TFTs: Pixelfehler finden und beheben

Freitag den 04.08.2006 um 12:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

Das Display Ihres TFT-Monitors zeigt fehlerhafte Bildpunkte. Pixelfehler können bei TFT-Bildschirmen hin und wieder auftreten. Unter Umständen erhalten Sie für Ihren Monitor Ersatz. Wenn nicht, können Sie die Pixelfehler eventuell selbst beheben. Wir zeigen Ihnen, wie es funktioniert.
Anforderung:
Fortgeschrittener
Zeitaufwand:
Hoch
Problem:

Das Display Ihres TFT-Monitors zeigt fehlerhafte Bildpunkte.

Lösung:

Pixelfehler können bei TFT-Bildschirmen hin und wieder auftreten. Unter Umständen erhalten Sie für Ihren Monitor Ersatz. Wenn nicht, können Sie die Pixelfehler eventuell selbst beheben.

Schritt 1: Haben Sie auf Ihren Monitor noch Garantie, sollten Sie sich mit dem Hersteller in Verbindung setzen. Denn ab einer bestimmten Anzahl von Bildfehlern (auf Pixel- oder auf Sub-Pixel-Ebene), können Sie den Monitor umtauschen. Wie viele Fehler in welcher Bildposition Sie hinnehmen müssen, ist je nach Produkt unterschiedlich. Details erfahren Sie auf der Website oder bei der Hotline des jeweiligen Herstellers.

Tipp: Ehe Sie Pixelfehler reklamieren, sollten Sie zuvor Ihren Monitor mit Hilfe von Testbildern genau unter die Lupe nehmen. Diese bekommen Sie häufig auf den Hersteller-Websites. Alternativ benutzen Sie das Tool :DPT .

Schritt 2: Können Sie keinen Garantiefall geltend machen, oder wollen Sie vor der Reklamation den Monitor genau auf Pixelfehler hin kontrollieren, hilft die englischsprachige Freeware DPT weiter. Aktivieren Sie zunächst im Tool die Option „Pattern fill“. Sie sehen jetzt ein feines Schachbrettmuster auf dem Bildschirm.

Testen Sie als nächstes die einzelnen Grundfarben des Monitors, Rot, Grün und Blau sowie Weiß (alle Sub-Pixel aktiviert) und Schwarz (alles aus). Dazu aktivieren Sie „Direct Colour Selection“. Es erscheint ein Fenster mit verschiedenen Farbfeldern. Aktivieren Sie eines, füllt dieser Farbton den kompletten Bildschirm aus. Ein Klick auf die rechte Maustaste befördert das Programmfenster von DPT in den Hintergrund, so dass Sie nun das komplette Display auf Pixelfehler hin überprüfen können. Das Farbauswahl-Fenster können Sie erst verschieben, nachdem Sie mit der Maus einmal über den Rahmen gefahren sind.

Sehen Sie einen schwarzen Punkt, sind wahrscheinlich alle drei Sub-Pixel eines Bildpunktes defekt. Farbpunkte weisen auf ein oder zwei defekte Sub-Pixel hin. Notieren Sie sich die Position und die Art des Pixelfehlers (schwarz oder farbig). Nun können Sie sich mit detaillierten Infos zwecks Garantieanspruch an den Hersteller wenden. Alternativ können Sie versuchen, die Bildschirmfehler selbst in den Griff zu bekommen.

Schritt 3: Haben Sie farbige Fehlpixel gefunden, können Sie unter Umständen die Ansteuerung des defekten Sub-Pixels selbst in Ordnung bringen: Sie benötigen dazu ein Bild, das permanent die Farbe wechselt und so die Transistoren ständig aktiviert und deaktiviert. Dieses Bild muss mehrere Stunden – am besten über Nacht – durchlaufen. DPT hilft auch hier weiter: Klicken Sie auf „Stuck Pixel Exerciser“. Es erscheint ein Fenster, dessen Farbfläche permanent wechselt. Dieses ziehen Sie mit der rechten Maustaste auf die Stelle des Monitors, die den Pixelfehler zeigt. Wenn sich mit dem Farbfenster nicht alle Pixelfehler abdecken lassen, müssen Sie die Prozedur mehrmals wiederholen. Die Größe des Farbfensters lässt sich nicht ändern. Zeigt Ihr Display allerdings schwarze Bildfehler (tote Pixel), können Sie diese in der Regel nicht beheben.

TFT-Technik im Überblick
TFTs (Thin Film Transistor) basieren auf der Technik der Flüssigkristallbildschirme (Liquid Crystal Display; LCD). Jeder einzelne Bildpunkt (Pixel) des Displays setzt sich aus drei Unterpunkten (Sub-Pixeln) zusammen, und zwar aus je einem Sub-Pixel der Farben Rot, Grün und Blau. Jeder Sub-Pixel wird durch einen separaten Transistor angesteuert. Hat ein Monitor eine physikalische Auflösung von 1280 x 1024 Bildpunkten, existieren 3.932.160 Sub-Pixel beziehungsweise Transistoren. Obgleich die Monitorhersteller die TFT-Fertigung inzwischen gut im Griff haben, kann bei dieser Vielzahl an Transistoren schon mal ein Fehler auftreten. Dabei lassen sich die Pixelfehler in zwei Kategorien unterteilen: Solche, bei denen der Bildpunkt in einer bestimmten Farbe verharrt, etwa in Grün oder Blau. Diese Bildfehler können Sie mit etwas Glück selbst ausmerzen. Dabei setzen Sie die Schaltung des quasi festgefrorenen Bildpunkts wieder in Gang. Chancenlos sind Sie in der Regel bei schwarzen Pixeln (tote Pixel). Hier liegt meist ein Fehler des Transistors vor, der sich nicht mehr beheben lässt.

Freitag den 04.08.2006 um 12:01 Uhr

von Panagiotis Kolokythas

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