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Gateways machen Handy-Telefonate günstiger

17.03.2008 | 10:39 Uhr |

GSM-Gateways sind eine Art Black Box, in die man SIM-Karten einsetzt und die sich in Bezug auf jede eingebaute Karte nach außen wie ein Handy verhält. Firmenintern wird das Gerät dagegen an die Telefonanlage angeschlossen. Wie man damit Telefoniekosten sparen kann, zeigt das Beispiel der Spedition Dachser.

Wenn zwischen Firmenzentrale und mobilen Mitarbeitern viel telefoniert werden muss, schießen die Telefonkosten in die Höhe. Das liegt daran, dass die Gespräche zwischen Festnetz und Mobilfunknetz stattfinden müssen. Im Speditionsgewerbe ist das ein Riesenthema, das nicht zuletzt in der Natur in der Natur dieses Geschäfts liegt. Zum einen ist da der enorme Zeitdruck – Kunden rufen oft genug erst an, um ein Transportproblem zu lösen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Zum anderen ist der Konkurrenzdruck durch die Globalisierung im Speditionsgewerbe eher noch größer als in anderen Branchen. Wer einmal einen zu hohen Preis verlangt, ist innerhalb von Minuten den treuesten Stammkunden los.

Mit GSM-Gateways konnte die Spedition Dachser in Österreich ihre TK-Kosten deutlich reduzieren.
Vergrößern Mit GSM-Gateways konnte die Spedition Dachser in Österreich ihre TK-Kosten deutlich reduzieren.
© 2014

Als Reaktion auf diese Entwicklung reduzieren besonders die großen, weltweit agierenden Speditionen wie die Dachser AG an allen erdenklichen Stellen ihre internen Kosten, um möglichst günstige Preise kalkulieren zu können. Auf externe Kosten wie Spritpreise, Tariflöhne und Ähnliches haben die Spediteure dagegen nur wenig Einfluss. Die österreichische Niederlassung von Dachser reduziert ihre Telefonkosten – und damit einen Teil der Nebenkosten, die für nahezu jeden Auftrag anfallen – drastisch durch den intelligenten Einsatz von Technik.

Das Prinzip dahinter ist eigentlich einfach, wenn man sich die Preisstruktur bei Telefonaten vergegenwärtigt. Am günstigsten sind heute nationale Festnetzverbindungen, am teuersten internationale Verbindungen mit Mobiltelefonen. Die Preise für derartige Verbindungen wurden zwar via EU-Verordnung deutlich gesenkt, wahrhaft billig sind sie aber noch immer nicht. Recht teuer sind zudem nationale Verbindungen zwischen Festnetzanschlüssen und Mobiltelefonen. Hier – das macht jeder Privathaushalt bereits heute – kann man richtig Geld sparen, wenn man für Anrufe auf ein Handy das eigene Mobiltelefon nutzt oder vom Handy aus das Mobiltelefon und nicht den Festnetzanschluss des Angerufenen wählt. Denn Verbindungen von Mobilfunk zu Mobilfunk – insbesondere wenn sie über denselben Netzbetreiber laufen – sind meist preiswerter als netzübergreifende Verbindungen zwischen Fest- und Mobilfunknetzen.

Im Business-Umfeld ist das Telefon dagegen ein Gebrauchsgegenstand, das mehr oder minder gedankenlos genutzt wird. Die Teilnehmer wollen sich auf die Inhalte des Gesprächs, nicht auf dessen Kosten konzentrieren. Deshalb ist eine Art Least-Cost-Router sinnvoll, der automatisch den günstigsten Verbindungsaufbau wählt. In der Regel sollte ein solcher Router den Weg zum mobilen Gesprächspartner über den gleichen Mobilfunkanbieter einschlagen, wie ihn der Angerufene nutzt.

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