Stromversorgung
Alles über Netzteile
Ein PC-Netzteil besteht grob gesagt aus einem Blechgehäuse mit einer Euro-Kaltgeräte-Buchse für den Anschluss an die Steckdose, einem Netzschalter und - je nach Ausführung - einem oder mehreren Lüftern. Die 230 Volt Wechselspannung aus der Steckdose werden im Netzteil von Gleichrichtern und Glättungskondensatoren in Gleichspannung umgewandelt. Ein Transistor erzeugt eine Rechtecksspannung (Wechselspannung) und zerhackt die Gleichspannung in Wechselspannungen von etwa 15 bis 50 kHz. Ein Transformator wandelt die einzelnen Wechselspannungen in 3,3, 5 und 12 Volt um, die wiederum von einem Gleichrichter und Glättungskondensatoren zu Gleichspannungen umgemodelt werden.
Der 20- oder 24-polige Stromstecker versorgt die Schnittstellen und Slots mit +3,3, +/-5 und +/-12 Volt. Neben den Spannungsleitungen hat der Kabelstrang noch vier weitere Leitungen: die Masse (schwarz), Power-OK (grau), PS-ON (grün) für den An- und Ausschalter, Sense Amp (braun), die die 3,3 Volt exakt nachregelt, um Verluste etwa durch Kabel oder Steckverbinder auszugleichen, und die Standby-Spannung 5VSB (violett).
Um nun ihrerseits die Stromanschlüsse des Netzteils aufnehmen zu können, benötigt eine Platine hauptsächlich zwei Buchsen: die 20- oder 24-polige für den ATX-Stromstecker und die 4- oder 8-polige für die zusätzliche 12-Volt-Versorgung. Die Steckplätze und Schnittstellen, die sich auf einer Hauptplatine befinden, holen sich über die Leitungen auf der Platine die Spannung, die ihnen laut Spezifikation zusteht. Benötigt eine Komponente - etwa eine Grafikkarte oder eine CPU - mehr Strom, als der Steckplatz zur Verfügung stellen kann, kommen die zusätzlichen Spannungsleitungen - im Falle von Grafikkarte oder CPU der 6- beziehungsweise 8-polige 12-Volt-Kanal - zum Einsatz.
Am häufigsten sind ATX-Netzteile, da ATX (Advanced Technology eXtended) der Formfaktor ist, der bei Desktop-PCs normalerweise im Einsatz ist. Man unterscheidet zwischen ATX Version 1.3, 2.0 und 2.2, wobei jede Version einen anderen Stromstecker für die Hauptplatine vorschreibt (siehe dazu auch www.formfactor.org). Bei ATX 1.3 ist dieser so genannte Molex-Stecker 20-polig, bei ATX 2.0 24-polig. Manche CPUs wie Intels Pentium 4 brauchen bei ATX 1.3 darüber hinaus noch einen 4-poligen 12-Volt-Stecker (AUX).
Um das Stecker-Wirrwarr etwas zu vereinfachen, gibt es Adapter, die beispielsweise aus einem 24-poligen einen 20-poligen Stromstecker machen. Oder der 24-polige Stecker lässt sich trennen, so dass Sie nur den 20-poligen Teil nutzen können. Bei den 8-poligen 12-Volt-Buchsen, die manche Platinen zusätzlich bieten, besteht dagegen die Möglichkeit, sie nur mit einem 4-poligen Steckern zu bestücken - falls das den eingebauten Komponenten reicht.




