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So installieren Sie Windows auf dem Apple Mac

07.07.2009 | 17:10 Uhr |

Bei Macs mit Intel-CPU steht einer Windows-Installation nichts im Wege. Apple liefert dafür den Boot-Camp-Assistenten. Wir zeigen, wie es geht.

Zwar ist ein Mac in den meisten Arbeitsbereichen mittlerweile gegen einen – meist deutlich günstigeren – PC tauschbar, vom Design und von der Handhabung aber dennoch oft die erste Wahl: Foto- und Grafikstudios setzen also nicht nur aus Loyalität auf Apple – ebenso viele Firmen, die ständig mit Sound- und Videobearbeitung zu tun haben. Und auch im Desktop-Publishing-Bereich führt an einem Mac mit xPress von Quark oder Adobes InDesign auch heute noch kein Weg vorbei. Kürzlich hat sich selbst in unser Testcenter ein Mac eingefunden. Der Apple iMac 24 Zoll durfte sich mit anderen All-In-One-PCs messen. Das hat er sehr erfolgreich getan: Wir haben den Pionier der All-In-One-PCs dank seiner starken Rechenleistung zum Tempo-Sieger gekürt. Das schicke Design der iMacs ist sowieso stilgebend für den Bereich der All-In-One-PCs.

Was spricht für eine Windows-Installation auf dem Mac?

Auf dem Apple iMac: Keine Chance für Windows Vista 64-Bit.
Vergrößern Auf dem Apple iMac: Keine Chance für Windows Vista 64-Bit.
© 2014

Obwohl Apple mit Mac OS X ein stabiles, sicheres und optisch ansprechendes System bereitstellt, gibt es gute Gründe, Windows zusätzlich auf dem Mac zu nutzen. Mac OS X enthält zwar die wichtigsten Funktionen für den Büroalltag und die Medienwiedergabe, größere Software-Pakete und Spezialanwendungen müssen Sie aber für teures Geld zusätzlich erwerben. Im Windows-Bereich dagegen gibt es eine unüberschaubare Fülle von Freeware-Tools und Open-Source-Anwendungen, die Sie dank einer Windows-Umgebung auch auf dem Mac nutzen können. Ein konkretes Beispiel: Viele unserer Testprogramme, die wir für PC-Tests in der Redaktion verwenden, gibt es nicht für Mac OS X. Dank Windows auf dem Mac konnten wir CPU-Z , GPU-Z , SIW , PC Mark 05, 3D Mark 06 , Cinebench 10 und andere Tools wie gewöhnlich installieren und damit den Apple iMac auf Herz und Nieren prüfen.

Was benötigen Sie für Windows auf dem Mac?

Für die Windows-Installation benötigen Sie zwingend einen Mac mit Intel-CPU, ältere Modelle mit PowerPC-Prozessor von IBM oder Motorola werden nicht unterstützt. Auf dem Mac sollte Mac OS X 10.5 installiert sein, denn erst ab dieser Version gehört der Boot-Camp-Assistent zur Standard-Ausstattung. Die Mac-Firmware sollte auf dem neuesten Stand sein. Der Mac muss über ein internes optisches Laufwerk verfügen. Falls dies nicht vorhanden ist, können Sie auch ein Mac-kompatibles externes Laufwerk anschließen. Zusätzlich benötigen Sie einen Installations-Datenträger sowie einen Lizenz-Key von Windows, der auf keinem anderen PC gleichzeitig verwendet wird. Bei der Windows-Version muss es sich um eine Vollversion handeln, eine Update-Version kann laut Aussage von Apple nicht installiert werden. In unserem Test hat die Installation von Windows Vista Home Premium mit einer Service-Builder-Version problemlos funktioniert. Wir raten allerdings davon ab, einen Recovery-Datenträger zu verwenden, der die Hardware-Treiber eines anderen PCs enthält. Ferner benötigen Sie einen Installations-Datenträger für Mac OS X Leopard 10.5 – denn darauf befinden sich die Hardware-Treiber sowie die Boot-Camp-Software für Windows.

Welche Windows-Versionen können Sie auf dem Mac installieren?

Apple iMac: Ideal für Audio-, Video-, und Foto-Bearbeitung
Vergrößern Apple iMac: Ideal für Audio-, Video-, und Foto-Bearbeitung
© 2014

Die älteste Windows-Version, die Sie laut Apple auf dem Mac installieren können, ist Windows XP mit integriertem Service Pack 2. Das Service Pack 2 muss laut Apple schon in den Installations-Datenträger integriert sein, eine nachfolgende Installation des SP2 über eine frühere XP-Version ist nicht möglich. Von Windows Vista können Sie bedenkenlos alle Varianten verwenden. Inzwischen verfügen mehrere Mac-Modelle über 4 GB Arbeitsspeicher – es liegt also nahe, eine 64-Bit-Variante von Windows zu verwenden, damit der Arbeitsspeicher vollständig genutzt werden kann. Unser Experiment, Windows Vista Home Premium 64-Bit auf dem iMac zu installieren, ging allerdings gründlich schief: Die Windows-Installation wurde zwar ordnungsgemäß abgeschlossen, im Gerätemanager wurden mehrere Hardware-Komponenten nicht erkannt. Beim Start des Boot-Camp-Installationsassistenten auf der beiliegenden Treiber-CD erhielten wir die Meldung, dass der iMac momentan noch kein 64-Bit-Windows unterstützt. Apple bietet zwar inzwischen 64-Bit-Treiber für Windows auf dem Mac zum Download an, diese Installationsdatei konnten wir auf dem iMac allerdings gar nicht starten. Laut Aussage von Apple können Sie eine 64-Bit-Variante von Windows Vista im Moment ausschließlich auf den neuesten Mac-Pro- und Macbook-Pro-Modellen (ab 2008) installieren. Eine 64-Bit-Unterstützung für den iMac steht noch aus. Der offensichtliche Nachteil: Mit einem 32-Bit-System können Sie auf dem iMac nur 3047 von 4096 MB RAM verwenden – das ist ärgerlich.

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