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Studie: Netz-Surfen eine aussterbende Sportart

07.02.2003 | 12:02 Uhr |

Betrachtet man die Art und Weise, wie sich Internet-Nutzer aktuell durch das Netz bewegen, stellt man fest, dass diese dem klassischen "Surfen" der frühen Online-Ära eine Absage erteilen. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Anwender direkt per URL oder Bookmark auf die Seiten gelangen, die sie wünschen, anstatt sich von Link zu Link zu hangeln.

Betrachtet man die Art und Weise, wie sich Internet-Nutzer aktuell durch das Netz bewegen, stellt man fest, dass diese zwischenzeitlich dem klassischen "Surfen" der frühen Online-Ära eine Absage erteilen. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Anwender direkt per URL oder Bookmark auf die Seiten gelangen, die sie wünschen.

"Das Umherbummeln nimmt ab. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Internet erwachsen wird", sagt Geoff Johnston Vize-Präsident für Produkt-Management der " Statmarket "-Abteilung des Unternehmens "Websidestory". Angaben von Statmarket zufolge erreichen 64 Prozent der untersuchten Internet-Nutzer die gewünschten Seiten per direkter Navigation, vor Jahresfrist waren es noch 53 Prozent. Dass immer mehr Nutzer scheinbar wissen, was sie wollen, bedeute allerdings nicht, dass die Bedeutung von Suchmaschinen abnehme, so die Auguren.

Vielmehr stieg die Zahl der Anwender, die per Suchmaschine ihr Ziel erreichten, von acht Prozent im Vorjahr auf aktuell 13 Prozent. Was abnimmt, ist hingegen die Navigation von Link zu Link, also das klassische herumschnüffeln im Web. Anwender tendieren aus Sicht der Forscher heute vielmehr dazu, ihre Angelegenheiten im Internet einfach zu erledigen - das Browsen als solches nimmt dagegen ab. Leider verschweigen die Wissenschaftler, wie viele Surfer bezüglich der Studie befragt wurden.

Hinzu kommt, dass die Anwender mittlerweile immer besser mit Suchmaschinen umgehen können, so Matthew Berk, Senior Analyst bei Jupiter Research. Die auf diese Weise gefundenen Seiten werden später per URL-Eingabe oder Bookmark aufgerufen, was den Anstieg der direkten Navigation erklären könnte, so Berk.

Johnston stimmt dieser Ansicht zu und vergleicht das Internet mit dem Fernsehen: "Nach einer gewissen Zeit wird es langweilig, durch die Kanäle zu zappen und man wählt schließlich nur noch die Sender, die man sehen möchte."

Jährlich 150 Millionen neue Surfer (PC-WELT Online, 19.11.2002)

Kinder aus gebildeteren Familien surfen mehr (PC-WELT Online, 12.08.2002)

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