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Stromkosten senken mit Smart Metern

28.08.2015 | 08:30 Uhr |

Bis 2032 sollen intelligente Stromzähler in Deutschland flächendeckend verfügbar sein. Was bringen die sogenannten Smart Meter und werden sie, bei steigenden Strompreisen, die Stromrechnung drücken können?

Seit 2008 gibt es die intelligenten Stromzähler, die zunächst von der Regierung gefördert wurden. Sie sollen die alten klassischen Stromzähler ablösen und lassen sich auch für die Ermittlung des Gasverbrauchs einsetzen.

Intelligenter Stromzähler
Vergrößern Intelligenter Stromzähler
© Ulf Kuhn

Der intelligente Stromzähler ist über eine Datenleitung mit dem Stromanbieter verbunden. Alle benötigten Daten werden vollautomatisch übertragen. Häufig wird die Mobilfunktechnologie genutzt, um eine Internetverbindung herzustellen. Kritisiert wurde der geplante Einsatz von intelligenten Stromzählern zunächst wegen des Datenschutzes. Der Verbraucher kann im Zähler jedoch selber festlegen, welche Daten er außer dem Zählerstand seinem Anbieter noch zur Verfügung stellen möchte und ob dieser die Informationen mit Dritten, etwa für Marketingzwecke, teilen darf.

Der Einsatz intelligenter Stromzähler hat einige Vorteile:

  • Der Verbraucher erhält genauere Stromrechnungen

  • Es muss kein Angestellter des Stromanbieters vorbeikommen, um den Zählerstand abzulesen und der Verbraucher muss keine Daten mehr übermitteln.

  • Der Verbraucher bekommt eine bessere Übersicht über seinen Energieverbrauch und erkennt damit schnell, wie und wo er Strom sparen kann 

Intelligenter Stromzähler mit Bildschirm
Vergrößern Intelligenter Stromzähler mit Bildschirm
© Ulf Kuhn

Die intelligenten Stromzähler enthalten einen Bildschirm, auf dem der Verbraucher genau sieht, wie viel Strom er pro Tag, Woche, Monat und Jahr verbraucht und wie hoch seine Stromrechnung ausfallen kann. Das Smart Meter gibt daraufhin Tipps, wie man den Energieverbrauch effizient reduzieren kann.

Einen intelligenten Stromzähler kann man von seinem Stromanbieter bekommen, allerdings gibt es ihn noch nicht bei allen Anbietern. Derzeit werden die Geräte bundesweit von E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW angeboten. Dabei handelt es sich momentan noch mehr um einen Testdurchlauf, um zu sehen, wie die Geräte bei den Verbrauchern funktionieren und ankommen. Weitere Anbieter wollen jedoch nachziehen.

Wer sich für ein Smart Meter interessiert, sollte am besten bei seinem Anbieter fragen, ob dieser schon intelligente Stromzähler hat.

Installiert werden die Geräte dann vom jeweiligen Stromanbieter, der auch erklärt, wie das Gerät funktioniert, welche Einstellungen man vornehmen und wie man Stromverbrauch reduzieren kann. Die Kosten für das Gerät hängen davon ab, welche Funktionen es mitbringt. Einfache Stromzähler kosten um die 150 Euro, komplexere Systeme um die 300 Euro und mehr. In der Regel mietet man das Gerät beim Stromanbieter, was etwa 20 Euro jährlich kostet. Der Mietpreis kann sich aber von Anbieter zu Anbieter unterscheiden. Der Einsatz von intelligenten Stromzählern ist freiwillig, und es spielt auch keine Rolle, ob der Verbraucher eine Voraus- oder eine Abschlagszahlung für seinen Stromverbrauch zahlt.

Auch ein Anbieterwechsel ist mit intelligenten Stromzählern jederzeit möglich. Sollte der neue Anbieter noch mit den klassischen, alten Stromzählern arbeiten, wechselt der Zähler wieder in den konventionellen Modus zurück. Der Verbraucher hat dadurch keine Nachteile und bleibt in seiner Anbieterwahl flexibel.

Wer sich Gedanken um die Sicherheit macht: Laut DECC (Department of Energy and Climate Change) sind intelligente Stromzähler so sicher wie andere Telekommunikationsgeräte. Die Smart Meter müssen Sicherheitsrichtlinien der EU entsprechen, was bedeutet, dass sie rigorosen Sicherheitstests unterzogen werden. Die Strahlung, die intelligente Stromzähler abgeben, ist in etwa so gering wie die von WLAN-Routern oder Smartphones.

Und noch etwas, das den Einsatz intelligenter Stromzähler interessant macht:

Intelligente Stromzähler können auch Strom aus erneuerbaren Energien erfassen und zeigen an, wie viel Strom der Verbraucher produziert hat. Überschüsse könnte der Verbraucher dann auch weiterverkaufen.

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