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Technik zum Anziehen - das gibt es schon

18.09.2013 | 09:09 Uhr |

Aktivitätstracker, intelligente Uhren, Fitness-Gürtel oder persönliche Sporttrainer: Die Bandbreite der tragbaren Technik mit Grips ist riesig. PC-WELT zeigt, was es schon gibt.

Quantified Self ist eine Bewegung, die 2007 in den USA mit einer Webseite gleichen Namens entstand. Dabei geht es um das Erfassen der eigenen Vitalitätswerte, um sportlicher, leistungsfähiger oder gesünder zu werden. Inzwischen ist die Welle längst auch hierzulande angekommen. Und hat der tragbaren Technik allgemein einen enormen Schwung verliehen. Kleine Gadgets als Armbänder oder zum Anstecken überwachen unsere Bewegung. Intelligente Uhren machen das Leben mit dem Smartphone bequemer oder helfen uns zu sportlichen Höhen. Der Artikel gibt einen Überblick, was derzeit angesagt ist.

Der Misfit Shine synchronisiert sich mit dem iPhone, wenn er darauf liegt.
Vergrößern Der Misfit Shine synchronisiert sich mit dem iPhone, wenn er darauf liegt.
© Misfit

Aktivität festhalten

Beliebtes Mittel zum Erfassen der eigenen Werte sind Aktivitätstracker, die am Arm oder an der Kleidung befestigt sind. Ihnen entgeht keine Bewegung. Sie erfassen Schritte, halten die Herzfrequenz sowie die Schlafphasen fest, messen die Körpertemperatur und den Kalorienverbrauch. Die Werte lassen sich auf das Mobilgerät oder den Rechner übertragen. Mit entsprechenden Apps bereiten Sie die Werte auf und vergleichen Sie in den jeweiligen Portalen mit denen anderer Nutzer.

Aktivitätstracker am Arm: Fitbit Flex
Vergrößern Aktivitätstracker am Arm: Fitbit Flex
© Fitbit

Bei den Armbändern können Sie zwischen verschiedenen Größen und Farben wählen. Aktuell beliebte Aktivitätstracker wie der Fitbit Flex oder Jawbone Up kosten zwischen 100 und 130 Euro. Beide Geräte hat PC-WELT getestst. Mit einem Klick auf die Produktbezeichnung kommen Sie zum jeweiligen Testbericht: Fitbit Flex , Jawbone Up . Die Gadgets zum Anstecken oder in die Kleidung Legen sind meist rund oder oval und groß wie eine Zündholzschachtel. Ihre Preise liegen ähnlich wie die Armbänder.

Zur Verbindung mit dem Mobilgerät nutzen sie den Klinkenstecker oder einen USB-Anschluss als kabelgebundene Verbindungen beziehungsweise Bluetooth 4 Low Energy als drahtlose Variante. Eine besonders clevere Art, sich mit dem Apple iPhone zu synchronisieren, bringt der Misfit Shine mit. Das Gadget sieht aus wie ein größerer Knopf. Um die Daten aufs Smartphone zu übertragen, muss die App geöffnet sein. Dann legt man das Gadget auf das Display des Mobilgeräts, und schon synchronisieren sich beide Geräte.

Die Körperaktivität wird bei allen Geräten mit integrierten Bewegungssensoren gemessen, die aber nicht immer sehr genau arbeiten. So sind etwa die Schritte eher Schätzungen als exakt gezählte Einheiten. Auch klappen die Funktionswechsel zwischen Schlaf- und Wachphasen nicht immer aufs erste Mal. Die meisten Tracker arbeiten mit LEDs und Symbolen – etwa der Mond für Schlafphasen und die Sonne für Aktivitäten tagsüber.

Smartphone per Uhr im Griff

Wenn es um tragbare Technik geht, steht die Uhr im Fokus. Die intelligente Variante kann mehr als nur die Zeit anzuzeigen. Allerdings nur in Verbindung mit einem Smartphone oder Tablet-PC. Derzeit ist die wichtigste Aufgabe der intelligenten Armbanduhr, dessen Funktionen auf das kleine Display am Handgelenk zu bringen. So soll sie sich melden, wenn ein Anruf oder eine SMS eingehen und Kalendererinnerungen sowie E-Mails und Meldungen aus sozialen Netzwerken anzeigen. Das Smartphone selbst bleibt dabei in der Tasche oder dem Rucksack. Der Bequemlichkeitsfaktor macht die sogenannten Smartwatches so attraktiv, schlägt sich gleichzeitig im Preis nieder. Denn ein cleveres Uhrenexemplar ist nicht unter 100 Euro zu haben – meist kostet es sogar wesentlich mehr.

Die Sony Smartwatch gibt es bereits in der zweiten Generation.
Vergrößern Die Sony Smartwatch gibt es bereits in der zweiten Generation.
© Sony

Die derzeit bekanntesten Vertreter von Smartwatches sind Pebble und Sony Smartwatch. Erstere hat ein LCD-Display mit E-Ink-Optik, das auch bei heller Umgebung dafür sorgt, dass die Inhalte auf dem Bildschirm gut lesbar sind. Nachteil: Sie ist derzeit in Deutschland nicht lieferbar. Im Gegensatz dazu findet man die Sony Smartwatch ab jetzt bereits in der zweiten Generation in den Läden. Sie versteht sich laut Hersteller mit den meisten Android-Smartphones. Ein Blick auf die Kompatibilitätsliste empfiehlt sich trotzdem, denn nach wie vor werden nicht alle Geräte unterstützt. Gleichzeitig hat die Smartwatch 2 ein Display mit einer Größe von 1,6 Zoll (gut 4 Zentimeter), ist wasserdicht, beherrscht NFC und bringt eine im Vergleich zum Vorgänger längere Akkulaufzeit mit. Sony gibt den Preis mit 199 Euro an.

Einen Mindestleistungsumfang gibt es bei den cleveren Uhren nicht. So ist etwa ein Touchscreen nicht selbstverständlich. Auch Telefonieren kann man derzeit nur mit dem Modell I’m Watch. Gleichzeitig hapert es an der Kompatibilität. So unterstützt etwa die Cookoo Watch nur Apple iPhones ab dem Modell 4S und kann mit Android-Geräten nicht umgehen. Für die Verbindung zum Smartphone bauen die intelligenten Uhren zwar auf Bluetooth, jedoch nicht automatisch auf die stromsparende Variante Low Energy. Das geht zu Lasten der Akkulaufzeit.

Ratgeber: Technik, die wir bald tragen werden

Sensor für den Laufschuh: Nike+
Vergrößern Sensor für den Laufschuh: Nike+
© Nike

Spezielle Gadgets für den Sport

Schon seit längerer Zeit haben Sportartikelhersteller den Markt der intelligenten Geräte, die sich am Körper tragen lassen, entdeckt. So steht etwa Nike+ für ein Spezialangebot für Aktive. Es umfasst Sensoren, die sich in Laufschuhe einlegen lassen, sowie Sportuhren und Sportarmbänder, die das Tempo, den Kalorienverbrauch und die Zeit messen. Die erfassten Daten lassen sich per USB auf den Rechner überspielen. Per kostenloser Software Nike+ Connect werden diese ausgewertet. Über das Nike+-Portal lassen sich die Kennzahlen mit denen anderer Nutzer austauschen und vergleichen. Dazu hat der Sportartikelhersteller Nikefuel erfunden – eine Art Währung, die das Vergleichen der Aktivitäten erleichtert. Bei den Sportuhren geht es um Preise von 150 bis 170 Euro, das Armband Nike+ Running liegt bei rund 60 Euro, der Nike+-Sensor kommt auf 19 Euro plus die entsprechenden Laufschuhe.

Auch der Anbieter von Navigationsgeräten Garmin setzt auf den Bereich Sport und bietet Uhren fürs Laufen, Schwimmen und Radfahren unter der Bezeichnung Forerunner an. Die Sportuhren sind ab 130 Euro erhältlich. Mit ihnen werden Trainingseinheiten geplant, aufgezeichnet und geprüft. Die erhobenen Daten kommen per ANT+-Funkübertragung auf den Rechner und lassen sich auf das Portal „Garmin Connect“ hochladen. Hier gibt es eine Übersicht der Trainingsdaten und der zurückgelegten Strecken.

Speziell für Golfer hat Zepp Technology den Schlagsensor Golfsense Me entwickelt. Er wiegt nur 17 Gramm und lässt sich deshalb am Golfhandschuh anbringen. Das Gadget misst den Golfschwung in Echtzeit und sendet die Daten per Bluetooth an das verbundene Mobilgerät. Dazu sind im Golfsense vier MEMS-Sensoren angebracht, die Schlägertempo, -position und den Schwungweg aufnehmen. Die integrierte Software unterteilt die Daten in Segmente, die den einzelnen Schwung in Millisekunden aufbereiten. Die dazu passende App ist gratis und kompatibel zu iOS und Android. Mit ihr lassen sich einzelne Schwünge analysieren, aber auch zwei Schwünge vergleichen. Außerdem gibt Golfsense Ratschläge, um die Spieltechnik zu verbessern. Da alle Schwünge in einer Historie festgehalten sind, sieht der Spieler, wie sich seine Technik verändert. Per Account in der Cloud lassen sich die Daten jederzeit von verschiedenen Geräten aus ansehen und vergleichen. Golfsense Me kostet 110 Euro.

Gesundheit und Ausdauer im Blick

Neben den intelligenten Geräten für spezielle Sportarten umfasst die tragbare Technik auch Gadgets, die sich um die Gesundheit und Ausdauer des Menschen kümmern. Sie sollen schlechte Gewohnheiten korrigieren und zu neuen Leistungshöhen motivieren. So sorgt etwa Lumoback für eine bessere Haltung. Unter der Kleidung getragen, vibriert der Gürtel, sobald sich die Sitzhaltung verschlechtert. Er gibt Rückmeldung per App für iOS-Geräte. Das Ziel ist, Rückenschmerzen zu verhindern. Dafür muss der Träger rund 150 Dollar investieren.

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