Team Viewer ist ein anderes VNC-basiertes Tool, das weniger aufwendig zu konfigurieren ist, allerdings nur für private Nutzung kostenlos ist (kommerzielle Version ab 149 Euro). Interessant: Das Tool kann in einigen Punkten mehr, als der Hersteller in einer Tabelle auf seiner Website angibt. Der Grund ist einfach: „Wir haben einige Funktionen der Bezahlversionen jetzt auch für den nichtkommerziellen Anwender freigeschaltet, dies aber noch nicht auf der Website veröffentlicht“, erklärte uns der Geschäftsführer des süddeutschen Unternehmens auf Nachfrage.
Drei Verbindungsmodi: Das Tool eignet sich vor allem für Situationen, in denen an beiden PCs ein Anwender sitzt. Denn es müssen beide Partner die Verbindung gemeinsam einrichten und einzelne Funktionen auch bestätigen oder ablehnen. Die Software leitet den gesamten Datenverkehr verschlüsselt über einen Server des Unternehmens. Zum Aufbau der Verbindung vergibt sie eine achtstellige ID und ein vierstelliges Kennwort. Beides muss der Partner ebenfalls eingeben. Dabei entscheidet der Initiator einer Verbindung über ihre Art: Bei einem Fernwartungs-Connect kann jeder Anwender auf den PC des anderen zugreifen. Bei einer Präsentation kann der eine zwar das Geschehen auf dem PC des anderen verfolgen, aber nicht selbst eingreifen.
Schließlich gibt es noch den Filetransfer-Modus, bei dem in einer Zwei-Fenster-Ansicht beide Rechner zu sehen sind. Hier lassen sich, wie Sie es von einem FTP-Client kennen, Dateien und Ordner von einem System zum anderen kopieren. Ein einfaches Chat-Tool ermöglicht in allen Fällen die Interaktion zwischen den beiden Partnern während der Verbindung.
Konfigurieren: Team Viewer ist auch mit einer langsamen DSL-Verbindung ausreichend schnell und überzeugt mit hervorragenden Reaktionszeiten. Im Startbildschirm finden Sie unter „Extras, Optionen“ eine Reihe von Einstellmöglichkeiten, mit denen Sie die Verbindung optimal an Ihre Bedürfnisse anpassen. Hier legen Sie für Fernwartung und Präsentation getrennt fest, ob Sie eine qualitäts- oder eine datenoptimierte Verbindung wünschen. Letztere ist möglicherweise bei langsamen Verbindungen die bessere Wahl – das müssen Sie ausprobieren.
Was Team Viewer so pflegeleicht macht: Es lässt sich weder von Routern mit Hardware-Firewall beeindrucken, noch müssen Sie innerhalb einer Software-Firewall irgendwelche Ports freigeben. Es handelt sich bei der verschlüsselten Datenübertragung um eine normale Internet-Verbindung.
Für Mobile: Team Viewer lässt sich auch unterwegs einsetzen, etwa im Internet-Café. Eine Version für den USB-Stick gibt es auf der Website des Herstellers. Sie unterscheidet sich aber nur darin, dass Sie einige Schritte weniger bis zum Start der nicht installierten Anwendung haben. Mit Team Viewer können sie sogar Anwender unterstützen, die auf Ihrem Rechner (etwa an einer Hochschule) über keine Administrator-Rechte verfügen. Beim Aufruf der Datei entscheiden Sie, ob Sie die Software installieren wollen oder nicht.
Fortsetzung folgt: In
Teil 2 unseres Artikels erfahren Sie, wie Sie einen Bit-Torrent-Client fernsteuern können, warum es praktisch sein kann, einen Rechner aus der Ferne einzuschalten und was der neue Windows-Media-Server in puncto Fernsteuerung drauf hat.
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