26.06.2012, 09:01

David Wolski

Backup-Desaster vermeiden

Sünden 2-4: Die Sicherung wird nicht getestet

Was ein erstelltes Backup tatsächlich taugt, zeigt sich meist erst im Notfall – nämlich dann, wenn die gesicherten Daten wirklich benötigt werden. Wenn sich die Backup-Strategie dann als unbrauchbar oder die Datenträger als schwarzes Loch heraus stellen, ist es leider zu spät.

So geht es besser: Es ist hilfreich, zumindest einmal einen kompletten Ernstfall durchzuspielen und dabei die Daten komplett von den Backup-Medien zu lesen. Die meisten Fehler zeigen sich recht schnell bei einem Wiederherstellungstest. Als Ziel der wiederhergestellten Daten dient dabei aber nicht der produktiv eingesetzte PC, denn dies wäre im Fall eines unbrauchbaren Backups zu riskant. Stattdessen verwenden Sie dafür einen ausgemusterten Zweit-PC, eine extern angeschlossene Festplatte, oder einfach einen temporären Ordner auf einer der verfügbaren Partitionen, auf der noch genügend freier Platz für das Backup vorhanden ist.
Einen Sonderfall bilden Backups in Form von Images, deren Wiederherstellung sich schwieriger testen lässt. So etwa Spiegel-Images ganzer Partitionen, die Sie mit entsprechender Software wie Acronis True Image oder Clonezilla; erstellt haben. In diesem Fall brauchen Sie einen eigenständigen Rechner zum Testen. Bei Clonezilla besteht außerdem die Option, das geschriebene Image gleich nach der Sicherung zu überprüfen, ob es sich im Notfall zurückspielen lässt. Der Aufwand ist gerechtfertigt, da der Umgang mit Images und der zugehörigen Software deutlich komplizierter ist als ein einfaches Datei-Backup. Es ist nur von Vorteil, wenn Sie die grundlegenden Handgriffe bei der Wiederherstellung bereits kennen, da im Notfall meist Zeit und Nerven für Experimente fehlen.
Online-Backup-Dienste im Überblick

Sünde 3: Das Backup enthält fehlerhafte Dateien
Eher durch Zufall stoßen Sie bei der Durchsicht älterer Daten auf der Festplatte auf defekte Dateien. Wichtige Dokumente, die Sie vor Jahren erstellt haben, lassen sich nicht öffnen oder wurden durch eine Unachtsamkeit mit unvollständigen Versionen überschrieben. Kein Problem, es gibt ja ein Backup. Dann der Schock: Das Backup enthält ebenfalls nur die defekte Version.

So geht es besser: Bei den Kronjuwelen unter Ihren Dateien und besonders wichtigen Archiven reicht ein einziges Backup schlicht nicht aus. Hier ist zumindest eine zweite Sicherung ausgesuchter Dateien wichtig, um auch noch ältere Versionen zur Hand zu haben, falls sich das aktuelle Backup als Blindgänger entpuppt. Auch bei Dateien, die sich sehr oft ändern, ist eine kleine Versionsverwaltung hilfreich. Beispiele sind Datenbanken und Konfigurationsdateien, die Sie während der Einrichtung einer Software-Umgebung oft ändern. Sichern Sie diese Daten mehrmals aus dem Backup-Medium, etwa in Verzeichnissen mit Datumsangabe.
Sünde 4: Die passende Hardware steht nicht bereit
Da sich Backup-Strategien selten ändern, besteht die Gefahr, dass sich im Lauf der Zeit zuverlässige Arbeitstiere in behäbige Dinosauriere verwandeln. Bandlaufwerke im Firmenumfeld und magneto-optische Medien wie die technisch überholten ZIP-Disketten waren einst eine zuverlässige Backup-Lösung. Heute ist die Technik obsolet, mit Ausnahme der Tape-Laufwerke für den industriellen Einsatz. Wenn das einzig verfügbare Laufwerk zum Lesen der Medien ausfällt, ist die Suche nach Ersatz aufwendig und teuer.
So geht es besser: Achten Sie darauf, dass die Technik zum Wiederherstellen des Backups komplett vorhanden und sofort, ohne lange Vorbereitung, einsatzbereit ist. Dazu zählt das Ausmustern veralteter Speichermedien, aber auch die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Wenn das Backup-Medium etwa mit einem speziellen Kabel angeschlossen wird, dann sollten Sie ein Ersatzkabel in der Schublade haben. Backup-PCs im Netzwerk benötigen Tastatur, Maus und Monitor.
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