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Nie wieder Abstürze

24.12.2008 | 09:25 Uhr |

Nichts ist schlimmer als ein System, auf das man sich nicht verlassen kann. Ist der Wurm erst einmal drin, hagelt es einen Absturz nach dem anderen. Besser Sie werden zum PC-Pannenhelfer und meistern sämtliche Abstürze.

Langsam stinkt Ihnen Ihr Betriebssystem gewaltig. Sie haben Windows regelmäßig gewartet, und dennoch läuft das System nicht rund. Immer wieder reagiert der Rechner nicht mehr, stürzt unmotiviert ab, es erscheint ein Blue-Screen oder Windows startet aus unerklärlichen Gründen neu. Manchmal friert auch die Oberfläche ein, obwohl sich der Mauszeiger noch bewegen lässt. Die Bios-Einstellungen haben Sie bereits zurückgesetzt und einen Teil der von Ihnen verwendeten Software neu eingespielt – ohne Besserung. Jetzt steht eine grundsätzliche Diagnose der Fehlerursache an: Die wichtigsten Ansatzpunkte dabei sind Arbeitsspeicher, Netzteil und Treiber.

Diagnose: Hardware-Defekt
Um sporadische Abstürze von Windows-PCs zu diagnostizieren, hilft eine Faustregel: Stürzt der Rechner mit einem BlueScreen ab, liegt die Ursache für das Fehlverhalten meist bei Windows. Das System erkennt den Absturz und kann den Blue-Screen noch anzeigen. Friert der PC unvermittelt ein, hat Windows den Fehler nicht mitbekommen – ein Indiz für ein Hardware-Problem. Vor dem Start der Windows-Oberfläche können Sie Fehlermeldungen auf schwarzem Hintergrund erhalten. Diese Black-Screens nach dem PC-Start treten in der Bios-, Boot- und Kernel-Phase auf.

Bösewicht Nummer eins: Systemtreiber
Typische Fehlerursachen sind beispielsweise defekte Speicherbausteine oder eine überhitzte CPU. Ein weiterer Punkt bei der Fehlersuche sind die Treiber. Wenn Sie kürzlich neue Hardware oder einen neuen Gerätetreiber installiert haben, ist das Problem meist schnell in den Griff zu bekommen. Entfernen die Sie fragwürdige Hardware vorübergehend oder de-installieren Sie den zuletzt aufgespielten Treiber. Allerdings ist es oft gar nicht so einfach, einen störrischen Treiber wieder loszuwerden. Ist ein Treiber verantwortlich, enthält die Blue-Screen-Meldung in einigen Fällen einen genauen Hinweis. Meist ist sie aber unspezifisch und gibt nur einen von etwa 250 möglichen Fehlercodes an.

Vermeintliche Abstürze vermeiden
Ist ein Bildbearbeitungs- oder Videoschnittprogramm stark beschäftigt, interpretiert Windows dies nach einer knappen Minute als vermeintlichen Absturz. Schuld daran ist eine Timeout-Einstellung, die Sie ändern können: Gehen Sie zum Registry-Schlüssel „HKey_Current_User\ControlPanel\Desktop“ und geben Sie unter „HungAppTimeout“ den Wert „100“ ein.

Memtest86+ führt einen Speichertest durch
Vergrößern Memtest86+ führt einen Speichertest durch
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Arbeitsspeicher checken
Ein defekter Arbeitsspeicher entpuppt sich häufig als Ursache für sporadische Abstürze. Das Problem: Weder Windows noch die Hauptplatine bietet eine Prüfmöglichkeit für RAM-Chips. Wenn Sie mehrere RAM-Riegel zur Verfügung haben, dann probieren Sie den Betrieb mit jedem einzelnen aus. Anderenfalls verwenden Sie die Freeware Memtest86+ und führen einen Speichertest durch, der unabhängig vom Betriebssystem läuft. Die Freeware schreibt eine Reihe von Testmustern in jede Speicheradresse, liest diese wieder aus und verifiziert die Daten. Dazu müssen Sie den Rechner mit Memtest86+ booten. Mit dem ISO-Image des Speicherdiagnose-Tools lässt sich dazu eine startfähige CD erstellen. Sie benötigen ein Brennprogramm, das ISO-Images auf CD schreiben kann.

Netzteilstärke prüfen
Tritt das abnormale Verhalten von Windows vor allem unter großer Systemlast auf, kommt auch das Netzteil oder Überhitzung als Problemquelle in Betracht. Aufgrund von Spannungsschwankungen oder einem generell an der Toleranzgrenze betriebenen Netzteil kann es bei Last zu einer Verschlechterung der 12-Volt-Spannungsversorgung von Hauptplatine, Speicher-Chips und Grafikkarte kommen. Ein einzelner Spannungsabfall genügt, um den Arbeitsspeicher zu leeren. Die Folge sind wie bei Überhitzung Abstürze. In diesem Fall müssen Sie das Netzteil durch ein ausreichend groß dimensioniertes Modell austauschen. Ob bei Ihrem Rechner ein Spannungs- oder Temperaturproblem vorliegt, finden Sie mit Speedfan heraus. Die Freeware liest die Spannungs- und Drehzahlwerte Ihres CPU-Lüfters und zeigt auch die Temperaturwerte für CPU, Hauptplatine und Netzteil an. Verändert sich die Spannung oder Temperatur beim Start rechenintensiver Programme oder Spiele, sollten Sie probehalber ein anderes Netzteil nutzen.

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