom & Co. verzichten. Weitere Infos gibt es etwa bei Kabel Deutschland und cablesurf.de .

3  WLAN: Netzwerk per Funk

Ein DSL-Router wie die Fritzbox 7390 verbindet die Geräte im Heimnetz per WLAN oder Kabel. An den USB-Port lässt sich auch ein UMTS-Stick anschließen und alternativ für den Internetzugang nutzen.
Vergrößern Ein DSL-Router wie die Fritzbox 7390 verbindet die Geräte im Heimnetz per WLAN oder Kabel. An den USB-Port lässt sich auch ein UMTS-Stick anschließen und alternativ für den Internetzugang nutzen.
© AVM

Mit Notebooks, Tablets und Smartphones gehen Sie in der Regel drahtlos ins Netzwerk. DSL-Router und Kabelmodems sind meistens bereits mit WLAN ausgestattet, sodass Sie keine weiteren Geräte benötigen. Wenn nicht, greifen Sie zu einem WLAN-Router, den Sie per Ethernet-Kabel beispielsweise mit dem DSL-Router verbinden.

Damit die WLAN-Verbindung mit ausreichender Geschwindigkeit klappt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst sollte der WLAN-Router möglichst zentral und frei aufgestellt sein, damit der Weg zu den einzelnen Geräten nicht zu weit ist. Soweit möglich, bevorzugen Sie das 5-GHz-Frequenzband. Hier gibt es weniger Störungen durch Nachbar-WLANs und damit mehr Geschwindigkeit. Für mehr Leistung beim Datentransfer sorgen aber auch aktuelle WLAN-Standards wie 802.11ac. Die Hersteller versprechen bis zu 1,3 GBit/s. Der ältere 802.11n-Standard soll es auf 450 MBit/s bringen. In der Praxis werden diese Werte jedoch kaum erreicht, vor allem unter ungünstigen Bedingungen. Mit WLAN-Repeatern können Sie Reichweite und Qualität des Signals verbessern. Für größere Wohnungen oder Häuser empfiehlt sich eine Kombination von Powerline und WLAN (Punkt 4).

Sieben Router mit Gigabit-Tempo im Test


4 Powerline: Zweitnutzung der Stromleitung

Mit Powerline-Adaptern nutzen Sie die Stromleitung für die Netzwerkverbindung. Einige Modelle bieten zusätzlich auch WLAN.
Vergrößern Mit Powerline-Adaptern nutzen Sie die Stromleitung für die Netzwerkverbindung. Einige Modelle bieten zusätzlich auch WLAN.
© AVM

Wenn Sie keine Netzwerkkabel verlegen wollen und WLAN für Sie nicht in Frage kommt, bietet sich Powerline als Alternative an. Sie benötigen dafür mindestens zwei Powerline-Adapter, die Sie einfach in die Steckdose stecken. Ein Adapter wird mit dem DSL-Router verbunden, der andere per Kabel mit dem PC. Der Datentransport erfolgt dann über die Stromleitung. Den Stromzähler passieren die Signale normalerweise nicht. Aus Sicherheitsgründen kommunizieren die Adapter jedoch verschlüsselt, damit der Nachbar nicht unbemerkt mitsurft.

Aktuelle Powerline-Adapter sollen bis zu 500 MBit/s liefern. Ähnlich wie beim WLAN wird die tatsächliche Transferrate allerdings vom Abstand der Adapter und von Störsignalen beeinflusst. Zumeist werden etwa 150 MBit/s und unter schlechten Bedingungen oft nur 40 MBit/s erreicht. Das genügt aber immer noch zum Übertragen eines Full-HD-Videos. Die Geschwindigkeit lässt sich verbessern, indem Sie dem Powerline-Adapter eine eigene Steckdose spendieren und in der Nähe keine anderen elektrischen Geräte anschließen. Bei Übertragungsproblemen hilft ein Phasenkoppler, der die Stromkreise im Haus für das Powerline-Signal verbindet. Er kostet etwa 40 Euro und sollte von einem Elektriker montiert werden.

Für drahtlose Geräte gibt es zudem Powerline-Adapter mit integriertem WLAN. Über die Stromleitung lässt sich damit ein Funknetz auch in Räumen nutzen, die weit vom DSL/WLAN-Router entfernt sind. Derartige Adapter sind mit etwa 100 Euro teurer als WLAN-Repeater (etwa 40 Euro), dafür aber wesentlich schneller.

7 Powerline-Adapter im Vergleichstest


5 Satelliteninternet, LTE und UMTS
Wer das Heimnetzwerk nicht über DSL oder Kabelmodem mit dem Internet verbinden kann, der hat einige Alternativen. Satelliteninternet gibt es mit Geschwindigkeiten von bis zu 20 GBit/s, jedoch bei relativ hohen Kosten. Für Sky DSL bezahlen Sie zum Beispiel bis zu 70 Euro pro Monat. Dazu kommen noch Hardware-Kosten. Ähnlich wie beim Kabelanschluss sorgt hier ein Satellitenmodem für den Internetzugang. Diese verfügen zumeist nur über einen Ethernet-Anschluss. Sie benötigen daher einen zusätzlichen WLAN/LAN-Router.

Weitere Alternativen sind die Funktechniken LTE und UMTS. Diese eignen sich nicht nur für mobile Geräte, sondern auch für das Heimnetz. Viele UMTS-Sticks lassen sich einfach mit einer vorhandenen Fritzbox verbinden und so als DSL-Ausfallsicherung oder als alleiniger Internetzugang nutzen. Per UMTS sind theoretisch Transferraten bis zu 42 MBit/s möglich, in preisgünstigen Tarifen 7,2 oder 3,6 MBit/s.

Für LTE ist ein spezieller LTE-WLAN-Router vonnöten, den Sie in der Regel vom LTE-Anbieter erhalten. Er bietet WLAN und mehrere Gigabit-LAN-Anschlüsse, über die Sie Ihre PCs per Kabel miteinander verbinden. Mit LTE lassen sich Transferraten von bis zu 100 MBit/s erreichen, günstige Tarife bieten 7,2 oder 21,6 MBit/s. Die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit ist meistens viel niedriger. In Gegenden mit schlechten Empfangsbedingungen lässt sie sich aber mit Außenantennen verbessern.

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