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Systemreparatur mit nützlichen Bordmitteln

29.08.2014 | 10:19 Uhr |

Windows-Reparaturoptionen bringen ein unrund laufendes System wieder auf Trab, ohne dass Sie selbst nach einzelnen Programmfehlern suchen und sie beheben müssen.

Die Reparaturoptionen von Windows können immer dann helfen, wenn Windows nicht mehr starten möchte und dies etwa an fehlenden oder falschen Systemdateien beziehungsweise an einem defekten Bootloader liegt. Schon mit Windows Vista hat Microsoft eingeführt, dass neben dem eigentlichen Betriebssystem auch das Rettungssystem Win RE (Windows Recovery Environment) installiert wird. Es befindet sich auf der lokalen Boot-Partition im Verzeichnis „Recovery“. War Win RE bei Windows Vista und 7 noch nahezu gleich, so haben ihm die Entwickler unter Windows 8 ein optisch aufgefrischtes Design und neue Funktionen verpasst.

Rettungssystem von Windows 7

Voraussetzung für eine Reparaturinstallation ist, dass Ihr Windows 7 noch startet. Ist das nicht mehr der Fall, müssen Sie es zunächst wieder zum Hochfahren bringen. Drücken Sie dazu während des Startvorgangs Ihres Computers mehrfach die Taste F8. Daraufhin erscheint ein Menü mit erweiterten Startoptionen. Platzieren Sie mit den Pfeiltasten den Markierbalken auf dem Eintrag „Computer reparieren“ und drücken Sie dann die Enter- Taste. Danach startet das Notfallsystem von Windows 7. Sollte das Menü nicht erscheinen, starten Sie den PC stattdessen von Ihrer Windows- 7-DVD und wählen im Installations-Assistenten die „Computerreparaturoptionen“. Im ersten Fenster des Notfallsystems klicken Sie auf „Weiter“. Dann geben Sie das Kennwort Ihres Benutzerkontos mit Administratorrechten ein und klicken wieder auf „Weiter“. Im folgenden Fenster können Sie zwischen unterschiedlichen Reparaturfunktionen wählen. Klicken Sie zunächst auf „Systemstartreparatur“. Daraufhin repariert das Notfallsystem die Startumgebung von Windows, also sämtliche wichtige Startdateien.

Sollte das nicht reichen, um Ihr Windows wieder zum Starten zu bringen, laden Sie erneut das Notfallsystem und klicken im oben erwähnten Reparaturfenster auf die Option „Systemwiederherstellung“ und auf „Weiter“. Dann wählen Sie aus der Liste den jüngsten Wiederherstellungspunkt aus und klicken auf „Weiter“ und „Ja“. Nachdem der Wiederherstellungsvorgang abgeschlossen ist, sollte Ihr Windows wieder starten. Möglicherweise ist Ihr ursprüngliches Problem dadurch auch schon beseitigt, was Ihnen weitere aufwendige Reparaturmaßnahmen erspart.

Das Windows-Recovery-Pack 2014

Mit Windows 8 hat Microsoft die seit Vista verfügbaren Reparaturoptionen optisch deutlich aufgewertet und auch funktional erweitert.
Vergrößern Mit Windows 8 hat Microsoft die seit Vista verfügbaren Reparaturoptionen optisch deutlich aufgewertet und auch funktional erweitert.

Refresh und Reset bei Windows 8

Wie von Windows 7 gewohnt, gelangt man beim Rechnerstart nach absolviertem Bios mit der Taste F8 zu den Reparaturoptionen. Der oberste Menüeintrag „Computer reparieren“ lädt das Zweitsystem, und der Menüeintrag „Problembehandlung“ führt Sie anschließend zu den Reparaturoptionen.

Im Zweitsystem Win RE lauten die Optionen „PC auffrischen“ sowie „Originaleinstellungen wiederherstellen“. Windows 8 überschreibt systemrelevante Dateien durch die originalen der Setup-Dateien und berücksichtigt ferner die Dateien eines frühen Wiederherstellungspunktes. Alle Benutzerdateien – also Dokumente, Musik, Bilder – bleiben in jedem Fall unbehelligt und vollständig erhalten. Trotzdem handelt es sich um eine relativ zeitaufwendige und zugleich radikale Systemreparatur. Sie ist nur bei wirklich gravierenden Problemen zu empfehlen. Sämtliche klassische Windows- Programme werden beseitigt. Die Modern Apps aus dem Windows-Store werden reinstalliert, sofern der Windows-Benutzer die Synchronisierung aktiviert hatte. Abhängig vom Umfang der Synchronisierung („PC-Einstellungen“ und „Einstellungen synchronisieren“) kann die „Refresh“-Reparatur auch diverse Windows-Einstellungen restaurieren, etwa Desktop-Gestaltung, Browser-Daten des Internet Explorers und gespeicherte Kennwörter. Das „Reset“ oder „Originaleinstellung wiederherstellen“ ist die härtere der neuen Reparaturoptionen. Es setzt Windows 8 durch eine Neuinstallation auf den originalen Zustand zurück. Sämtliche Benutzerdateien, Einstellungen und Software-Installationen gehen dabei verloren. Windows 8 nennt in der modernen Systemsteuerung („PC-Einstellungen“) das „Reset“ als geeignete Maßnahme vor dem Verkauf des PCs einschließlich System.

Sollte Windows 8 nicht mehr richtig funktionieren, lässt sich das System ohne Auswirkung auf Ihre Dateien auffrischen.
Vergrößern Sollte Windows 8 nicht mehr richtig funktionieren, lässt sich das System ohne Auswirkung auf Ihre Dateien auffrischen.

„Refresh“ und „Reset“ sind harte Maßnahmen mit der Gefahr eines ärgerlichen Datenverlustes. Das Notfallsystem Win RE hält sanftere Optionen parat, die die erste Wahl bleiben sollten. Wenn Sie nach F8 mit „Computer reparieren“ das Notfallsystem starten, finden Sie unter „Problembehandlung“ die Option „Erweiterte Optionen“. Hier können Sie mit dem PC-WELT Plus / Retten und Reparieren obersten Punkt „System wiederherstellen“ einen früheren Wiederherstellungspunkt zurückspielen. Das ist, sofern dies das Problem löst, ein schneller und minimaler Eingriff und damit die erste Wahl. Als zweiten Punkt sehen Sie die „Systemimage-Wiederherstellung“. Diese Aktion ist umfangreich, aber weniger verlustbehaftet als „Refresh“ und „Reset“ – sofern ein relativ aktuelles Windows-Image vorliegt. Diese Sicherungsmöglichkeit finden Sie in der Windows-8-Systemsteuerung unter „Windows 7-Dateiwiederherstellung“ und hier unter dem Link „Systemabbild erstellen“.

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Mit einem Wiederherstellungsdatenträger haben Sie im Notfall die Möglichkeit, eine defekte Windows-8-Installation zu reparieren.
Vergrößern Mit einem Wiederherstellungsdatenträger haben Sie im Notfall die Möglichkeit, eine defekte Windows-8-Installation zu reparieren.

Wiederherstellungsdatenträger für Windows 8

Bei Problemen mit Windows 8 leiten Sie Rettungsmaßnahmen über das eingebaute Notfallsystem ein, das Sie beim Hochfahren des Rechners mit der F8-Taste aktivieren. Startet es nicht, benötigen Sie einen Systemwiederherstellungsdatenträger. Lässt sich das in Windows 8 eingebaute Notfallsystem nicht über die F8-Taste starten und haben Sie auch keinen Windows-8- Installationsdatenträger zur Hand, hilft es, wenn Sie einen Systemwiederherstellungsdatenträger erstellt haben. Es empfiehlt sich, das möglichst rechtzeitig zu tun, damit Sie im Notfall die Möglichkeit haben, Windows 8 zu reparieren.

Dazu gehen Sie folgendermaßen vor: Öffnen Sie die Startseite und suchen Sie nach dem Programm recoverydrive.exe, indem Sie den Begriff eintippen. Windows 8 sucht automatisch nach dem entsprechenden Tool. Bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung, falls Sie dazu aufgefordert werden. Legen Sie eine leere CD oder DVD in das Laufwerk. Alternativ verbinden Sie einen USB-Stick mit dem Rechner. Anschließend klicken Sie auf „Datenträger erstellen“. Der Assistent bereitet die Dateien vor und brennt oder kopiert sie daraufhin. Anschließend können Sie einen Computer mit dieser CD/DVD booten und Windows 8 reparieren. Die CD verfügt über die gleichen Optionen wie die Windows-8-Installations-DVD, um Windows 8 wiederherzustellen.

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