TV in der Tasche

Fernsehen unterwegs empfangen - so geht's

Mittwoch, 21.09.2011 | 12:10 von Oskar Greb
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Das Mobilgerät als Medienzentrale: Für Musik, Texte, Bilder und Videos sind Handys oder Tablet-PCs bereits Dreh- und Angelpunkt. Komplett wird die Zentrale erst mit dem Fernsehen unterwegs. So läuft Mobil-TV!
Musik, Fotos und Videos gehören zu den beliebtesten Anwendungen des mobilen Nutzers. Auch Fernsehen über Mobilgeräte wie Tablet-PCs oder das kleine Handy macht Spaß und ist für aktuelle Geschehnisse (nicht nur Fußball) eine wichtige Informationsquelle. Mit einem einzigen Mobilgerät alles machen – das sollte doch leicht möglich sein? Ist es nicht, denn noch ist hierzulande keine Einigung auf einen einheitlichen Standard zum Thema TV-Broadcasting in Sicht.


Im Gespräch war lange DVB-H, nun gibt’s einen Schwenk zu DVB-T, um Multimedia-Dienste über Rundfunk zu senden. Zudem steht LTE (Long Term Evolution) in der Pipeline. Dieser nächste Mobilfunkstandard, der UMTS ablösen wird, ist bereits in Köln gestartet und kann theoretisch Daten mit bis zu 100 MBit/s übertragen – genug auch für mobiles TV. Doch noch ist dieses „mobile VDSL“ für die meisten keine verfügbare Alternative. Bis der Broadcasting-Standard endlich steht, werden die Anwender mit Kompromissen leben müssen, die aber gut funktionieren: per UMTS oder auch WLAN. Darüber hinaus gibt es gegen Gebühr einige gute Video-on-Demand-Dienste und sogar einzelne Live-Videostreams.

Transportwege: UMTS oder WLAN

Funkversorgung online abrufbar.
Vergrößern Funkversorgung online abrufbar.

Für das direkte Anfordern von TV-Daten (Streaming) nutzen moderne Mobilgeräte derzeit UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) der dritten Generation (3G). Abspielprogramme sind meist vorinstalliert oder gibt es in den Markets für Mobilgeräte zum Download. Die flächendeckende Versorgung ist mittlerweile gut.


UMTS leistet Datenraten von etwa 384 KBit/s, was für einen Livestream in PAL-Auflösung zu langsam ist. Erweitert wird UMTS aber durch HSPA (High Speed Packet Access) mit den Standards HSDPA (High Speed Downlink Packet Access, Downloads mit bis zu 7,2 MBit/s) und HSUPA (High Speed Uplink Packet Access, Uploads mit bis zu rund 5,8 MBit/s). Das neuere HSPA+ pusht das Downstream-Tempo auf ein Tempo von theoretisch 28 bis 84 MBit/s. UMTS hat eine hohe Reichweite und ist breit verfügbar. Es kann allerdings zu Engpässen kommen, wenn viele Nutzer an einer Funkzelle hängen, denn die Datenrate sinkt bei Zellauslastung oder es kommt zu Aussetzern, wenn die Funkzelle gewechselt wird. Zudem braucht es eine ständige Datenverbindung, praktisch also eine Flatrate, und viel Akku-Kraft.


Eine kostengünstige und in der Regel schnellere Alternative ist die Übertragung von TV via Funknetzwerk WLAN (Wireless Local Area Network), das mittlerweile zur Basisausstattung bei Mobilgeräten gehört. Beim WLAN sind theoretisch Übertragungsraten nach IEEE 802.11g mit 54 MBit/s möglich, praktisch gut 20 MBit/s bei den meisten Hotspots (zahlbar per Handy-Rechnung oder Prepaid). Manchmal wird es deutlich weniger, weil sich im WLAN alle Geräte die Bandbreite für den Down- und Upload teilen. Der Haken bei WLAN ist generell die geringere Reichweite; Voraussetzung ist die Nähe zu einem Access Point, mobil via Hotspots etwa in Restaurants oder Bahnhöfen/Flughäfen.

Mittwoch, 21.09.2011 | 12:10 von Oskar Greb
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