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Studie: Beratung durch Internet-Apotheken schlecht

11.04.2003 | 10:15 Uhr |

In seiner Haltung, den Arzneimittelversandhandel kategorisch abzulehnen, sieht sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) jetzt massiv bestätigt. Eine Studie kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass Internet-Apotheken keine ausreichenden Informationen zu den versandten Arzneimitteln bieten und damit die Gesundheit ihrer Kunden aufs Spiel setzen.

In seiner Haltung, den Arzneimittelversandhandel kategorisch abzulehnen, sieht sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) jetzt massiv bestätigt. Eine Studie der australischen Monash University kommt nämlich zu dem Ergebnis, dass Internet-Apotheken keine ausreichenden Informationen zu den versandten Arzneimitteln bieten und damit die Gesundheit ihrer Kunden aufs Spiel setzen.

"Wir weisen seit Jahren darauf hin, welche Gefahren der Internethandel mit Arzneimitteln birgt", so Hans-Günter Friese, Präsident der ABDA. "Endlich liegen wissenschaftliche Erkenntnisse darüber vor, die unsere Argumentation massiv stützen."

Die zwei wichtigsten Kritikpunkte:

* Bei der Prüfung auf Herz und Nieren wurden von den virtuellen Apotheken in USA, Australien und Großbritannien "bedenkenlos verschiedene Arzneimittel miteinander versandt, die, zusammen eingenommen, gravierende Wechselwirkungen" möglich machen.

* Kunden wurden in nicht ausreichendem Maße über die Wirkung und Nebenwirkungen der online bestellten Medikamente informiert.

Der Präsident der ABDA ist sich daher sicher: "Die Regierung kann nicht weiterhin alle Argumente, die gegen die Zulassung des Versandhandels sprechen, ignorieren. Fast acht Millionen Menschen sprachen sich letztes Jahr gegen den Arzneimittelversandhandel aus; nunmehr verweist diese profunde wissenschaftliche Studie auf die verbundenen Gefahren. Bei der Janusköpfigkeit des Arzneimittels bleibt es dringend geboten, dass im Moment seiner Abgabe an den Patienten auch die Beratungsmöglichkeit gegeben ist. Dies kann ein Versandhändler nicht leisten. Wir werden die Verantwortlichen letztlich überzeugen, dass nicht nur der Versandhandel an sich schon eine Gefahr darstellt, sondern eben auch bestehende und bewährte Strukturen zerstört - mit dramatischen Konsequenzen für die Arzneimittelversorgung."

7,7 Millionen Unterschriften gegen Internet-Apotheken (PC-WELT Online, 04.07.2002)

Regierung will Medikamentenbezug über das Internet erlauben (PC-WELT Online, 11.06.2002)

Sozialministerium verbietet Kassen Internethandel mit Arzneimitteln (PC-WELT Online, 22.05.2002)

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