17.04.2010, 08:11

Christoph Jopp, Thomas Hümmler, Marion Exner

Linux-Tipps

Swap nachrüsten und beschleunigen

Nach dem Einstecken eines neuen Arbeitsspeicherriegels und dem Booten Ihres Linux-Systems scheint alles bestens zu laufen. Den neuen Arbeitsspeicher erkennt Linux automatisch. Im Gegensatz zur Neu-Installation müssen Sie allerdings selbst dafür sorgen, dass bei Engpässen ausreichend Platz für das Auslagern der Arbeitsspeicherdaten vorhanden ist. Dazu rüsten Sie am besten eine Swap-Partition nach.
Unter Open Suse 11 ist die bequemste Lösung dafür das Yast-Modul "System, Partitionierer". Beim Start erhalten Sie einen Warnhinweis. Bearbeiten Sie auf keinen Fall Partitionen, die im Moment eingehängt (gemounted) sind. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einem Backup von System und Daten auf einem externen Datenspeicher. In der Übersicht des Partitionierers sehen Sie Ihre bisher vorhandenen Partitionen.

Sofern Sie noch über freien Plattenplatz verfügen, legen Sie über die Schaltfläche "Anlegen" die neue Swap-Partition an. Aktivieren Sie die Option "Formatieren", und wählen Sie bei "Dateisystem" die Option "Swap" aus. Als "Einhängepunkt" schlägt Ihnen der Partitionierer dabei automatisch "swap" vor. Als Start- und Endzylinder wählt er ebenfalls automatisch den ersten und letzten freien Zylinder aus. Diesen Vorschlag können Sie akzeptieren, sofern Sie sämtlichen noch freien Festplattenplatz der neuen Swap-Partition zur Verfügung stellen wollen. Falls nicht, tragen Sie statt des Endzylinders die gewünschte Größe ein, zum Beispiel "+1.5GB".
Alle Swap-Bereiche gemeinsam sollten 1,5- bis 2-mal so groß wie Ihr Arbeitsspeicher sein. Mit root-Rechten und dem Konsolenbefehl "swapon -s" überprüfen Sie, welche Swap-Partitionen derzeit vorhanden sind, wie groß sie sind (in KB) und wieviel davon aktuell genutzt wird.
Ist kein freier Festplattenplatz mehr vorhanden, erhalten Sie beim "Anlegen" sofort einen entsprechenden Hinweis. In diesem Fall müssen Sie Platz schaffen. Markieren Sie dafür eine nicht gemountete Partition, und klicken Sie auf "Größe ändern". Anschließend sehen Sie, wieviel Platz bereits mit Daten belegt ist. Mit dem Schieberegler oder durch Eingabe des gewünschten freien Plattenplatzes verkleinern Sie die Partition entsprechend. Anschließend können Sie die neue Partition anlegen.
Hinweis: Die Partitionstabelle wird erst auf Ihre Festplatte geschrieben, wenn Sie im Hauptfenster des Partitionierers auf "OK" klicken. Andernfalls können Sie über "Verwerfen" den gesamten Vorgang noch abbrechen.
Swap beschleunigen
Swappen ist ein zeitintensiver Vorgang, da ein Festplattenzugriff länger dauert als ein Zugriff auf den Arbeitsspeicher. Schneller geht es, wenn Linux gleichzeitig in zwei Swap-Partitionen schreiben kann, besonders wenn diese auf zwei verschiedenen Festplatten liegen.

Verfügen Sie auf einer oder mehreren Festplatten über mehrere Swap-Partitionen, füllt sie Linux nacheinander in der Reihenfolge, in der sie in der Konfigurationsdatei /etc/fstab erscheinen. Soll das System die Partitionen dagegen gleichzeitig benutzen, müssen Sie Prioritäten vergeben. Wenn Sie die gleiche Priorität vergeben, benutzt Linux die Swap-Partitionen gleichzeitig.
Öffnen Sie dazu als root die Konfigurationsdatei /etc/fstab mit einem Text-Editor. Bei den Optionen zu den "swap"-Partitionen, also etwa hinter dem Parameter "defaults", fügen Sie jeweils den Parameter für die Priorität ("pri=") hinzu und trennen die zwei Parameter durch ein Komma. Für die Priorität setzen Sie einen Ganzzahlwert zwischen 0 und 32767, also etwa "5".
Nach dem Speichern der Konfigurationsdatei führen Sie wahlweise einen Neustart durch oder hängen im laufenden System die Swap-Partitionen mit den Konsolenbefehlen "swapoff -a" und "swapon -a" kurz aus und wieder ein. Bei identischem Wert nutzt Ihr Linux-System die Swap-Partitionen jetzt synchron. (me/cj)
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