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Surfen mit Tarnkappe

28.05.2002 | 10:18 Uhr |

Im Internet ist niemand anonym - jeder hinterlässt seine Spuren. Doch mit Hilfe eines Proxy-Servers und besonderen Tools verschleiern Sie die verräterische IP-Adresse. PC-WELT erklärt Ihnen, wie Sie vorgehen müssen.

Wer im Web unterwegs ist, hinterlässt zahlreiche Spuren. Denn sobald Ihr Browser Kontakt zu einem Server aufnimmt, überträgt er in den HTTP-Headern eine Reihe von Infos - beispielsweise IP-Adresse, Browser-Typ und Art des Betriebssystems. Da die Server diese Infos in Log-Files schreiben und auswerten können, lassen sich damit zum Beispiel Browser- Statistiken, aber auch Profile der Surfgewohnheiten erstellen. Doch vor dieser Schnüffelei können Sie sich schützen.

Das gezielte Zuordnen einer statischen IP-Adresse (etwa bei einer Standleitung) zu einer Person ist an sich harmlos. Unangenehm kann es jedoch werden, wenn persönliche Daten - und die IP-Adresse gehört dazu - zur Analyse Ihrer Surfgewohnheiten verwendet werden und dieses Profil dann in die Hände einer Direktmarketing- Agentur gelangt.

Die folgenden Informationen sind jedoch nur für solche Rechner sinnvoll, die direkt mit dem Internet verbunden sind. Denn sobald ein Proxy-Server oder ein Firewall dazwischen ist - wie in einem Firmennetzwerk - kann die eigene IP Adresse nicht mehr verschleiert werden - denn dies geschieht bereits durch den Firmen-Proxy. Die IP-Adresse dieses Proxys wird dann von den Web-Servern geloggt und führt über eine Whois-Abfrage ganz schnell zur Adresse der Firma.

Im privaten Bereich sieht es hingegen ganz anders aus, da bei DSL-Einwahlverbindungen wie T-DSL und QDSL eine dynamische IP-Adresse vergeben wird. Und solche Adressen können nur dann eindeutig einer Person zugeordnet werden, wenn die Log-Files des Providers durchsucht werden. In Deutschland ist das zwar untersagt, wird aber offensichtlich doch gemacht. Man denke nur an diejenigen T-Online-Nutzer, die von der Telekom wegen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte mit Filesharing-Tools abgemahnt wurden.

Schnell aufgedeckt: Eine einfache Whois-Abfrage bei der Denic liefert Adressen und Telefonnummern derjenigen Personen, auf deren Namen eine statische IP-Adresse eingetragen ist

Whois ist ein Unix-Tool, das unter Windows kaum bekannt ist. Es liefert alle wichtigen Infos über den Besitzer einer Domäne bis hin zu Telefonnummern der Verantwortlichen. Am einfachsten verwendet man die Denic-Website (Deutsches Network Information Center) für eine solche Whois-Abfrage.

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