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Technik, die wir bald am Körper tragen

16.09.2013 | 10:34 Uhr |

Intelligente Uhren wie Apples iWatch, Armbänder zur Gestensteuerung oder Datenbrillen wie Google Glass: Die smarten Gadgets sind in absehbarer Zeit zu haben und sollen unser Leben erleichtern - eine Übersicht.

Thalmic Labs experimentiert beim Armband MYO mit Gestensteuerung. Das Gadget, das am Unterarm getragen wird, nutzt die elektrische Aktivität der Muskeln, um Computer, Smartphones und andere digitale Geräte drahtlos zu steuern. Ein Wink mit der Hand soll genügen, um mit der digitalen Welt zu interagieren. Die Verbindung zum Gerät, das gesteuert werden soll, geht über Bluetooth 4 Low Energy. Im Armband ist ein ARM-Prozessor eingebaut, der die Signale verarbeitet. Für die Versorgung mit Energie ist ein Lithium-Ionen-Akku im Armband eingebaut. Das Gerät zur Gestensteuerung ist noch nicht erhältlich, lässt sich aber für 149 Dollar unter www.getmyo.com vorbestellen. Bis zum Jahresende soll es ausgeliefert werden.

Kreyos Meteor: Die Smartwatch soll Smartphone per Geste und Sprache steuern.
Vergrößern Kreyos Meteor: Die Smartwatch soll Smartphone per Geste und Sprache steuern.
© Kreyos

Heißer Markt: smarte Uhren

Welche Hoffnungen auf die intelligenten Chronometer gesetzt werden, zeigen die vielen Kickstarter-Projekte in diesem Bereich. Bereits in Produktion ist die Uhr von Vachen. Sie ist eher als Fashion-Artikel gedacht, denn als reine Smartwatch. So soll sich das Ziffernblatt verändern lassen. Versprochen sind über hundert unterschiedliche Designs. Mit der Uhr soll ein eigener App-Store ans Netz gehen, über den sich die Ziffernblatt-Designs und zusätzliche Anwendungen herunterladen lassen. Die Vachen soll sich mit den Betriebssystemen Android, iOS und Windows Phone verstehen, Bluetooth Low Energy unterstützen, Gestensteuerung beherrschen und zwischen 170 und 280 Dollar kosten.

Ratgeber: Technik zum Tragen, die es schon gibt

Auf Gesten- und Sprachsteuerung setzt auch die Kreyos Meteor, die es per Crowdfunding auf indiegogo.com vom Projekt zur Produktion geschafft hat. Sie soll ab November 2013 ausgeliefert werden. Die Sprachbefehle sollen sich dabei an den Fähigkeiten des Smartphones orientieren. Versprochen sind das Erstellen von Mails, das Posten in sozialen Netzwerken, das Setzen von Alarmen oder die Regelung von Musik. Auch sollen sich Anrufe per Handbewegung entgegen nehmen lassen. Möglich wird das durch ein Drei-Achsen-Gyroskop. Die Uhr ist abnehmbar und lässt sich auch um den Hals tragen. Dadurch soll sie auch die Bedürfnisse von Sportlern abdecken. Sie speichert Distanzen, die beim Radfahren, Laufen und sogar Schwimmen zurückgelegt werden. Geplant ist ein Preis von rund 170 Euro. Ausgeliefert soll sie ab November 2013 werden.

Hoffnungsträger für intelligente Uhren: Apple iWatch - hier in einer frühen Studie
Vergrößern Hoffnungsträger für intelligente Uhren: Apple iWatch - hier in einer frühen Studie
© ADR Studio, Italien

Das planen die Großen: Apple iWatch und Co.

Der Markt der intelligenten Armbanduhren ist so vielversprechend, dass sich auch die Großen der IT-Branche ihren Anteil sichern wollen. Apple, Samsung und Microsoft arbeiten an eigenen Smartwatches. PC-WELT fasst zusammen, was bereits bekannt und was vermutet wird.

Apple
Das ist sicher: Apples CEO Tim Cook sagt auf einer Technikkonferenz im Juni: „Das Handgelenk ist sehr interessant.“ Aus Sicht des Apfel-Chefs auf jeden Fall spannender als eine Datenbrille wie Google Glass.
Das ist Gerücht: Bezeichnung: iWatch; bis zu hundert Ingenieure, Designer, Software-Entwickler und Marketing-Manager arbeiten daran; Aufladen per Armbewegung; Schrittzähler; Aufzeichnung von Vitalitätsfunktionen; gewölbtes, flexibles Gorilla-Glas; Display mit vier Zentimetern Diagonale; Bluetooth Low Energy.
Das wird daraus: Die iWatch wird im Laufe des nächsten Jahres erwartet. Spekulationen, dass sie bereits Ende 2013 erhältlich sein wird, haben sich zerschlagen. Sobald es sie gibt, ist das Gesamtkonzept sicher überzeugend und wird den Markt für smarte Uhren verändern.

Auch Samsung will bei intelligenten Uhren mitmischen. Projektname: Smartgear
Vergrößern Auch Samsung will bei intelligenten Uhren mitmischen. Projektname: Smartgear
© Samsung

Samsung
Das ist sicher: Dass Samsung schon länger an einer Smartwatch arbeitet, ist offiziell. Nun hat sich das Unternehmen die Bezeichnung „Samsung Gear“ als Trademark sichern lassen.
Das ist Gerücht: Der Patentantrag betrifft Uhren, die mit Smartphones, Tablet-PCs über das Internet und anderen Übertragungswegen Daten austauschen.
Das wird daraus: Die intelligente Uhr könnte noch in diesem Jahr präsentiert werden. Marktbeobachter sehen sie als praktisches Gadget, um das ebenfalls erwartete Phablet Galaxy Note 3 bequemer zu bedienen.

Microsoft
Das ist sicher: Auch Microsoft hat eine Uhr in der Pipeline. Mangels offizieller Bezeichnung spricht man von der „Surface Watch“.
Das ist Gerücht: Daten und Stromversorgung in einem; austauschbare Uhrenarmbänder in verschiedenen Farben; Uhr aus durchsichtigem Aluminium (Aluminiumoxynitrid), das dreimal so hart wie Glas ist; berührungsempfindliches Display mit vier Zentimetern (1,5 Zoll) Diagonale; angepasstes Windows 8 als Betriebssystem mit reibungsloser Verzahnung zu anderen Windows-8-Geräten; sechs Gigabyte Speicher; zusätzlicher Speicher über die Cloud; LTE.
Das wird daraus: Die Testphase hält an. Mit dem fertigen Produkt ist nicht vor Ende 2014 zu rechnen.

Augmented Reality per Brille

Seit Google mit dem Projekt Google Glass auf der Bildfläche erschienen ist, rückt die Brille als intelligentes Gadget in den Mittelpunkt des Interesses. Auf dem Markt ist noch kein smartes Nasengestell. Allerdings gilt die Brille seither als ein neues Medium, bei dem Realtime-Daten eine grundlegende Rolle spielen. Kritiker sehen den Datenschutz gefährdet, da die gesamte Umgebung aufgenommen werden kann und auf Google-Servern landen soll.

Datenbrille: Google Glass
Vergrößern Datenbrille: Google Glass
© Google

Google Glass ist schon an ausgewählte Nutzer ausgeliefert worden. Die Datenbrille hat einen Minicomputer im Gestell integriert und blendet Informationen ins Sichtfeld ein. Sie beherrscht Sprachsteuerung, zeigt Zusatzinfos an, nimmt Bilder und Videos auf, übernimmt das Routing, empfängt sowie sendet E-Mails und beantwortet Fragen. Die Drahtlosverbindungen zum Smartphone und ins Internet laufen über Bluetooth und WLAN. Der Preis für die Vorabversion für Entwickler lag bei gesalzenen 1500 Dollar. Sie wird voraussichtlich Ende 2013 oder Anfang 2014 erhältlich sein.

Neben Google Glass macht Oculus Rift von sich reden. Die Virtual-Reality-Brille sieht aus wie ein Kasten vor den Augen und ist für Spieler gedacht. Eine ernstere Alternative zum Google-Projekt ist da eher Vizux Smart Glasses M100. Die Datenbrille basiert auf Android und ist als intelligentes Headset für das Smartphone gedacht, damit der Nutzer die Hände frei hat. Das System hat nur einen Bügel, in dem Digitalkamera, Display, Mikrofon und Lautsprecher eingebaut sind. Als Drahtlosschnittstellen finden sich Bluetooth und WLAN. Über GPS und Head Tracker lassen sich Standort, Richtung und Umgebung bestimmen. Per Digitalkamera und App auf dem verbundenen Smartphone erkennt die Brille, wohin das Auge gerichtet ist. Trotz Ankündigung ist die Datenbrille noch nicht erhältlich. Sie soll rund 500 Dollar kosten.

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