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So erkennen Sie gute SEO-Optimierer

17.04.2010 | 10:31 Uhr |

Ein Unternehmen, das per Internet-Suchmaschine nicht gefunden wird, existiert so gut wie nicht. Spezialisten versprechen oft Platz eins auf der Ergebnisliste von Google & Co. Doch wie unterscheidet man seriöse von unseriösen SEO-Dienstleistern?

Wer das New Yorker Telefonbuch aufschlägt und eine Immobilienfirma sucht, stößt als erstes auf die Firma "AAAAA Abel Residential & Commercial Services". In Zeiten des Telefons war das effektive Suchmaschinenoptimierung. Je mehr As die Firma am Anfang ihres Namens führte, desto weiter kam sie in der Liste nach vorne. Was früher recht einfach war, ist heutzutage etwas schwieriger – das Prinzip ist allerdings gleich: Wer es im Internet nicht auf die erste Seite einer Google-Ergebnisliste schafft, ist eigentlich schon verloren und bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit keine Aufträge über das Internet.

Allerdings reicht es nicht, die Firma einfach "AAAAA Irgendwas" zu nennen und selbiges in die Titelzeile der Website zu schreiben. Den Suchalgorithmen der Suchmaschinen ist es egal, mit welchem Buchstaben ihre Suchergebnisse beginnen. Doch was kann man tun , um die Seite bei Google möglichst weit oben zu finden? Suchmaschinenoptimierung (auf englisch Search Engine Optimisation, SEO) ist das Zauberwort. Vor einigen Jahren schossen Unternehmen, die Firmenwebsites professionell nach oben bringen wollten, wie Pilze aus dem Boden. Slogans wie "Wir bringen Sie bei Google auf Platz eins – garantiert" gab es zuhauf.

Die Freude währt oft nur kurz

Doch die Freude derer, die sich mit SEO-Dienstleistern unter die Top-Ten katapultiert hatten, währte häufig nicht lange. Der Grund: Unseriöse Firmen griffen zu verbotenen Mitteln. Dabei definiert der Suchmaschinenbetreiber, wie etwa Google, selbst was erlaubt ist und was nicht. Hält man sich als Website-Anbieter nicht daran, fliegt man im schlimmsten Fall aus dem Suchindex. Dabei nimmt Google keine Rücksicht auf die Größe des Unternehmens. Der Suchmaschinen-Supergau ist Anfang 2006 BMW passiert . Der Autobauer flog aus dem Suchindex, nachdem er zu unerlaubten Mitteln gegriffen hatte. Nachdem BMW die "verbotenen" Seiten entfernt, hatte wurde die Website wieder in den Google-Suchindex aufgenommen.

Wie erkennt man, ob ein SEO-Dienstleister sauber arbeitet? Andreas Duscha arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) am Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln und beschäftigt sich mit Verfahren zur Suchmaschinenoptimierung. Für ihn sind die schwarzen Schafe der Branche recht einfach zu erkennen: "Unseriöse Dienstleister geben ohne weitere Einschränkungen und insbesondere ohne vorherige Prüfung der Website und der Rahmenbedingungen Garantien auf Top-Platzierungen oder versprechen Eintragungen in mehrere hundert Suchmaschinen."

Solche Versprechen seien nicht nur unseriös, sondern glatter Unsinn. So gebe es derzeit etwa fünf Suchmaschinen, die etwa 90 Prozent der Suchanfragen bekommen. Top-Platzierungen in hundert weiteren Suchmaschinen klingt zwar nach viel, bringen aber im Grunde nichts. "Garantien gibt es nicht. Ein Dienstleister, der ohne Einschränkungen eine Garantie ausspricht, ist schlichtweg unseriös", sagt Andreas Duscha.

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