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Die richtige Leinwand für Ihren Beamer

01.04.2011 | 11:09 Uhr |

Ein echtes Heimkino-Erlebnis vermittelt ein Beamer erst im Zusammenspiel mit der richtigen Projektionsfläche. Lesen Sie hier, was eine ideale Leinwand ausmacht.

Damit Ihr Beamer gute Bilder liefert, ist die richtige Leinwand Grundvoraussetzung.
Vergrößern Damit Ihr Beamer gute Bilder liefert, ist die richtige Leinwand Grundvoraussetzung.
© 2014

Beim Heimkino-Erlebnis ist Bildgröße alles. Flachbildschirm-Fernseher gibt es schon mit bis zu 58 Zoll oder fast 1,50 Meter Bilddiagonale. Allerdings kosten die TV-Boliden in der Regel mehrere Tausend Euro. Dagegen projizieren bereits Beamer ab 300 Euro ein doppelt so großes Bild. Und für weniger als 1000 Euro gibt es sogar die ersten Full-HD-Geräte. Damit die Beamer ihre Bildqualitäten ausspielen können, ist die richtige Leinwand nötig. Lesen Sie hier, welche Auswahl Sie haben.

1. Von der nackten Wand zur Leinwand
Die ideale Leinwand wirft das Licht vom Projektor zu 100 Prozent zurück in den Raum. Günstige Leinwände streuen das reflektierte Licht diffus. Dadurch ist das Bild nicht nur wie beim LCD-Fernseher in der Mitte davor optimal, sondern auch bei seitlicher Sitzposition rechts und links davon gut zu erkennen. Dazu reicht bereits eine nackte, weiß gestrichene Zimmerwand. Wenn sie möglichst glatt und das Zimmer abgedunkelt ist, erscheint auch schon ohne Leinwand ein ordentliches Bild.

Aber schon geringe Unebenheiten, etwa durch Unterputz-Verkabelungen oder dickere Farbanstriche, fallen durch Schattenwurf störend auf. Raufasertapeten oder Rauputz machen das Bild unscharf. Das fällt nur bei PAL-TV-Auflösungen kaum auf, also bei Beamern mit bis zu 800 x 600 Bildpunkten.

Ein weiterer Nachteil ist, dass normale weiße Wandfarbe nicht optimal reflektiert. Leuchtstärke geht damit verloren. Dagegen hilft spezielle Leinwandfarbe, durch die eine Wand, so sie denn wirklich glatt ist, durchaus mit einer Leinwand mithalten kann. Die Spezialfarbe ist jedoch mit Preisen ab 100 Euro für einen kleinen Eimer nicht billig. Und nicht zuletzt: Wer hat schon das Glück einer freien Wand in seiner Wohnung?

Wer ein optimales Bild will oder die üblichen vollgestellten Zimmerwände hat, muss zu einer Leinwand greifen. Die gibt es in verschiedenen Typen. Der einfachste und günstigste reflektiert völlig diffus und heißt auch „Typ D“. Ihr Vorteil ist der große Blickwinkel. Allerdings verblasst bei lichtschwachen Beamern und bei Tageslicht das Bild schnell, weil das reflektierte Licht gleichmäßig in den Raum gestreut wird. Hier verhalten sich gerichtet reflektierende Leinwände besser. Die Typen „S“ oder „B“ werfen das projizierte Licht vorzugweise in die Mitte vor der Leinwand. Dadurch wirkt das Bild heller – aber nur dann, wenn man auch in der Mitte vor der Projektionsfläche sitzt.

2. Gain-Faktor: Mehr Licht in der Mitte
Wie weit eine Leinwand bevorzugt in eine bestimmte Richtung reflektiert, gibt der Leuchtdichtefaktor an. Der wird in Prospekten und Datenblättern auch „Gain-Faktor“ genannt. Ein Leuchtdichtefaktor von 1 steht für eine diffuse Leinwand ohne bevorzugte Abstrahlrichtung. Ein Gain-Faktor von 2 bedeutet eine im Vergleich dazu doppelt so starke Reflexion zur Mitte vor der Leinwand. So kann auch ein leuchtschwacher Beamer noch ein kontrastreiches Bild liefern – sofern der Zuschauer nicht zu weit rechts oder links von der Bildmitte sitzt.

Deshalb ist ein hoher Gain-Faktor nur für das Single-Heimkino empfehlenswert. Bei regelmäßig zwei oder mehr Betrachtern ist eher ein Gain-Faktor von 1 bis 1,2 angebracht. Einen Sonderfall stellen die Leinwände mit Metallpigmenten für 3D-Projektionen nach dem Polarisationsverfahren dar: Der Gain-Faktor spielt bei ihnen keine Rolle, obwohl sie verfahrensbedingt nur einen kleinen optimalen Betrachtungswinkel haben. Fürs Heimkino sind sie aber ohne Bedeutung. Denn dort wird derzeit die DLP-Link-Technik bevorzugt. Die entsprechenden LCD-Shutterbrillen kommen auch mit normalen Leinwänden klar.

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