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Tablet-Tippen leicht gemacht: Die besten Tipps, Apps und Add-ons

25.07.2014 | 11:07 Uhr |

Tippen auf dem Tablet ist langsam, umständlich und fehleranfällig? Nicht mit unseren Tipps. Wir verraten Ihnen, wie Sie zum Profi-Tablet-Tipper werden.

Trotz ihrer allgemeinen Beliebtheit sind Tablets in Bezug auf die Produktivität noch immer ein Schlusslicht – vor allem, weil es so umständlich und langsam ist, Daten mit ihnen einzugeben. Deswegen müssen Sie aber trotzdem nicht jedes Mal Ihren Laptop starten, wenn Sie ein längeres Dokument tippen wollen. Wir haben eine ganze Reihe von Tipps und Techniken zusammengetragen, mit denen Sie die Dateneingabe auf Ihrem iPad oder Android-Tablet massiv beschleunigen können: Von Add-on-Tastaturen, über bessere Bildschirm-Tastaturen, bis hin zu einfachen Tipps fürs schnellere Tippen.

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Externe Tastaturen

Es ist eine Binsenweisheit: Die meisten Nutzer tippen deutlich schneller auf einer normalen Tastatur, als auf Bildschirmtastaturen. Wir haben den Test gemacht: Auf der On-Screen-Tastatur des iPads schafften wir in einer Minute gerade mal 37 Wörter bei einer Fehlerquote von 4 Prozent. Auf einer angeschlossenen, kleinen externen Tastatur schafften wir in einer Minute dagegen 64 Wörter mit exakt 0 Fehlern.

Zwar lässt es sich auf der Mini-Version einer normalen Tastatur immer noch nicht so schnell tippen wie auf dem normal großen Gegenstück am PC, trotzdem schlägt das physische Eingabegerät die Bildschirmtastatur um Längen. Es gibt mehrere Gründe, warum das so ist:

  • Eingeschränkter Zeichensatz auf der Bildschirmtastatur – auf den ersten Blick wirkt die On-Screen-Tastatur vollständig ausgestattet. Doch sobald Sie anfangen, ein Dokument zu tippen, tun sich schnell einige Lücken auf. Numerische Tasten sind auf eine zweite, virtuelle Tastatur ausgelagert, zusammen mit fast allen Interpunktionszeichen. Einzige Ausnahmen bilden Leerzeichen, Komma, Fragezeichen und Ausrufezeichen. Zeichen, die sowohl im formellen wie auch informellen Schreibgebrauch häufig genutzt werden (zum Beispiel Schrägstrich, Anführungszeichen und Klammern) sind besonders gut versteckt und schwer zu finden. Zudem ändert sich das Layout der Tastatur abhängig von der App, mit der Sie gerade arbeiten. Auch die generelle Anordnung der Zeichen entspricht nicht dem bekannten Muster: Während man das @ auf einer normalen Tastatur traditionell per AltGr+Q eingibt, findet es sich beim iPad unterhalb der Ziffer 9.

  • Keine einfachen Korrekturen möglich – für viele von uns ist der Backspace-Pfeil oberhalb der Enter-Taste nicht wegzudenken. Und während der täglichen Arbeiten machen wir massiven Gebrauch davon, sobald wir uns irgendwo vertippt haben. Auch auf dem iPad gibt es eine solche Backspace-Taste – doch sie ist schwieriger zu benutzen. Nicht nur ist die Taste auf die Größe einer normalen Zeichentaste geschrumpft, man kann sie wegen der fehlenden, haptischen Rückmeldung auch nicht einfach benutzen, ohne dabei hinzusehen.

  • Verkleinerter Bildschirm durch Bildschirm-Tastatur -  eines der größten Probleme beim Tippen auf einem Tablet ist die Tatsache, dass die Bildschirmtastatur einen Großteil der sichtbaren Fläche auf dem Display beansprucht. Genauer gesagt kann fast die Hälfte des gesamten Bildschirms von der Tastatur bedeckt werden. Das verlangsamt zwar nicht unbedingt Ihre Tipp-Geschwindigkeit, wohl aber die generelle Produktivität. Denn Sie müssen weitaus mehr scrollen, um überhaupt zu sehen, in welchem Kontext Sie gerade tippen.

  • Kein haptisches Feedback – unterschätzen Sie niemals den Wert von echten Tasten, die bei Druck absinken und ein Klickgeräusch von sich geben! Allein dieses Feature hat das BlackBerry über Jahre am Leben gehalten und ist auch jetzt noch eines der größten Verkaufsargumente für externe Tablet-Tastaturen. Denn wenn Sie eine Taste herunterdrücken und so ein Signal erhalten, wissen Sie, dass Ihr Tastendruck erkannt wurde. As Tippen auf einem flachen Bildschirm bietet diese Sicherheit nicht. Ihr Finger könnte auf der falschen Taste gelandet sein, oder genau zwischen zwei Zeichen oder Ihr Tipper wurde gleich gar nicht erkannt. Solange Sie Ihr Tipp-Tempo am Tablet nicht drastisch reduzieren, werden Ihnen reichlich Tippfehler unterlaufen, die eine Auto-Korrektur dann wieder richten muss. Zudem haben physische Tastaturen quasi das Recht der „Erstgeborenen“ – mit ihnen wird schon seit so vielen Jahrzehnten gearbeitet, dass sie sich einfach natürlicher anfühlen.

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Damit wäre schon mal die Frage geklärt, ob es zur Steigerung der Produktivität am Tablet wirklich eine externe Tastatur braucht. Bleibt die Frage: Welche auf dem Markt ist die beste? Genau genommen können Sie so ziemlich jede Bluetooth-Tastatur mit Ihrem Tablet benutzen. Besonders komfortabel und praktisch sind aber solche Tastaturen, die sich an das Tablet andocken lassen und auch vom Stil her ähnlich aussehen. Wir haben uns drei der vielversprechendsten Modelle fürs iPad angesehen, die alle auch gleichzeitig als Case oder Cover fungieren. Jedes der folgenden Modelle ist zudem auch in einer Android-Version erhältlich.

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  • Logitech Ultrathin Keyboard Cover (75 €) – Diese Tastatur verbindet sich magnetisch mit dem iPad und dient gleichzeitig als schützende Hülle. Die Tastatur selbst ist etwas abgespeckt, weil sie sich in erster Linie auf die alphabetischen Buchstaben konzentriert. Die Ziffertasten haben nur die Hälfte der normalen Größe und sind zudem dank Funktionstasten doppelt belegt. Obwohl das Logitech-Keyboard sehr dünn ist, lässt es sich damit gut arbeiten. Wir schaffen immerhin 64 Wörter in der Minute ohne Fehler. Separate Modelle für das iPad Mini und das iPad Air sind bei gleicher Ausstattung ebenfalls erhältlich.

  • Belkin QODE Thin Type Keyboard für iPad Air (90 €) – Der Tippbereich dieser magnetischen Tastatur (die gleichzeitig als Abdeckhülle dient) ist ein wenig größer als bei Logitechs Modell – vor allem, weil der Hersteller diesmal normal große Zahlentasten und ein paar spezielle Funktionstasten für Media-Wiedergabe, Lautstärkeregelung und dergleichen eingebaut hat. Seltsamerweise befindet sich die Komma-/ Semikolon-Taste rechts neben der Leertaste – ansonsten ist die Anordnung der Tasten aber wie bei Logitech auch. An der generellen Tippleistung hat diese Layout-Verschiebung in unserem Fall nichts geändert: Wir schafften 73 Wörter pro Minute mit einer Fehlerrate von 1 Prozent. Das macht das Belkin-Modell zu unserer „schnellsten“ Tastatur in dieser Größenordnung.

  • Kensington KeyFolio Pro Plus (90 €) – Das größte Verkaufsargument für diese Bluetooth-Tastatur-Schutzhülle ist wohl ihre Hintergrundbeleuchtung. Denn die macht auch das Tippen im Dunkeln zum Kinderspiel. Zudem umfasst die Hülle das komplette Tablet, sodass sie besser vor Erschütterungen und Herabfallen schützt. Die eigentliche Tastatur ist von der Hülle auch abnehmbar, sodass Sie das größte Maß an Flexibilität genießen. Wie auch die Belkin-Tastatur hat das Kensington-Modell Zifferntasten in Normalgröße und einige Tasten für nutzerdefinierte Funktionen noch dazu. Unglücklicherweise erreichten wir im Test nur magere 51 Wörter pro Minute bei einer Fehlerquote von 5 Prozent – vor allem, weil einige unserer Eingaben nicht erkannt wurden. Hier bräuchte man definitiv ein wenig mehr Übung, um die recht festen Tasten mit der nötigen Gewalt herunterzudrücken.

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Bildschirm-Alternativen

Wenn Sie eine Android-Tastatur benutzen oder ein iPad mit Jailbreak besitzen, können Sie das ursprüngliche Layout der Tastatur tauschen, indem Sie eine separate Tastatur-App installieren. Hier eine Reihe an möglichen Kandidaten.

  • Fleksy – eine einfache, aber beliebte Tastatur-Alternative, die auch ein kleines Grundgerüst an Gesten mitbringt (nach links wischen zum Löschen, etc.). Die Tasten selbst sind größer als bei einer normalen Bildschirmtastatur, was es einfacher macht, den richtigen Buchstaben auch bei schnellem Tippen zu treffen. Auch die Wortvorschläge scheinen deutlich häufiger mit dem gewünschten Wort überein zu stimmen, als bei anderen Kandidaten. Wenn Sie aber Ziffern oder Sonderzeichen eingeben wollen, müssen Sie noch immer in ein zweites Tastenmenü wechseln. In unserem Test waren wir mit Fleksy überraschenderweise sogar langsamer als mit der nativen iOS-Tastatur (22 Wörter pro Minute mit 5 Prozent Fehlerrate), doch hier macht die Übung sehr wahrscheinlich den Meister. Vor allem wenn man bedenkt, dass der Welt-Geschwindigkeitsrekord für eine Textnachricht mit einer Fleksy-Tastatur aufgestellt wurde (mehr als 82 Wörter pro Minute!).

  • Swype – Warum tippen, wenn Sie auch wischen können? Bei Swype tippen Sie nämlich nicht jedes Zeichen einzeln an, sondern ziehen, beziehungsweise wischen mit dem Finger über die Buchstaben, die Sie eingeben wollen. Swype gibt es derzeit nur für Android, ähnliche Lösungen für iOS sind aber ebenfalls per Download erhältlich. Mal ganz abgesehen davon, dass Wischen einfach mehr Spaß macht als Tippen, ist auch das Layout der Swype-Tastatur ansprechender als andere. Vor allem sind hier mehr Satzzeichen direkt auswählbar und auch die Größe der Tastatur kann angepasst werden. Allerdings dauert es eine Weile, bis man mit der neuen Eingabemethode wirklich klar kommt. Am Ende schafften wir 30 Wörter in der Minute bei einer Fehlerrate von 3 Prozent – allerdings fühlte sich das „Tippen“ nie so intuitiv und komfortabel an, wie auf einer herkömmlichen Tastatur. Insbesondere, wenn man längere Wörter eingeben muss. Googles eigene Android-Tastatur besitzt mittlerweile auch eine Swype-ähnliche Technologie, ebenso wie das hochgelobte SwiftKey .

  • KALQ – Das Layout dieser neuen Bildschirmtastatur ist komplett auf das Tippen mit den Daumen ausgelegt. Daher sind die Zeichen auch radikal umsortiert worden: Es gibt 11 oft genutzte Zeichen direkt unter dem rechten Daumen, während der ganze Rest mit dem linken Daumen ausgewählt wird. Die Lernkurve für diese Variante ist definitiv die steilste unter allen hier vorgestellten Tastaturen. Wenn Sie aber ohnehin nicht geübt im Tippen auf einer Bildschirmtastatur sind, dürfte Ihnen KALQ bestenfalls die gleichen Probleme bereiten wie eine normale Tastatur. Die Entwickler zumindest behaupten, mit KALQ gewinne man 30 Prozent an Tippgeschwindigkeit im Vergleich zu einer QWERTY-Tastatur.

Wie steht’s um die Handschrift-Erkennung?

Mit Handschrift-Apps wie Notes Plus und WritePad könnte man einen eigenen Artikel füllen. Doch wenn es Ihnen um Geschwindigkeit bei der Texteingabe geht, ist das Schreiben per Hand ohnehin nicht die beste Alternative. Wir schafften gerade mal 20 Wörter in der Minute, um zumindest ein gewisses Maß an Lesbarkeit zu bewahren. Im Vergleich zu unseren Tippergebnissen ist es die Mühe also kaum wert. Einzig für Notizen (zum Beispiel auf dem Tablet) taugen Handschrift-Apps, oder natürlich für Freihand-Illustrationen.

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Generelle Tipp-Tipps fürs Tablet

Wenn für Sie eine externe Tastatur gar nicht in Frage kommt, können Sie immerhin ein bisschen an Ihrer Tipp-Leistung schrauben. Versuchen Sie’s mal mit diesen Tipps:

  • Benutzen Sie beide Hände – Klingt offensichtlich, doch die meisten halten ihr Tablet in einer Hand, während sie die andere zum Tippen verwenden. Langsamer geht es kaum. Wenn Sie Ihr Tablet ablegen und beide Hände – oder auch nur zwei statt einem Finger – benutzen, können Sie Ihre Tippgeschwindigkeit verdoppeln.

  • Die Vier-Finger-Taktik – Es ist nahezu unmöglich, mit acht Fingern (plus zwei Daumen) auf einer kleinen Tablet-Bildschirm-Tastatur zu tippen: die Tasten sind zu klein, um sie korrekt zu treffen und wer beide Hände über der Tastatur hält, verdeckt meist die Sicht komplett. Nach zahlreichen Versuchen haben wir eine Vier-Finger-Taktik entwickelt, die am schnellsten und besten funktioniert. Benutzen Sie dazu die ersten drei Finger Ihrer rechten (oder dominanten) Hand und den Zeigefinger Ihrer linken Hand. Ihre rechte Hand bedient in erster Linie die Tasten von T,G und V bis hin zur rechten Tastaturseite. Ihre linke Hand ist für die restlichen Zeichen zuständig und bedient außerdem Shift, wenn notwendig. Mit ein bisschen Übung  lässt es sich so nicht nur relativ schnell, sondern auch noch recht fehlerfrei tippen.

  • Nur auf fester Oberfläche tippen – Quasi eine Ergänzung zum ersten Tipp: Wenn Sie akkurat tippen wollen, sollte Ihr Tablet dabei stabil liegen. Betten Sie es auf Ihre Knie, sind Tippfehler vorprogrammiert. Von der unbequemen Grundhaltung ganz zu schweigen. Wann immer es Ihnen möglich ist, legen Sie Ihr Tablet auf eine feste, stabile Oberfläche wie einen Tisch. Ein spezieller Tablet-Ständer ist oft noch besser, da er die leicht erhöhte Position einer normalen PC-Tastatur imitiert. Auch ergonomisch ist diese Haltung für Sie die beste.

  • Benutzen Sie Spracherkennung – Oft ist es unbequem, unmöglich oder fühlt sich einfach nur komisch an, seinem Tablet etwas zu diktieren. Doch die Sprache-zu-Text-Funktion – bei Android von Haus aus verfügbar, für iPad zum Beispiel via Dragon Dictation erweiterbar – ist mittlerweile erstaunlich akkurat geworden. Zudem ist es in jedem Fall schneller, als jegliches, manuelles Tippen. Leider hat Dragon Dictation ein Zeitlimit von 60 Sekunden pro Diktat und auch die Umgebungslautstärke kann zu einem Problem werden.

  • Üben, üben, üben – Einige Nutzer berichten, dass ihnen eine Tipp-Lern-App viel dabei geholfen hat, schnelles Tippen auf dem Tablet zu lernen. Wenn alles andere nichts hilft, ist das hier definitiv einen Versuch wert!

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