04.12.2012, 10:18

Thorsten Eggeling

Hardware

Tastatur & Touchpad und Qualität & Verarbeitung

Tastatur und Touchpad vorher ausprobieren

Tastaturen und Touchpads sind bei Notebooks sehr unterschiedlich. Letztlich ist es eine Frage des Geschmacks und der Gewöhnung, was der einzelne Nutzer bevorzugt. Manche Anwender mögen ein sehr stabiles Schreibbrett und Tasten mit einem deutlichen Druckpunkt. Andere bevorzugen es, wenn die Tastatur beim Tippen etwas nachgibt. Auch die Anordnung der Tasten ist teilweise unterschiedlich und es gibt Notebooks mit Ziffernblock oder ohne. Bei einigen Modellen sind auch beleuchtete Tastaturen zu finden, die vor allem unter ungünstigen Lichtbedingungen die Texteingabe erleichtern.
Bei Touchpads sind Größe, Abstand zur Tastatur und die Position in der Handauflage entscheidend. Bei einigen Modellen sind die Tasten eher schwergängig, bei anderen reagieren sie schon auf leichte Berührung.
Wegen der Vielfalt möglicher Kombinationen ist eine allgemeine Empfehlung nicht möglich. Tippen Sie aus diesem Grund vor dem Kauf ein wenig auf Ihrem Wunsch-Notebook. Zehnfinger-Schreiber müssen prüfen, ob sie mit dem Tastatur-Layout zurechtkommen.

Nur arbeiten oder auch spielen?

Notebooks gibt es in zwei Geschmacksrichtungen: entweder mit integrierter Chipsatzgrafik oder einem zusätzlichen Grafikchip. Um die Leistungsaufnahme zu senken, setzen einige Hersteller auch Hybridlösungen ein, zum Beispiel Nvidia Optimus. Bei Anwendungen, die weniger anspruchsvoll sind, kommt nur die Grafikeinheit des Prozessors zum Einsatz. Wenn Sie ein Video abspielen oder ein 3D-Spiel starten, wird der zusätzliche Grafikchip aktiviert. Der Akku leert sich dann allerdings schneller.
Passionierte Gamer greifen eher selten zum mobilen Rechner, obwohl es auch Modelle mit der Bezeichnung „Gaming Notebook“ gibt. Tastatur und Touchpad sind nur eingeschränkt ballerspieltauglich. In diesen Highend-Geräten arbeitet dann beispielsweise ein AMD-Radeon-HD-7970M- oder ein Nvidia-GTX-680M-Grafikchip. Die Spieleleistung ist durchaus passabel, reicht jedoch nicht an die von Dualchip-Grafikkarten wie der Nvidia GTX 690 heran. Das „M“ hinter der Modellbezeichnung bedeutet fast immer „Mobile“. Dies weist auf eine geringere Leistungsaufnahme hin, aber auch auf eine reduzierte Rechenleistung.
Der Hochleistungsgrafikchip in Kombination mit einem schnellen Intel-Core-i7-Prozessor hat seinen Preis. Derartig ausgestattete Notebooks gibt es für etwa 2000 Euro. Ein Preis, für den man ebenfalls einen luxuriös ausgestatteten Desktop-PC bekommt.
Es geht auch ein paar Nummern kleiner. Grafikchips wie zum Beispiel der Nvidia 630M oder der AMD Radeon HD 7650M eignen sich auch für gelegentliche 3D-Spiele und beschleunigen die Videowieder  gabe. Aktuelle Webbrowser können den Grafikchip für die Hardware-Beschleunigung nutzen. Geräte, die mit einem Intel-Core-i5-Prozessor und einem der genannten Grafikchips ausgestattet sind, gibt es ab etwa 600 Euro.
Wenn tatsächlich nur Büroprogramme auf dem Notebook zum Einsatz kommen und gelegentliche Ruckler im Browser nicht stören, genügt auch die Chipsatzgrafik. In den technischen Beschreibungen ist dann oft von „Intel HD“ die Rede. Zusammen mit einem AMD-E-450-Dualcore- oder Intel-Pentium-B960-Dualcore-Prozessor kosten diese einfachen Notebooks um die 400 Euro.

Qualität und Verarbeitung

Klingende Herstellernamen versprechen hohe Qualität und guten Service. Man muss aber wissen, dass die wenigsten Notebook-Hersteller die Geräte auch tatsächlich selbst produzieren. Der weltweit größte Hersteller von Notebooks ist Quanta Computer aus Taiwan (www.quantatw.com), von dessen Fließbändern ebenfalls Notebook-Modelle von Dell und HP rollen. Im Segment der Notebooks mit Intel-CPUs und den Größen 15,4 Zoll, 14,1 Zoll und 12,1 Zoll arbeitet Quanta Computer mit beinahe allen Marken zusammen. Die Nummer zwei unter den Auftragsherstellern ist Compal Electronics (www.compal.com). Der Hersteller ist gleichfalls in Taiwan ansässig und bedient unter anderem HP und Acer.
In allen Notebooks stecken Komponenten der gleichen Hersteller: Prozessoren von Intel oder AMD, Grafikchips von Nvidia oder AMD und Festplatten von Seagate, Western Digital oder Samsung. Und die Hauptplatine für ein kostengünstiges Notebook kommt wahrscheinlich von der gleichen Fertigungsstraße wie die eines teuren Geräts. Trotzdem gibt es Qualitätsunterschiede. Diese betreffen insbesondere das Material für Gehäuse und Tastatur sowie die Güte des Displays. Außerdem bieten Markenhersteller oft individuelle Konfigurationen an, die nur in kleinen Stückzahlen gefertigt werden. Kostengünstige Geräte werden dagegen in großen Mengen mit den gleichen Komponenten produziert.
Bei einem Defekt machen nicht alle Kunden positive Erfahrungen mit dem Service. Markenhersteller sind jedoch meistens besser erreichbar und reagieren häufig schneller auf Anfragen. Bei einem Notebook ist der Austausch von Einzelteilen selten möglich. Alles ist fest verlötet, sodass die Hauptplatine gewechselt oder gleich das komplette Gerät getauscht werden muss. Bei einem Massenprodukt vom Discounter steht ein Ersatzgerät of relativ schnell zur Verfügung. Bei individuell konfigurierter Markenware kann es länger dauern.
Grundsätzlich gibt es also nur wenige Argumente, die gegen ein preisgünstiges Gerät sprechen. Für viele typische Anwendungen wie etwa Textverarbeitung oder Surfen im Internet reichen die Leistung und Ausstattung von billigeren Notebooks aus. Und auch ein Zweitrechner darf aus dem Billigsegment stammen. Bei der Anschaffung eines Notebooks, das als Desktop-Ersatz dienen soll, lohnen sich indes eher Markenprodukte. Ein mobiler Rechner als primäres Arbeitsgerät muss mehrere Jahre ausreichend Leistung bringen, außerdem sollte der Markeninhaber einen guten Service bieten. Hier kann es auch sinnvoll sein, Support-Verträge über fünf Jahre abzuschließen. Denn Notebook-Reparaturen außerhalb der Garantiezeit sind fast nie wirtschaftlich.
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